{"id":76,"date":"2015-07-05T12:52:41","date_gmt":"2015-07-05T10:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=76"},"modified":"2015-10-19T08:14:43","modified_gmt":"2015-10-19T06:14:43","slug":"seit-wann-gibt-es-hunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/seit-wann-gibt-es-hunde\/","title":{"rendered":"Seit wann gibt es Hunde"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Seit wann gibt es Hunde<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Pinscher bis zur Dogge&#8230; Hunde sind eindeutig Nachfahren von W\u00f6lfen. Doch wann der Mensch begann, den Wolf zum Hund zu machen, ist immer noch nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Nun legen genetische Untersuchungen eines 35.000 Jahre altes Wolfsfossils nahe: Die Domestikationsgeschichte k\u00f6nnte mindestens schon 27.000 bis 40.000 Jahre zur\u00fcckreichen und nicht nur 16.000 Jahre, wie bisherige genetische Analysen vermuten lie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Studien, die sich mit der Entwicklungsgeschichte des Hundes befasst haben, kamen bislang zu keinen eindeutigen Ergebnissen. Einige Untersuchungen haben sich mit anatomischen Merkmalen von Fossilien befasst. Sie fanden Hinweise auf hundeartige Eigenschaften bei bis zu 36.000 Jahre alten Funden. Diese Ergebnisse gelten aber nicht als Beweise, denn die anatomischen Abgrenzungen zum Wolf sind wegen ihrer geringen Auspr\u00e4gung nicht eindeutig. Auch genetische Untersuchungen lieferten bisher keine zweifelsfreien Daten. Sie beruhen auf Hochrechnungen anhand der sogenannten molekularen Uhr. Es handelt sich um ein Verfahren zur Bestimmung des Zeitpunkts der Aufspaltung zweier Arten von einem gemeinsamen Vorfahren. Dabei dient die Mutationsrate im Erbgut als Anhaltspunkt: Je mehr Mutationen zwei Arten unterscheiden, desto l\u00e4nger liegt ihre Aufspaltung zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ist die molekulare Uhr richtig kalibriert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der knifflige Punkt bei dieser Methode ist: Man muss die H\u00e4ufigkeit von Mutationen pr\u00e4zise erfassen k\u00f6nnen, um so die Taktgeschwindigkeit der molekularen Uhr richtig zu kalibrieren. Im Fall von Hund und Wolf kamen die neusten Datierungen anhand der molekularen Uhr zu dem Ergebnis, dass die Trennung der beiden Entwicklungslinien erst vor etwa 16.000 Jahren stattgefunden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aktuelle Studie der Forscher um Love Dal\u00e9n of the Swedish Museum of Natural History in Stockholm basieren auf der Untersuchung von \u00dcberresten eines Wolfes von der sibirischen Taimyrhalbinsel. Radiokarbondatierungen zufolge streifte er vor 35.000 Jahren durch die dortige Tundra. Den Wissenschaftlern gelang es, dem Fund Erbmaterial zu entlocken, das sie anschlie\u00dfend sequenzierten. Vergleiche dieser DNA mit der von heutigen W\u00f6lfen und Hunden offenbarte dann: Der Tamir-Wolf entstammte einer Population, die nahe der Aufspaltung der Entwicklungslinien zum heutigen Wolf und Hund existiert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fr\u00fchere Domestikation als bisher gedacht<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_181\" aria-describedby=\"caption-attachment-181\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-181 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/hith-dog1-300x199.jpg\" alt=\"Hundebestattung in Sibirien (Quelle: PLoSONE.org) \" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/hith-dog1-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/hith-dog1.jpg 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-181\" class=\"wp-caption-text\">Hundebestattung in Sibirien (Quelle: PLoSONE.org)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anhand der genetischen Informationen des Tieres konnten die Forscher zudem die Mutationsraten bei Wolf und Hund feiner bestimmen \u2013 also die molekulare Uhr neu kalibrieren. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sie deutlich langsamer tickt, als bisherige Studien angenommen hatten. Mit anderen Worten: &#8222;Hunde k\u00f6nnten schon viel fr\u00fcher als allgemein angenommen domestiziert worden sein&#8220;, so Dal\u00e9n. Anhand ihrer Ergebnisse kommen die Forscher nun zu einem Zeitrahmen von 27.000 bis 40.000 Jahren. Dies w\u00fcrde sich mit den Ergebnissen der anatomischen Untersuchungen von fossilen Funden decken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Zeitspanne kam es den Forschern zufolge wohl mehrmals parallel zur Domestikation des Wolfes und damit zur Entwicklung des Hundes. Fr\u00fchere Studien kamen ebenfalls zu dieser Schlussfolgerung. Dal\u00e9n und seinen Kollegen konnten zudem zeigen, dass Tamir-W\u00f6lfe offenbar auch noch einmal sp\u00e4ter in nordische Hundelinien eingekreuzt wurden: Sibirische Huskys und gr\u00f6nl\u00e4ndische Schlittenhunde tragen entsprechende genetische Spuren. Es hie\u00df also wohl gleich mehrfach in der Domestikationsgeschichte: Es war einmal ein Wolf, der schloss Freundschaft mit Menschen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: Wissenschaft.de<br \/>\nOriginalarbeit der Forscher: Current Biology, doi: 10.\u200b1016\/\u200bj.\u200bcub.\u200b2015.\u200b04.\u200b019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit wann gibt es Hunde Vom Pinscher bis zur Dogge&#8230; Hunde sind eindeutig Nachfahren von W\u00f6lfen. Doch wann der Mensch begann, den Wolf zum Hund zu machen, ist immer noch nicht eindeutig gekl\u00e4rt. 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