{"id":941,"date":"2015-09-25T13:50:50","date_gmt":"2015-09-25T11:50:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=941"},"modified":"2015-09-25T13:49:00","modified_gmt":"2015-09-25T11:49:00","slug":"kind-hund-was-ist-zu-beachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/kind-hund-was-ist-zu-beachten\/","title":{"rendered":"Kind &#038; Hund: Was ist zu beachten"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Kind\u00a0&amp; Hund &#8211; wie Verletzungen von Kindern durch Hunde zu verhindern?<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es liegt in der Verantwortung der Eltern, dass ihre Kinder Grundregeln im Umgang mit Hunden lernen und einhalten. Dar\u00fcber hinaus ist es die Aufgabe der Eltern, die Begegnung zwischen Kind und Hund in einem Haushalt vorzubereiten und entsprechend zu gestalten, damit die Risiken, die durch die Haltung eines Hundes ausgehen, minimiert werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_944\" aria-describedby=\"caption-attachment-944\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-944\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/kinder_brauchen_hunde-300x198.jpg\" alt=\"Der Wunsch nach einem Haustier kommt bei Kindern im Allgemeinen sehr fr\u00fch auf, beginnt eigentlich mit dem geliebten Pl\u00fcschtier und geht dann oft relativ schnell \u00fcber in den Wunsch nach etwas Lebendigem. Etwas, das man umsorgen und streicheln kann. Eine Grundvoraussetzung f\u00fcr das Halten eines Tieres aber ist, dass es von allen in der Familie akzeptiert wird. Und dass die Erwachsenen daf\u00fcr sorgen, dass das Kind den richtigen und artgerechten Umgang mit dem Tier lernt. Denn nur dann kommt es zu einer wahren Partnerschaft zwischen Mensch und Tier, deren positive Auswirkungen man bereits in einer Reihe wissenschaftlicher Studien nachgewiesen hat.\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/kinder_brauchen_hunde-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/kinder_brauchen_hunde.jpg 642w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-944\" class=\"wp-caption-text\">Aber nicht vergessen: <span style=\"text-decoration: underline;\">Kinder brauchen Hunde<\/span>!<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten Verletzungen bei Kindern werden durch bekannte Hunde oder durch Hunde im eigenen Haushalt verursacht. Oft wissen die Kinder nicht, ab wann Gefahr droht und gehen v\u00f6llig unbedarft und ahnungslos mit dem Hund um. Die Eltern wiegen sich in der Sicherheit, dass der Hund v\u00f6llig ungef\u00e4hrlich sei oder eine klare Rangordnungsstruktur anerkennen w\u00fcrde. Beides ist jedoch falsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch ein noch so freundlicher Hund kann z.B. durch Schmerzen pl\u00f6tzlich abwehren und ein Kind verletzen, auch wenn er das Kind nur auf Abstand halten wollte. Wenn der Hund in Anwesenheit der Eltern das Kind gew\u00e4hren l\u00e4sst, so duldet er unter Umst\u00e4nden die gleichen Verhaltensweisen des Kindes in Abwesenheit der Eltern keineswegs. Hinzu kommt, dass er sich durch das Kind auch bedroht f\u00fchlen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen F\u00e4llen wehrt der Hund ab, wie er es anderen Hunden gegen\u00fcber tun w\u00fcrde. Diese besitzen aber ein Fell und sind daher weit weniger gef\u00e4hrdet als ein Kind. Selbst der Schreck, auch ohne eine direkte Hautverletzung, kann bei einem Kind weit reichende Folgen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es macht daher Sinn, sich intensiv mit den Gefahrenpunkten auseinander zu setzen und einige Grundregeln einzuhalten, denn <strong>Vorbeugung ist immer die beste Medizin.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Hund im eigenen Haushalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prinzipiell sollten Kind und Hund niemals allein gelassen werden. Ein Kind ist unberechenbar und kann spielerisch und ohne Absicht einen Hund sehr schnell bedrohen. Das Kind muss daher im Umgang mit dem eigenen Hund lernen,<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">den Hund freundlich und liebevoll zu behandeln,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">nur unter Aufsicht mit dem Hund zu spielen und zu schmusen, damit die Eltern Kontrolle haben,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">auf die Signale des Hundes zu achten: ein Zur\u00fcckweichen akzeptieren, Lefzen\u00achochziehen und Knurren als Warnsignale zu sehen und den Kontakt abzubrechen,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">dem Hund niemals in die Augen zu starren oder ihn zu umarmen, da er beides als Drohungen verstehen k\u00f6nnte,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">den Hund nicht beim Fressen st\u00f6ren,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">dem Hund keine Gegenst\u00e4nde oder etwas zu fressen wegnehmen,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">den Hund nicht erschrecken oder bedr\u00e4ngen<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">die R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit des Hundes zu akzeptieren.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><strong>Der Welpe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommt ein Welpe in die Familie, muss er nat\u00fcrlich erzogen und mit seiner Umwelt gut sozialisiert werden. Der Welpe soll lernen, dass Kinder etwas Erfreuliches sind und dass es Spa\u00df macht, mit ihnen zu spielen. Die Aufsicht der Eltern ist daher besonders wichtig. Macht der Welpe schlechte Erfahrungen, k\u00f6nnen diese zu sp\u00e4terer Abwehr Kindern gegen\u00fcber f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Welpe braucht viele Ruhephasen, die vom Kind respektiert werden m\u00fcssen. Dazu braucht der Welpe einen sicheren R\u00fcckzugsort, der f\u00fcr das Kind tabu ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Welpe muss die Bei\u00dfhemmung erlernen und dar\u00fcber hinaus, dass menschliche Haut generell tabu ist. Ein Welpe probiert im Spiel mit Artgenossen und Menschen aus, wie fest er zubei\u00dfen kann, ohne dass er \u00c4rger bekommt. Wenn der Welpe seine Z\u00e4hne benutzt, sollte daher das Spiel generell sofort unterbrochen werden. Er lernt, dass Zubei\u00dfen bei Menschen von Nachteil ist und wird es dann unterlassen. Vor allem Kinder m\u00fcssen dabei sehr konsequent sein und brauchen dabei die Unterst\u00fctzung der Eltern. Auch an der allgemeinen Erziehung k\u00f6nnen sich Kinder, je nach Alter und entsprechender Reife, beteiligen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Kinder bei der Erziehung niemals Druck aus\u00fcben und nur spielerisch mit dem Hund \u00fcben sollten. Die Erteilung eines \u201eBefehls&#8220;, der im Beisein Erwachsener ausgef\u00fchrt wird, k\u00f6nnte zu einer Konfliktsituation f\u00fchren, wenn das Kind mit dem Hund allein \u00fcbt. Spielerische Kommunikation ist problemlos und verhindert kritische Situationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Welpe muss au\u00dferdem lernen, welche Regeln im Haus einzuhalten sind und wie man sich au\u00dferhalb des Hauses benimmt. Dazu m\u00fcssen sich alle Familienmitglieder einig sein, was der Hund darf und was nicht. Darf er auf das Sofa oder nicht? Darf er ins Bett oder soll er ganz aus den Schlafzimmern bleiben? Klare Regeln sind f\u00fcr den Hund sehr wichtig, nur so kann er sie auch einhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferhalb des Hauses sollte ein Hund manierlich an der Leine gehen, wenn er frei laufen darf, auch zur\u00fcckkommen, wenn man ihn ruft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die intensive Arbeit mit dem Welpen lohnt sich. Man hat sp\u00e4ter einen wohlerzogenen und sozial sicheren Hund, der mit Kindern prima zurecht kommt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Der erwachsene Hund und das Baby<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lebt der Hund bereits im Haushalt und ein Baby kommt hinzu, sollte man den Hund zun\u00e4chst mit dem Geruch des Kindes vertraut machen. Ein Kleidungsst\u00fcck oder eine Decke, die das Kind benutzt hatte, darf der Hund ausgiebig beschnuppern. Der erste direkte Kontakt sollte vorsichtig erfolgen, da der Hund sich vor dem Babygeschrei erschrecken und f\u00fcrchten kann. Ein Leckerchen im Beisein des Kindes deutet f\u00fcr den Hund darauf hin, dass da etwas Erfreuliches auf ihn zukommt. Man sollte dazu \u00fcbergehen, den Hund m\u00f6glichst nur bei Anwesenheit des Neuank\u00f6mmlings zu f\u00fcttern und sich auch nur dann im Haus mit ihm zu besch\u00e4ftigen, wenn das Baby in der N\u00e4he ist. Er lernt, dass die Anwesenheit des Kindes positive Seiten hat und wird es zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein kritischer Zeitpunkt ist gekommen, wenn das Baby mit dem Krabbeln anf\u00e4ngt. Der Hund kann dadurch irritiert werden und sich bedr\u00e4ngt oder bedroht f\u00fchlen. Er sollte immer eine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit haben, die f\u00fcr das Kind nicht zug\u00e4nglich ist oder von diesem respektiert, bzw. von den Eltern unter Kontrolle gehalten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen \u201eWelpenschutz\u201c hat ein Kind per se nicht und kann es auch gar nicht haben. Das beschwichtigende Verhalten eines Welpen l\u00f6st bei einem sozial kompetenten und mit Welpen vertrauten erwachsenen Hund vorsichtiges Verhalten aus. Ein solches Verhalten kann ein Kind nat\u00fcrlich nicht zeigen, weil es eben kein Welpe ist. Viele Hunde, die mit Kindern aufwachsen, lernen aber trotzdem, dass sie mit Kindern vorsichtig umgehen m\u00fcssen und sind im Umgang mit ihnen ausgesprochen tolerant. Vorraussetzen darf man dieses Verhalten aber nicht.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein erwachsener Hund wird \u00fcbernommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der \u00dcbernahme eines erwachsenen Hundes sollte immer vorher sichergestellt sein, dass der Hund in seinem bisherigen Leben ausreichend Kontakte mit Kindern hatte und keine Probleme im Umgang mit ihnen zeigte. Ist der Hund unsicher und wehrt das Kind ab, ist das Risiko f\u00fcr das Kind einfach zu gro\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Kontakt sollte gelassen und in ruhiger Umgebung erfolgen, wobei auf Stresssignale des Hundes zu achten ist (z. B. \u00fcber die Lefzen lecken, g\u00e4hnen, zur\u00fcckweichen, sich abwenden). Der Hund sollte eine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit haben und das Kind den R\u00fcckzug akzeptieren. Beide, Hund und Kind, m\u00fcssen sich erst kennen lernen und den Umgang miteinander \u00fcben. Weder das Kind noch der Hund d\u00fcrfen dabei \u00fcberfordert werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Der fremde Hund<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Kind sollte wissen, dass es einen fremden Hund niemals anfassen darf. Erst m\u00fcssen die Besitzer gefragt werden, ob der Hund Kinder kennt und sich gern streicheln l\u00e4sst. Gestatten die Hundebesitzer ein Anfassen, sollte das Kind erst die Hand ausstrecken und den Hund schnuppern lassen. Wenn er nicht zur\u00fcckweicht, kann er gestreichelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kind sollte niemals<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">einen fremden Hund ohne Besitzer streicheln,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">\u00a0niemals einen Hund von hinten anfassen,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">niemals einem zur\u00fcckweichenden Hund nachgehen und ihn bedr\u00e4ngen,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">niemals einem Hund l\u00e4ngere Zeit in die Augen sehen oder ihn anstarren, da er sich bedroht f\u00fchlen k\u00f6nnte,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">niemals davonrennen, da die meisten Hunde Interesse an sich bewegenden Lebewesen zeigen und hinterher rennen, im schlimmsten Fall ein Kind als zu jagende Beute ansehen k\u00f6nnten,<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">niemals laut schreien, da der Hund dadurch irritiert werden und aggressiv reagieren k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie diese Grundregeln beachten, werden Sie mit Kind und Hund viel Freude haben und die Wahrscheinlichkeit von Bissverletzungen minimieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Merkblatt Nr. 104 Erarbeitet vom Arbeitskreis 2 (Kleintiere) Verantwortliche Bearbeiter: Dr. Heidi Bernauer-M\u00fcnz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kind\u00a0&amp; Hund &#8211; wie Verletzungen von Kindern durch Hunde zu verhindern? 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