{"id":922,"date":"2015-09-24T22:20:49","date_gmt":"2015-09-24T20:20:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=922"},"modified":"2015-09-29T07:01:42","modified_gmt":"2015-09-29T05:01:42","slug":"ausbildung-und-lebensweg-eines-blindenfuehrhundes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/ausbildung-und-lebensweg-eines-blindenfuehrhundes\/","title":{"rendered":"Ausbildung und Lebensweg eines Blindenf\u00fchrhundes"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Ausbildung und Lebensweg eines Blindenf\u00fchrhundes<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Lebensweg eines Blindenhundes<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-926\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blindenf\u00fchrhund-300x240.jpg\" alt=\"Blindenf\u00fchrhund\" width=\"300\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blindenf\u00fchrhund-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blindenf\u00fchrhund.jpg 752w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Jedes Jahr verlassen eine Anzahl Hunde ihre sogenannte Blindenf\u00fchrhundeschule nach einer fundierten Ausbildung zum Blindenf\u00fchrhund. Die Schulung der Hunde beginnt kurz nach ihrer Geburt. Sie sollen Menschen mit einer Sehbehinderung zu einem selbst\u00e4ndigen Leben verhelfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in der Regeln in Familien aufwachsenden Zuchthunde kommen nur zum Decken resp. Werfen in die Blindenf\u00fchrhundeschule. Die Weibchen haben maximal 4 W\u00fcrfe \u00e0 6 bis 8 Welpen. Mit 6 Jahren gehen sie dann in den wohlverdienten Ruhestand. Nach dem Werfen bleibt die Zuchth\u00fcndin 9 Wochen bei ihren Jungen. Dies ist eine bedeutende Entwicklungsphase f\u00fcr die Welpen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Bezug auf Hygiene, Gesundheitsvorsorge und Entwicklung tun Blindenf\u00fchrhundeschulen alles, damit die Kleinen unter besten Voraussetzungen aufwachsen und optimal gef\u00f6rdert werden. Vier Stunden pro Tag k\u00fcmmern sich freiwillige Helfer um die fr\u00fchzeitige Sozialisierung. Die Welpen lernen dabei, sich unter Menschen wohlzuf\u00fchlen. Zu Beginn erhalten sie Streicheleinheiten und kleine Massagen, dann wird mit den Hunden in einem Raum voller Spielzeug gespielt, damit sich ihre Sinne entwickeln k\u00f6nnen. Sp\u00e4ter gew\u00f6hnt man sie an das Tragen von Halsband und Leine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Im Alter von 7 Wochen erfolgt eine Wesensbeurteilung der Welpen, aufgrund derer dann die Patenfamilien ausgew\u00e4hlt werden, bei der der Hund eine Art Kindergartenzeit verbringen wird. W\u00e4hrend 15 Monaten wird der Hund in der Familie erzogen und mit der st\u00e4dtischen Umgebung vertraut gemacht, d.h. an Verkehrsl\u00e4rm, Baustellen, andere Leute und Tiere gew\u00f6hnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Strenges Auswahlverfahren<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit 18 Monaten verlassen die meisten Hunde ihre Patenfamilien und kehren f\u00fcr eine erneute Beurteilung in die Blindenf\u00fchrhundeschulen zur\u00fcck. Aufgrund ihres Stammbaums, ihres Charakters, ihres Gesundheitszustands und ihrer Vorfahren werden einige als F\u00fchrhunde und andere als Zuchthunde ausgew\u00e4hlt. Die Selektion ist sehr streng; rund 50 % fallen aus Gesundheits-, Verhaltens- oder Wesensgr\u00fcnden durch den Test. Diese werden dann als Familienhunde platziert, denn das Fehlen der erforderlichen Blindenhundeeigenschaften macht sie keineswegs zu Problemhunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Das Beste aus dem Hund herausholen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten 8 bis 10 Monate dauernden Ausbildung werden die Labradore und Golden Retriever vom gleichen Ausbildner betreut. Ihre Ausbildung erfolgt in realen Situationen, d.h. in der Stadt und im F\u00fchrgeschirr. Jeder Hund hat sein eigenes Temperament und lernt unterschiedlich. Man muss immer wieder hinterfragen und herausfinden, wie man respektvoll das Beste aus einem Hund herausholt. Ziel ist es, dass er sehr freundlich und umg\u00e4nglich ist, seine Arbeit liebt und sich zur\u00fcckh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Um seinem Halter echte Autonomie zu bieten, darf sich der Hund nicht auf das Auswendiglernen typischer Strecken beschr\u00e4nken. Denn sein Meister muss sich in jeder Situation auf ihn verlassen k\u00f6nnen: in der Stadt, auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, beim Reisen und Spazieren, bei Freizeitaktivit\u00e4ten, ja selbst an Orten, zu denen Hunde in der Regel keinen Zutritt haben wie Schwimmb\u00e4der, Spit\u00e4ler, Museen und Kirchen.<\/p>\n<p>Nach Abschluss ihrer Ausbildung werden die Hunde den Sehbehinderten \u00fcbergeben. Jede Situation wird sorgf\u00e4ltig analysiert, damit sich die optimalen Partner finden k\u00f6nnen. Die Hundehalter k\u00f6nnen sowohl Studenten als auch \u00e4ltere Leute sein, Personen, die viel reisen oder auch nicht. Der Hund muss in der Lage sein, sich dem Rhythmus seines Meisters anzupassen, damit dieser m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig ist. Die Nachfrage nach F\u00fchrhunden nimmt stetig zu, und die Wartezeiten betragen inzwischen 6 bis 10 Monate.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Wohlverdienter Ruhestand<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Nach 8 bis 10 Jahren treuen Dienstes sind die Hunde zwar noch fit, haben sich aber auch stark verausgabt und sind nicht mehr in der Lage, einen intensiven Rhythmus aufrecht zu erhalten. Deshalb liegt eine Trennung in ihrem eigenen Interesse und dient zudem der Sicherheit ihres Halters.&#8220; Dies ist ein schwieriger Moment, denn oft hat man w\u00e4hrend 10 Jahren in vollst\u00e4ndiger Symbiose mit dem Tier gelebt. Den Moment der Trennung erleben viele, als w\u00fcrden sie ein zweites Mal ihr Augenlicht verlieren.<\/p>\n<p>Meist werden die Hunde von Leuten \u00fcbernommen, die ihnen einen sch\u00f6nen Lebensabend bieten k\u00f6nnen. Oft sind dies Freunde oder Verwandte oder auch die Patenfamilie, in der der Hund aufgewachsen ist. Wichtig zu wissen: Nachdem die Hunde rund um die Uhr mit ihrem fr\u00fcheren Halter zusammen waren, brauchen sie nachher st\u00e4ndige Gesellschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Quelle: Schweizer Blinden- und Sehbehindertenverband SBV<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausbildung und Lebensweg eines Blindenf\u00fchrhundes Lebensweg eines Blindenhundes Jedes Jahr verlassen eine Anzahl Hunde ihre sogenannte Blindenf\u00fchrhundeschule nach einer fundierten Ausbildung zum Blindenf\u00fchrhund. Die Schulung der Hunde beginnt kurz nach ihrer Geburt. 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