{"id":843,"date":"2015-09-14T22:56:03","date_gmt":"2015-09-14T20:56:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=843"},"modified":"2015-09-15T08:11:31","modified_gmt":"2015-09-15T06:11:31","slug":"menschliches-gaehnen-wirkt-ansteckend-auf-hunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/menschliches-gaehnen-wirkt-ansteckend-auf-hunde\/","title":{"rendered":"Menschliches G\u00e4hnen wirkt ansteckend auf Hunde"},"content":{"rendered":"<h1>Menschliches G\u00e4hnen wirkt ansteckend auf Hunde<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-845\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/g\u00e4hnen-300x251.jpg\" alt=\"G\u00e4hnen\" width=\"300\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/g\u00e4hnen-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/g\u00e4hnen.jpg 313w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Ger\u00e4usch eines g\u00e4hnenden Menschen reicht bereits f\u00fcr den Effekt. Hunde lassen sich vom G\u00e4hnen ihres Herrchens oder Frauchens zum Mitg\u00e4hnen animieren. Das funktioniert selbst dann, wenn sie ihren Besitzer nicht sehen, sondern nur h\u00f6ren k\u00f6nnen, haben portugiesische Forscher jetzt gezeigt. H\u00f6ren sie dagegen einen Menschen, den sie nicht kennen, wirkt das G\u00e4hnen weit weniger ansteckend. Das spreche sehr daf\u00fcr, dass auch bei Hunden ein gewisses Ma\u00df an Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen die Grundlage f\u00fcr das Mitg\u00e4hnen ist, interpretieren Karine Silva und ihre Kollegen von der Universit\u00e4t in Porto die Beobachtungen: Da die Tiere ihre Besitzer gut kennen, k\u00f6nnen sie sich leichter in sie hineinversetzen als in Fremde. Eine solche Empathie gilt als die treibende Kraft hinter dem ansteckenden G\u00e4hnen beim Menschen und bei Affen, schreiben die Forscher im Fachblatt &#8222;Animal Cognition&#8220;.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansteckendes G\u00e4hnen ist bisher nur bei einer Pavianart, bei B\u00e4renmakaken, bei Schimpansen und eben bei Hunden beobachtet worden. Letztere sind dabei die einzige Tierart, die sich \u00fcber eine Artenschranke hinweg zum Mitg\u00e4hnen animieren l\u00e4sst: W\u00e4hrend Hunde nicht nur auf Artgenossen, sondern auch auf Menschen reagieren, lassen die Affen sich ausschlie\u00dflich von Ihresgleichen anstecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Empathische Menschen g\u00e4hnen eher mit<\/strong><br \/>\nObwohl das Ph\u00e4nomen intensiv untersucht wird, wissen Forscher immer noch nicht so recht, was hinter der unwiderstehlichen Ansteckungskraft des G\u00e4hnens steckt. Es gibt allerdings ein paar Eigenheiten, die daf\u00fcr sprechen, dass man sich f\u00fcrs Mitg\u00e4hnen in sein Gegen\u00fcber hineinversetzen muss. So reagieren die Affen und auch der Mensch st\u00e4rker, wenn sie einen Vertrauten g\u00e4hnen sehen. Zudem neigen Menschen mit einer sehr mitf\u00fchlenden Pers\u00f6nlichkeitsstruktur ebenfalls eher zum Mitg\u00e4hnen als ihre weniger einf\u00fchlsamen Zeitgenossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Hunden war die Lage bisher weniger klar. Zwar zeigte eine Studie im Jahr 2008 ganz deutlich, dass sich die Tiere zum Mitg\u00e4hnen animieren lassen, wenn sie einen Menschen g\u00e4hnen sehen und h\u00f6ren. In anderen Untersuchungen lie\u00df sich dieser Effekt dagegen nicht ganz so eindeutig nachweisen. Deswegen entwarfen Silva und ihre Kollegen jetzt ein eher ungew\u00f6hnliches Experiment: Sie zeigten den Hunden keine g\u00e4hnenden Menschen, sondern lie\u00dfen sie nur dem typischen Ger\u00e4usch beim G\u00e4hnen lauschen. Dabei g\u00e4hnte mal ihr Besitzer, also eine vertraute Person, und mal ein Fremder. Zus\u00e4tzlich h\u00f6rten die Tiere die gleichen G\u00e4hnger\u00e4usche r\u00fcckw\u00e4rts abgespielt. Dieser Teil des Tests diente als Kontrolle, um alle Effekte auszuschlie\u00dfen, die nichts mit dem eigentlichen G\u00e4hnen zu tun hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Frauchens G\u00e4hnen ist ansteckender<\/strong><br \/>\nVon den 29 Testhunden lie\u00dfen sich 12 prinzipiell von den G\u00e4hnger\u00e4uschen anstecken. Besonders gut funktionierte das jedoch dann, wenn die Tiere die Stimme ihres Herrchens oder Frauchens h\u00f6rten. Dieser Befund deutet laut den Forschern stark auf eine empathische Komponente hin. Es bleibe allerdings ungekl\u00e4rt, ob sich die Tiere tats\u00e4chlich Gedanken um den aktuellen emotionalen Status ihres Herrchens machen oder ob sie lediglich instinktiv emotional reagieren, wenn sie Hinweise auf ein bestimmtes Gef\u00fchl wahrnehmen, erl\u00e4utert das Team.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Es sei jedoch auch noch eine andere Erkl\u00e4rung denkbar: Es w\u00e4re durchaus m\u00f6glich, dass das typische, zum G\u00e4hnen verzogene Gesicht eines Menschen automatisch ein gespeichertes Bewegungsmuster bei den Hunden aktiviert, ohne dass die emotionale Ebene im Spiel ist. In diesem Fall h\u00e4tten die Tiere st\u00e4rker auf die vertraute Stimme reagiert, weil das dazugeh\u00f6rige Gesicht deutlicher vor ihrem geistigen Auge erscheint. Welche Interpretation stimmt, m\u00fcsse nun in weiteren Tests gekl\u00e4rt werden. Denn den Grad der Empathie zu kennen, zu dem verschiedene Hunde f\u00e4hig sind, k\u00f6nnte helfen, die passenden Tiere f\u00fcr besondere Aufgaben wie etwa das F\u00fchren von Blinden auszuw\u00e4hlen.<br \/>\n<em>Quelle: scinexx.de\u00a0(doi: 10.1007\/s10071-012-0473-2) (Animal Cognition &#8211; dapd, 09.05.2012 &#8211; ILB)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschliches G\u00e4hnen wirkt ansteckend auf Hunde Ger\u00e4usch eines g\u00e4hnenden Menschen reicht bereits f\u00fcr den Effekt. Hunde lassen sich vom G\u00e4hnen ihres Herrchens oder Frauchens zum Mitg\u00e4hnen animieren. 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