{"id":775,"date":"2015-09-06T22:22:22","date_gmt":"2015-09-06T20:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=775"},"modified":"2015-09-10T09:56:50","modified_gmt":"2015-09-10T07:56:50","slug":"das-vertrauenskonto-eines-hundes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/das-vertrauenskonto-eines-hundes\/","title":{"rendered":"Vertrauenskonto des Hundes"},"content":{"rendered":"<h1>Ein zerbrochenes Vertrauensverh\u00e4ltnis wieder herstellen<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Zur\u00fcck in die schwarzen Zahlen&#8220; <span lang=\"DE\">Originaltitel: Back in the Black &#8211; Rebuild a bankrupt relationship, von Susan G. Friedman, Ph.D; Susan (G. Friedman, Ph.D. ist Mitglied der Fakult\u00e4t im Department of Psychology der Utah State University. Sie leistete Pionierarbeit in der art\u00fcbergreifenden Anwendung der Verhaltensanalyse auf Tiere, wobei sie die gleiche humane Philosophie und wissenschaftlich gesicherte Lehrmethode anwandte, die so effektiv f\u00fcr menschliche Sch\u00fcler ist.)<br \/>\n<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-776\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Vertrauenskonto.jpg\" alt=\"Das Vertrauenskonto eines Hundes\" width=\"451\" height=\"171\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Vertrauenskonto.jpg 451w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Vertrauenskonto-300x114.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px\" \/><em>\u201eEin vertrauensvolles Verh\u00e4ltnis ist der Schl\u00fcssel zur erfolgreichen Gemeinschaft mit Tieren.&#8220; <\/em><br \/>\n<em>Wer hat diese Perle der Weisheit nicht schon geh\u00f6rt?<br \/>\nDies klingt vern\u00fcnftig, sogar hilfreich. Aber ist es das wirklich?<\/em><br \/>\n<em>Was bedeutet ein vertrauensvolles Verh\u00e4ltnis zu einem Lebewesen?<\/em><\/p>\n<pre style=\"text-align: justify;\"><em>Dieser Artikel wurde zwar f\u00fcr\u00a0Papageienbesitzer bestimmt, ist aber aufgrund seiner\u00a0Philosophie\u00a0und\u00a0Tiefsinnigkeit geradezu ein \"MUSS\" f\u00fcr jeden Hundebesitzer. <strong>Dieser Artikel\u00a0kann jederzeit f\u00fcr DAS Vertrauensverh\u00e4ltnis Hund \/ Mensch als Pr\u00e4ferenz herangezogen werden.<\/strong><\/em><\/pre>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sollte jemand tun, um ein vertrauensvolles Verh\u00e4ltnis aufzubauen? Ist es jemals zu sp\u00e4t dazu und kann ein zerbrochenes Vertrauensverh\u00e4ltnis wiederhergestellt werden? Die Antworten auf diese Fragen verwandeln den inspirierenden Spruch in ein Werkzeug, das wir nutzen k\u00f6nnen.<br \/>\nIch dachte, das Wort Vertrauen w\u00e4re einer dieser vagen Begriffe, die schwer zu definieren sind. Sie wissen schon, schwer zu beschreiben, aber man erkennt es, wenn man es sieht. Als ich jedoch im Lexikon nachsah, war ich fasziniert, zwei einfache Gedanken dazu zu finden, die den Nagel auf den Kopf trafen. Unter dem Wort Vertrauen stand, \u201edie zuversichtliche Erwartung von etwas&#8220; und \u201eschlie\u00dft ein Gef\u00fchl der Sicherheit ein&#8220;.<br \/>\nWenn wir diese beiden Gedanken verbinden, ist Vertrauen aus der Sicht unseres Papageien eine Stufe der Gewissheit, dass der Umgang mit Menschen zu einem sicheren Ergebnis f\u00fchrt. Die Folge des Vertrauens ist, dass der Papagei sich daf\u00fcr entscheidet, mehr mit Menschen zu interagieren. Ist dies nicht genau die Art von Verh\u00e4ltnis, die wir uns mit unseren Papageien erhoffen?<br \/>\nPapageien, die Vertrauen haben, setzen ihr Verhalten dazu ein, an Gelegenheiten zur Interaktion mit Menschen zuversichtlich heranzugehen, anstatt ihnen auszuweichen. Sie nehmen nicht nur Aufforderungen an, mit ihrem Halter zu interagieren; vertrauensvolle V\u00f6gel schaffen auch von sich aus Interaktionsgelegenheiten f\u00fcr ihre Halter.<br \/>\nBetrachten Sie es so: Das Vertrauen eines Tieres zu gewinnen ist wie das Aufbauen eines Bankkontos. Wir machen Einzahlungen in das Vertrauenskonto, eine positive Interaktion zur Zeit. Positive Interaktionen bedeuten f\u00fcr das Tier nicht nur den Erhalt einer gesch\u00e4tzten Belohnung, sondern auch das Recht und die M\u00f6glichkeit, eine Wahl zu haben. Auf der anderen Seite t\u00e4tigen wir Entnahmen aus dem Vertrauenskonto durch negative Interaktionen, wie die Anwendung von Zwang, Drohung und Bestrafung. Auch kleine oder ungewollte Entnahmen summieren sich im Laufe der Zeit und bringen das Verh\u00e4ltnis, das Vertrauenskonto, in rote Zahlen. Wenn eine Entnahme gr\u00f6\u00dfer ist als das vorhandene Guthaben, riskieren wir die Pleite, das Zerbrechen des Vertrauensverh\u00e4ltnisses.<br \/>\nObwohl wir Vertrauen oft f\u00fcr ein Gef\u00fchl halten, handelt es sich beim Aufbau &#8211; und Bruch &#8211; eines vertrauensvollen Verh\u00e4ltnisses mit unseren V\u00f6geln vorrangig um Handlungen. Testen Sie Ihr bestehendes Vertrau\u00acenskonto mit Ihrem Papagei; bieten Sie Ihre Hand mindestens 30 cm vom Vogel entfernt an. Papageien mit hohem Vertrauenskonto heben normalerweise einen Fu\u00df, beugen sich vor oder fordern Sie in irgendeiner Weise auf, die Hand weiter anzun\u00e4hern, um aufsteigen zu k\u00f6nnen. Wenn Ihr Vogel die Federn eng anlegt, sich duckt, angreift oder in die entgegengesetzte Richtung fl\u00fcchtet, ist es definitiv Zeit, M\u00f6glichkeiten herauszu\u00acfinden, wie mehr positive Interaktionen in das Vertrauenskonto eingebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vertrauensbasis aufbauen<\/strong><br \/>\nWir entstammen einer Kultur, die sehr schnell bereit ist, Verhalten zu bestrafen, dies ist eines der Beispiele f\u00fcr das, was ich als kulturellen Nebel bezeichne. Der Zugang zu positiven Verst\u00e4rkern ist ganz klar mehr motivierend als das Vermeiden von Bestrafung. Unsere eigenen Erfahrungen best\u00e4tigen dies genauso wie die Verhaltensforschung. Die Bunterestrafungstradition schafft ein ziemliches Dilemma, wenn das Ziel der Aufbau eines Vertrauenskontos mit einem Papagei ist.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise ist das Lehren mithilfe positiver Verst\u00e4rkung (positives Verst\u00e4rker-Training &#8211; PVT, engl. positive reinforcement teaching &#8211; PRT), das aus der angewandten Verhaltensanalyse, einem Fachgebiet der Psychologie, kommt, eine wesentlich bessere Methode als die Bestrafung. Es ist der Ansatz, der so erfolgreich ist, um Kindern mit Autismus zu helfen, damit sie ihr volles Potenzial erreichen, um in der Geriatrie die Lebensqualit\u00e4t alter Menschen zu verbessern und um die Sicherheit in Industriebetrieben zu erh\u00f6hen. Die besten Hundetrainer verwenden diesen Ansatz und die Trainer exotischer Tiere ebenso. Mit PVT haben wir eine neue Stufe des humanen, effektiven Lehrens erreicht.<br \/>\nDie angewandte Verhaltensanalyse basiert auf einem naturwissenschaftlichen Ansatz zum Verst\u00e4ndnis des Lernens und Verhaltens. Dies bedeutet, dass die Prinzipien und Techniken, die wir verwenden, ihren Ursprung in mehr als 60 Jahren wissenschaftlicher Untersuchungen in Laboratorien, Schulklassen und anderen Szenarien des realen Lebens, vom Unternehmen bis zum Zoo, haben. Wir k\u00f6nnen darauf vertrauen, dass diese Techniken gut funktionieren, wenn sie richtig angewendet werden und pers\u00f6nlichen Rezepten und magischen Ansichten dar\u00fcber, wie Verhalten funktioniert, weit \u00fcberlegen sind.<br \/>\nPVT l\u00e4sst sich wirklich sehr einfach zusammenfassen und es ist die Trumpfkarte f\u00fcr den Aufbau gro\u00dfer Vertrauenskonten. Kurz gesagt, wir machen das richtige Verhalten leichter und lohnender als das falsche Verhalten. Erreichen wir dies, wird sich der Vogel daf\u00fcr entscheiden, die richtigen Verhaltensweisen mehr zu zeigen.<br \/>\nMit PVT verwenden wir sehr wenig Zeit darauf, uns entweder auf das Stoppen unerw\u00fcnschten Verhaltens oder auf das, was V\u00f6gel nicht tun sollten zu konzentrieren. Statt dessen konzentrieren wir uns darauf, dem Vogel beizubringen, was er tun sollte. Was unerw\u00fcnschtes Verhalten angeht, bem\u00fchen Sie sich nicht, ihn dabei zu erwischen &#8211; konzentrieren Sie sich darauf, ihm beizubringen, wie er sich verhalten soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es leichter machen<\/strong><br \/>\nDas richtige Verhalten leichter zu machen bedeutet, alle die Dinge, die zum richtigen Verhalten motivieren oder demotivieren, zu arrangieren, bevor das Verhalten auftritt (Arrangement der Antezedenten). Ein K\u00e4fig mit einer kleinen T\u00fcr kann zum Beispiel einen gro\u00dfen Vogel demotivieren, heraus auf die Hand zu kommen und kann das Bei\u00dfen beg\u00fcnstigen. Schaffen Sie einen K\u00e4fig mit einer gr\u00f6\u00dferen T\u00fcr an, um das richtige Verhalten zu erleichtern.<br \/>\nEine Sitzstange nahe am Fenster kann dazu motivieren, am Fensterrahmen zu nagen und demotivierend wirken, statt dessen das angebotene Spielzeug zu benagen. Nehmen Sie die Sitzgelegenheit vom Fenster weg und geben Sie Spielzeug aus weicherem Holz. Um die Antezedenten erfolgversprechend zu arrangieren, pr\u00fcfen Sie die Umgebung, die Sie mit Ihrem Vogel teilen, mit anderen Augen. Jede Barriere, die Sie beseitigen, schafft eine \u00d6ffnung f\u00fcr erw\u00fcnschtes Verhalten und mindert sofort Ihre t\u00e4glichen Entnahmen aus dem Vertrauenskonto.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es lohnender machen<\/strong><br \/>\nVerhalten ist ein zweckdienliches Werkzeug. Wir verhalten uns aus einem bestimmten Grund. Genau wie Menschen w\u00e4hlen Tiere ihr Verhalten, um in jeder Situation Vorteile zu maximieren und Verluste zu minimieren. Mit positiver Verst\u00e4rkung arbeitende Lehrer wissen das und beziehen ganz besonders einen Faktor ein: Unsere Tiere sollten Aufforderungen folgen, weil sie die F\u00e4higkeit und die Motivation dazu haben und nicht, weil sie zum Verhalten gezwungen sind, damit sie einer Bestrafung entgehen. Wir sind daf\u00fcr verantwortlich, unsere Papageien die notwendigen F\u00e4higkeiten zu lehren und sicherzustellen, dass sie motiviert sind, diese entsprechend anzuwenden.<br \/>\nEs ist positive Verst\u00e4rkung, die unsere V\u00f6gel dazu motiviert, neue F\u00e4higkeiten zu lernen und sie im richtigen Moment anzuwenden. Ein positiver Verst\u00e4rker ist eine sofortige Konsequenz, die das Verhalten st\u00e4rkt. Wir k\u00f6nnen uns positive Verst\u00e4rker als Belohnung vorstellen, aber sie sind in Wirklichkeit viel wesentlicher als die oberfl\u00e4chliche Analogie zur Bestechung mit der Karotte, die ich f\u00fcr ein weiteres Beispiel des kulturellen Nebels halte. Denken Sie daran, Konsequenzen (Folgen, Ergebnisse &#8211; basierend auf Verhalten) sind der Grund unseres Verhaltens, wir verhalten uns, um sinnvolle Ergebnisse zu erzielen. Wenn nicht f\u00fcr einen Erfolg, wof\u00fcr verhalten wir uns dann?<br \/>\nPositive Verst\u00e4rker sind die internationale W\u00e4hrung bei unserem Vertrauenskonto. Um sie gut zu nutzen, stellen Sie sicher, dass die eingesetzten positiven Verst\u00e4rker sicher (zuverl\u00e4ssig), schnell (unmittelbar) und stark (erw\u00fcnscht) sind.<br \/>\nDem Papagei mit Hilfe von positiver Verst\u00e4rkung die ben\u00f6tigten F\u00e4higkeiten zu vermitteln nennt man Verhaltensformung. Um eine neue F\u00e4higkeit zu formen, wird das Zielverhalten in kleine Schritte aufgeteilt, die Ann\u00e4herungen hei\u00dfen. Jede Ann\u00e4herung wird so oft positiv verst\u00e4rkt, bis sie ohne Z\u00f6gern ausgef\u00fchrt wird, dann erst geht man zum n\u00e4chsten Schritt weiter. Immer nur einen Schritt zur Zeit vorangehen, bis das Zielverhalten ausgef\u00fchrt wird. Kleine Schritte, starke Verst\u00e4rker, und dann \u00fcben, \u00fcben, \u00fcben &#8211; so werden Vertrauenskonten schnell aufgebaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kann man ein zerbrochenes Vertrauensverh\u00e4ltnis wiederherstellen?<\/strong><br \/>\nKurze Antwort: Ja! Obgleich, die Stunde der Wahrheit schl\u00e4gt, wenn ein Problemverhalten auftritt.<br \/>\nDer K.O.-Schlag f\u00fcr ein Vertrauenskonto, das schon in roten Zahlen ist, ist falsche Information (und leider gibt es davon mehr als genug). Die Zerst\u00f6rung des Vertrauensverh\u00e4ltnisses zwischen Mensch und Vogel ist an der Tagesordnung, weil Menschen dem Rat folgen, ihre V\u00f6gel zu bestimmten Verhalten zu n\u00f6tigen, sie zu zwingen, das zu tun, was der Halter m\u00f6chte und zu bestrafen f\u00fcr Verhalten, die der Halter nicht sehen mag. Mitunter wird die Bestrafung mit neuen Begriffen getarnt, wie z. B. \u201eKorrektur&#8220; oder \u201eDisziplinieren&#8220;, aber der Dorn ist auch unter jedem anderen Namen genauso spitz wie vorher. Solchen Ratschl\u00e4gen zu folgen ist gleichbedeutend mit einem hohen Minusposten im Vertrauenskonto, und v\u00f6llig unn\u00f6tig.<br \/>\nUm das Verh\u00e4ltnis zwischen Ihnen und dem Vogel zur\u00fcck in schwarze Zahlen zu bringen, richten Sie die Art und Weise Ihres Denkens \u00fcber Problemverhalten neu aus. Problemverhalten werden in der Tat nicht durch Dominanz, Sturheit oder irgendein anderes abstraktes Konzept verursacht. Sie entstehen dann, wenn einem Papagei die F\u00e4higkeiten, die Motivation oder die positiven Erfahrungen fehlen, wie er sich richtig verhalten sollte.<br \/>\nBauen Sie ein zerst\u00f6rtes Verh\u00e4ltnis mit einem PVT-Plan neu auf. Der erste Schritt besteht darin festzulegen, was der Vogel anstelle des Problemverhaltens tun soll; finden Sie ein angemessenes alternatives Verhalten. Dann lehren Sie das alternative Verhalten mit dem Mittel der Verhaltensformung. Jeder positive Verst\u00e4rker, den Sie beim Umsetzen Ihres Lehrplans liefern, kommt einer Einzahlung in das Vertrauenskonto gleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispiel: Anstatt dem Vogel ins Gesicht zu pusten oder die Hand zu sch\u00fctteln, um das Bei\u00dfen zu reduzieren, bringen Sie Ihrem Vogel bei, aufrecht zu stehen, wenn er auf Ihrer Hand ist. Bei den ersten Schritten in diesem Unterrichtsplan m\u00fcssen Sie eventuell den Vogel mit einem kleinen Futterst\u00fcckchen in die aufrechte Position locken. Bieten Sie f\u00fcr das aufrechte Stehen kontinuierlich Leckerbissen an und halten Sie die \u00dcbungseinheit kurz. Nach gen\u00fcgend positiven \u00dcbungen sind Sie in der Lage, die kontinuierliche Gabe der Futterst\u00fcckchen langsam zugunsten von mehr allt\u00e4glichen Verst\u00e4rkern (Lob, ein L\u00e4cheln, ein Kraulen des Kopfes) zu reduzieren und die Dauer der \u00dcbungseinheiten zu verl\u00e4ngern.<br \/>\nEin weiteres Beispiel: Anstatt den Papagei mit unerwarteten lauten Ger\u00e4uschen zu erschrecken oder den K\u00e4fig zuzudecken (beides gro\u00dfe Minusposten auf dem Konto), um sein Geschrei zu mindern, bringen Sie Ihrem Papagei bei, Sie mit angenehmen Lauten zu rufen, indem sie alle tolerierbaren Laut\u00e4u\u00dferungen verst\u00e4rken. In diesem Falle k\u00f6nnte Aufmerksamkeit der st\u00e4rkste Verst\u00e4rker sein. Verst\u00e4rken Sie auch, wenn der Vogel sich selbstst\u00e4ndig mit seinen Spielzeugen besch\u00e4ftigt, sodass er von sich aus seltener nach Ihnen ruft. Eigenst\u00e4ndiges Spiel ist etwas, das wir definitiv vermehrt sehen wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ihnen Kontrolle geben<\/strong><br \/>\nDas Wichtigste, was ich in den 40 Jahren meiner Forschung \u00fcber Lernen und Verhalten gelernt habe ist, welche gro\u00dfen Vorteile es hat, Tieren die Kontrolle \u00fcber eigene signifikante Lebensereignisse zu \u00fcberlassen, wenn man ein gutes Vertrauensverh\u00e4ltnis schaffen m\u00f6chte.<br \/>\nObwohl es dem gesunden Menschenverstand zu widersprechen scheint, dank unseres kulturellen Nebels, beweist die Forschung, dass die Kontrolle \u00fcber Konsequenzen ein prim\u00e4rer Verst\u00e4rker ist, dies bedeutet, sie ist f\u00fcr das \u00dcberleben so essentiell wie Nahrung, Wasser und Obdach.<br \/>\nWenn Mangel an Kontrolle zum Lebensstil wird, zeigen Tiere ungesunde Extreme in Form von aggressivem Verhalten oder \u00fcberhaupt keinem Verhalten (das hei\u00dft, Apathie und Depression), beides schlimme Ergebnisse, die wir nur allzu oft bei gehaltenen Papageien sehen.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich gibt es Anl\u00e4sse, wo jedes Individuum etwas tun muss, das er\/sie nicht tun will, ein Papagei muss sich f\u00fcgen, wenn er f\u00fcr eine notwendige tier\u00e4rztliche Behandlung fixiert wird. Bei einem zu Beginn gro\u00dfen positiven Saldo k\u00f6nnen die meisten Beziehungen die gelegentliche Entnahme aus dem Vertrauenskonto verkraften.<br \/>\nEine sehr wichtige \u00dcberlegung ist dies: Es gibt eine starke Abh\u00e4ngigkeit zwischen der Gr\u00f6\u00dfe des Guthabens auf dem Vertrauenskonto eines Tieres und seiner F\u00e4higkeit, eine aversive Erfahrung zu verkraften. Diese F\u00e4higkeit, sich zu erholen, wird von Verhaltenspsychologen Belastbarkeit genannt. Der Aufbau gro\u00dfer Vertrauenskonten f\u00fchrt zu belastbaren Tieren.<br \/>\nEin Beispiel, wie man Tieren zu mehr Kontrolle verhelfen kann, ist der PVT-Ansatz f\u00fcr das Transportbox-Trai ning (bei Aufforderung in die Box gehen). Auch hier ist Verhaltensformung wieder das richtige Mittel f\u00fcr den Trainingsplan. Abh\u00e4ngig davon, welches Verhalten Ihr Papagei anbietet, k\u00f6nnte die erste zu verst\u00e4rkende Ann\u00e4herung sein, dass er nur zur Transportbox hinschaut; es folgen: sich zur Box hinbeugen, einen Schritt Richtung Box machen, zur Box hingehen, bei ge\u00f6ffneter T\u00fcr einen Fu\u00df auf den Rand der Box setzen, mit beiden F\u00fc\u00dfen auf dem Rand stehen, in die Box hineingehen, zur R\u00fcckseite der Box gehen, und schlie\u00dflich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ruhig in der Box stehen. Als n\u00e4chstes kann das Verhalten bei geschlossener T\u00fcr geformt werden, dann bei Bewegung der Box. Das ergibt hunderte von Gelegenheiten f\u00fcr Einzahlungen in das Vertrauenskonto.<br \/>\nEine Quelle f\u00fcr die Kontrolle durch den Papagei ist in diesem Training, dass der Vogel bei allen Ann\u00e4herungen das Tempo bestimmt. Eine weitere Gelegenheit, dem Papagei mehr Kontrolle zu geben, ist, ihm zu erlauben, die Box zu verlassen, wann immer er es will. Wenn der Vogel sich auch nur das kleinste bisschen unwohl zu f\u00fchlen scheint, \u00f6ffnen Sie die T\u00fcr sofort. Wenn die Verst\u00e4rker f\u00fcr das Bleiben in der Box st\u00e4rker sind als die Verst\u00e4rker f\u00fcr das Verlassen der Box, dann wird sich der Vogel f\u00fcr das Bleiben entscheiden, er allein hat die Kontrolle dar\u00fcber.<br \/>\nDurch die vielen positiven Wiederholungen wird sich Ihr Vogel daf\u00fcr entscheiden, bei geschlossener T\u00fcr ruhig in der Box zu sitzen, weil er die Erfahrung hat, er kann darauf vertrauen, dass der Verst\u00e4rker folgt. Auf diese Weise zu trainieren kann zu einer anderen Art von \u201eProblem&#8220; f\u00fchren, das es zu l\u00f6sen gilt &#8211; k\u00f6nnen Sie einen PVT-Trainingsplan erstellen, um einem Vogel, der es \u00fcber alles liebt, in seiner Box zu sitzen, beizubringen, die Box auf entsprechendes Signal hin zu verlassen? Diese Art von Problem hat man doch gerne!<br \/>\nMan l\u00e4sst sich leicht vom emotionalen Gehalt eines begeisternden Spruchs davontragen. Aber ein Spruch bleibt eine Ansammlung von leeren W\u00f6rtern, wenn wir ihn nicht in ein nutzbares Werkzeug verwandeln.<br \/>\nSich jede Interaktion mit unseren Papageien in Form von Einzahlungen in und Entnahmen aus gemeinsamen Vertrauenskonten vorzustellen hilft uns, daf\u00fcr aufmerksam zu sein, wie unsere Handlungen unser Verh\u00e4ltnis zu den Papageien festigen oder zerst\u00f6ren.<br \/>\nUm ein gro\u00dfes Vertrauenskonto aufzubauen, sollten positive Interaktionen die negativen Interaktionen um ein vielfaches \u00fcbertreffen. Belastbare Tiere stecken ein gelegentliches aversives Ereignis weg, aber es muss sichergestellt sein, dass das Verh\u00e4ltnis zwischen positiven und negativen Interaktionen wirklich gro\u00df gehalten wird. Dies ist der Weg, um das Verh\u00e4ltnis zum Vogel wieder zur\u00fcck in den positiven Bereich zu f\u00fchren. Erlauben Sie Ihren Papageien die wirklich gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Kontrolle \u00fcber ihre Umwelt. Summa summarum, arrangieren Sie die Umwelt, sodass richtiges Verhalten leichter f\u00e4llt und mehr verst\u00e4rkend ist, und Ihre Papageien werden die richtige Wahl treffen.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung von Dagmar Heidebluth und Marcus von Kreft.<br \/>\n<\/em><em>Weitere Artikel von ihr finden Sie auf ihrer Webseite <\/em><a href=\"http:\/\/www.behaviorworks.org\" target=\"_blank\"><em>www.behaviorworks.org<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein zerbrochenes Vertrauensverh\u00e4ltnis wieder herstellen &#8222;Zur\u00fcck in die schwarzen Zahlen&#8220; Originaltitel: Back in the Black &#8211; Rebuild a bankrupt relationship, von Susan G. Friedman, Ph.D; Susan (G. 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