{"id":858,"date":"2015-09-16T20:01:40","date_gmt":"2015-09-16T18:01:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=858"},"modified":"2015-09-18T06:47:15","modified_gmt":"2015-09-18T04:47:15","slug":"858-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/858-2\/","title":{"rendered":"D\u00fcmmere Hunde durch die Domestikation"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Hunde: D\u00fcmmer durch Domestikation?<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Haushunde schneiden beim selbstst\u00e4ndigen L\u00f6sen von Problemen schlechter ab als W\u00f6lfe &#8211; Hunde haben durch ihre enge Beziehung zum Menschen offenbar einiges an Grips und Selbstst\u00e4ndigkeit eingeb\u00fc\u00dft. Denn wenn sie allein ein Problem l\u00f6sen sollen, verlieren sie schnell die Lust und blicken stattdessen hilfesuchend zum Menschen. W\u00f6lfe dagegen knobeln solange, bis sie es geschafft haben, wie ein Experiment belegt. Das Versagen der Hunde spricht daf\u00fcr, dass die starke Ausrichtung auf uns Menschen ihre Probleml\u00f6se-F\u00e4higkeiten hemmt, wie Forscher im Fachmagazin &#8222;Biology Letters&#8220; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-859\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/hund-300x217.jpg\" alt=\"Schlauer Hund\" width=\"300\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/hund-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/hund.jpg 365w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Hunde sind echte Menschenkenner: Sie folgen unseren Blicken, erkennen\u00a0unser L\u00e4cheln\u00a0und entnehmen unserer Tonlage selbst feine Nuancenunserer Stimmung. Doch diese Anpassung an den Menschen scheint nicht ohne Kosten zu sein. Bereits 2014 fanden Forscher heraus, dass Hunde\u00a0schlechter z\u00e4hlen\u00a0k\u00f6nnen als ihre wilden Verwandten, die W\u00f6lfe. Monique Udell von der Oregon State University in Corvallis und ihre Kollegen haben nun ein weiteres Indiz daf\u00fcr gefunden, dass Domestikation die Hunde in gewisser Hinsicht eher d\u00fcmmer machte. In ihrem Experiment testeten sie, wie gut W\u00f6lfe und Hunde eine knifflige Aufgabe l\u00f6sten. Daf\u00fcr legten die Forscher im Beisein des Hundes eine Wurst in eine durchsichtige Plastikbox. Ihr Deckel lie\u00df sich jedoch nur abziehen, wenn die Tiere an einem daran befestigten Seil zerrten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00f6lfe schaffen es, Hunde nicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich zeigte, l\u00f6sten acht von zehn W\u00f6lfen die Aufgabe problemlos. Sie zerrten und bissen so lange an der Box herum, bis sie den Deckel erfolgreich abgezogen hatten. Nicht so die Hunde: Schon nach kurzer Zeit gaben sie auf und blickten sie hilfesuchend zu dem im Raum<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die magere Erfolgsbilanz: Von den zehn Haushunden schaffte es keiner, die Box zu \u00f6ffnen, unter den zehn Hunden aus dem Tierheim gelang dies nur einem. Und dies \u00e4nderte sich auch kaum, als der Mensch den Hunden R\u00fcckmeldung gab und sie aktiv zum Weitermachen ermunterte. Zwar besch\u00e4ftigten sie sich dann l\u00e4nger mit der Box, von den 20 Hunden schafften es aber selbst dann nur vier Tierheimhunde und ein Haushund, an die Wurst heranzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hilfe suchen statt selbstst\u00e4ndig handeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ansicht von Udell und ihren Kollegen zeigt dies, dass W\u00f6lfe besser darin sind, unabh\u00e4ngig Probleme zu l\u00f6sen. Diese F\u00e4higkeit scheinen Hunde zumindest zum Teil eingeb\u00fc\u00dft zu haben. &#8222;Hunde sind hypersozial, verglichen mit ihren wilden Gegenparts&#8220;, erkl\u00e4rt Udell. &#8222;Ihre erh\u00f6hte soziale Sensibilit\u00e4t k\u00f6nnte ihre F\u00e4higkeiten zum unabh\u00e4ngigen Probleml\u00f6sen st\u00f6ren.&#8220; Oder anders ausgedr\u00fcckt: Hunde haben sich daran gew\u00f6hnt, sich auf den Menschen und seine sozialen Signale zu verlassen. Vor ein Problem gestellt, suchen sie daher bei ihm Hilfe, beispielsweise in Form einer erhellenden Geste. &#8222;Hunde k\u00f6nnten gelernt haben, in Abwesenheit klarer menschlicher Hinweise eher vorsichtig zu sein&#8220;, meint Udell. &#8222;Das ist langfristig beim Zusammenleben mit Menschen sicher ein Vorteil.&#8220;\u00a0 Die Kehrseite ist allerdings, dass die Hunde auf sich allein gestellt weniger gut klarkommen als ihre wilden Verwandten. Wenn darum geht, Probleme selbstst\u00e4ndig zu l\u00f6sen, verlieren sie schnell die Lust.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: scinexx.de (Royal Society Biology Letters, 2015;\u00a0<a href=\"http:\/\/rsbl.royalsocietypublishing.org\/lookup\/doi\/10.1098\/rsbl.2015.0489\" target=\"_blank\">doi: 10.1098\/rsbl.2015.0489<\/a>) (NPO,Royal Society,16.09.2015)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunde: D\u00fcmmer durch Domestikation? Haushunde schneiden beim selbstst\u00e4ndigen L\u00f6sen von Problemen schlechter ab als W\u00f6lfe &#8211; Hunde haben durch ihre enge Beziehung zum Menschen offenbar einiges an Grips und Selbstst\u00e4ndigkeit eingeb\u00fc\u00dft. 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