{"id":847,"date":"2015-09-14T23:49:00","date_gmt":"2015-09-14T21:49:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=847"},"modified":"2015-09-15T09:00:58","modified_gmt":"2015-09-15T07:00:58","slug":"krebs-implantat-faengt-metastasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/krebs-implantat-faengt-metastasen\/","title":{"rendered":"Krebs: Implantat f\u00e4ngt Metastasen"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\"><strong>Krebs: Implantat f\u00e4ngt Metastasen<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Verbl\u00fcffend simple Methode hemmt Ansiedlung von Krebszellen an Organen &#8211; <\/em><em>Eine Falle f\u00fcr wandernde Krebszellen: Ein nur tablettengro\u00dfes Implantat k\u00f6nnte k\u00fcnftig vor Metastasen sch\u00fctzen und die Fr\u00fcherkennung erleichtern. Denn die aus schwammartigem Biomaterial bestehende Metastasenfalle zieht gestreute Krebszellen unwiderstehlich an. Bei an Brustkrebs erkrankten M\u00e4usen war dies so effektiv, dass die Tiere 80 Prozent weniger Sekund\u00e4rtumore entwickelten als ohne das Implantat, wie Forscher im Fachmagazin &#8222;Nature Communications&#8220; berichten.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_848\" aria-describedby=\"caption-attachment-848\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-848\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/krebsfalleb-300x145.jpg\" alt=\"Sie sehen aus wie simple Tabletten, sind aber Fallen f\u00fcr wandernde Krebszellen (\u00a9 Joseph Xu)\" width=\"300\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/krebsfalleb-300x145.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/krebsfalleb.jpg 615w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-848\" class=\"wp-caption-text\">Sie sehen aus wie simple Tabletten, sind aber Fallen f\u00fcr wandernde Krebszellen<br \/>(\u00a9 Joseph Xu)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Krebspatienten ist meist die gr\u00f6\u00dfte Angst, dass der Tumor bereits gestreut hat und Metastasen nun auch andere Organe befallen. &#8222;Typischerweise bleiben sie jedoch unbemerkt, bis sie schon die Funktion eines oder mehrerer Organe beeintr\u00e4chtigt haben&#8220;, erkl\u00e4ren Lonnie Shea von der Northwestern University in Chicago und seine Kollegen. Deshalb suchen Forscher schon seit Jahren nach Methoden, mit denen gestreute Krebszellen fr\u00fchzeitiger entdeckt werden k\u00f6nnen. Doch diese wenigen wandernden Zellen im K\u00f6rper aufzusp\u00fcren, gleicht der ber\u00fchmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Shea und seine Kollegen haben daher einen anderen Ansatz gew\u00e4hlt: Statt diesen Zellen hinterherzujagen, locken sie sie gezielt an. Denn wandernde Krebszellen siedeln sich nicht einfach irgendwo im K\u00f6rper neu an. Stattdessen wachsen sie dort fest, wo bestimmte Zellen des Immunsystems und biochemische Faktoren ihnen ein g\u00fcnstiges Mikroklima schaffen. Genau dies nutzen die Forscher nun f\u00fcr ihre neuartige Metastasen-Falle aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bioimplantat als Lockmittel<br \/>\n<\/strong>Sie entwickelten ein schwammartiges Ger\u00fcst aus einem biovertr\u00e4glichen Material, das Immunzellen anzieht und diese dazu bringt, eine attraktive Nische f\u00fcr die Krebszellen zu schaffen. Wie gut diese Falle funktioniert, testeten die Wissenschaftler mit M\u00e4usen, die an einer besonders schnell und stark streuenden Brustkrebs-Variante erkrankt waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die H\u00e4lfte der Tiere erhielt eines dieser etwa tablettengro\u00dfen Bioimplantate in das Fettgewebe der Brust oder unter die Haut eingepflanzt. Bei der anderen H\u00e4lfte wurde nur ein Schein-Eingriff durchgef\u00fchrt. Eine und drei Wochen sp\u00e4ter durchleuchteten die Forscher mit Hilfe der optischen Koh\u00e4renz-Tomografie (OCT) die Bioimplantate unter der Haut und im Fettgewebe der Tiere, um zu kontrollieren, ob sich darin Krebszellen angesiedelt hatten. Zudem pr\u00fcften sie, wie viele Metastasen die M\u00e4use in Lunge und Leber ausgebildet hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fr\u00fcherkennung vor dem Organbefall<br \/>\n<\/strong>Das beeindruckende Ergebnis: Bei den M\u00e4usen mit dem Bioimplantat lie\u00dfen sich bereits sieben Tage nach dem Einsetzen Krebszellen in den &#8222;Fallen&#8220; nachweisen \u2013 und das, ohne dass Lunge oder Leber bereits befallen waren. Die Implantate wurden besiedelt, obwohl sie nicht an diesen bevorzugten Organen lagen. Der gro\u00dfe Vorteil: Weil die Implantate nah unter der Haut sitzen, sind sie f\u00fcr die optische Durchleuchtung gut zug\u00e4nglich. &#8222;Diese Ger\u00fcste fungieren damit in Kombination mit der OCT-Bildgebung wie ein Sensor, \u00fcber den wir Tumorzellen schon fr\u00fch im Metastaseprozess nachweisen k\u00f6nnen&#8220;, sagen Shea und seine Kollegen. Durch die Implantate wei\u00df man, wo man nach den Krebszellen suchen muss, statt in der Tiefe des K\u00f6rpers ganze Organe absuchen zu m\u00fcssen. Das k\u00f6nnte k\u00fcnftig eine therapeutische Behandlung erm\u00f6glichen, bevor die Metastasierung zu weit fortgeschritten ist. Zudem lassen sich aus dem Implantat gezielt Krebszellen entnehmen, so dass auch die Analyse ihres Typs erleichtert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anti-Metastasen-Therapie zugleich<br \/>\n<\/strong>Aber das ist noch nicht alles: Wie sich zeigte, wirken die Implantate sogar dem Befall der Organe aktiv entgegen. Bei den M\u00e4usen mit den Metastasen-Fallen fanden die Forscher nach drei Wochen bei Gewebsanalysen erheblich weniger Krebszellen in den Lungen als bei den Kontrolltieren. &#8222;Die Tumorlast war um 88 Prozent reduziert&#8220;, berichten sie. \u00c4hnlich sah es auch in der Leber der Tiere aus: Nur zwei der acht implantierten M\u00e4use hatten Krebszellen in der Leber, bei den Kontrolltieren waren es dagegen alle. Nach Ansicht der Forscher besitzen die Metastasen-Fallen damit das Potenzial, als therapeutisches Werkzeug eingesetzt zu werden. Gerade bei Patienten mit einem hohen Risiko f\u00fcr ein Wiederauftreten des Krebses k\u00f6nnte ein solches Bioimplantat die Chancen auf eine effektive und rechtzeitige Behandlung deutlich erh\u00f6hen. Noch war dies jedoch blo\u00df ein erster Pilotversuch mit der Metastasen-Falle. Sie muss sich daher noch in weiteren Tierversuchen bew\u00e4hren, bevor erste klinische Studien am Menschen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Dennoch weckt sie die Hoffnung, hiermit eine neue Waffe im Kampf gegen die t\u00fcckischen Metastasen gefunden zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: scinexx.de (Nature Communications,2015; <a href=\"http:\/\/nature.com\/articles\/doi:10.1038\/ncomms9094\" target=\"_blank\">doi: 10.1038\/ncomms9094<\/a>)(Nature, 09.09.2015 &#8211; NPO)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krebs: Implantat f\u00e4ngt Metastasen Verbl\u00fcffend simple Methode hemmt Ansiedlung von Krebszellen an Organen &#8211; Eine Falle f\u00fcr wandernde Krebszellen: Ein nur tablettengro\u00dfes Implantat k\u00f6nnte k\u00fcnftig vor Metastasen sch\u00fctzen und die Fr\u00fcherkennung erleichtern. 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