{"id":441,"date":"2015-07-13T17:47:02","date_gmt":"2015-07-13T15:47:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=441"},"modified":"2015-07-13T17:50:11","modified_gmt":"2015-07-13T15:50:11","slug":"der-hund-als-statussymbol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/der-hund-als-statussymbol\/","title":{"rendered":"Der Hund als Statussymbol?"},"content":{"rendered":"<h1><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Der Hund als Statussymbol?<\/span><\/h1>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Er hat das Image als Eisbrecher beim Flirt im Park. Aber welche sozialen Funktionen Hunde f\u00fcr ihre Besitzer haben, ob Hunde Statussymbole sein k\u00f6nnen und welche Hunde zur Zeit modern sind, ist bislang kaum erforscht. Auf einer Tagung ist die Soziologie auf den Hund gekommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Wir haben drei Shiba Inus, das sind japanische Rassehunde und durch das Halten von diesen Shiba Inus bin ich zum ersten Mal an dieses Thema herangekommen, da ich einfach an mir selbst gemerkt habe, dass Menschen mir anders begegnen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Menschen mit Hunden begegnen all\u00fcberall auf Stra\u00dfen und in Parks. Hundemagazine stehen in jeder Bahnhofsbuchhandlung. Die Kynologie ist die Wissenschaft vom Hund. Aber welche sozialen Funktionen Hunde f\u00fcr ihre Besitzer haben, ob Hunde Statussymbole sein k\u00f6nnen und was f\u00fcr Hunde zur Zeit modern sind, ist bislang kaum erforscht.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_412\" aria-describedby=\"caption-attachment-412\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-412\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nicole_burzan-300x199.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Nicole Burzan \" width=\"300\" height=\"199\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-412\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Nicole Burzan<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Wir haben festgestellt, dass es sehr viel zu Mensch und Hund gibt, aber gar nicht so viel, wie die hundevermittelte Mensch-Mensch-Interaktion ist, also wie sich ein Hund, der da mit Gassi geht, wie sich das auswirkt, wie Menschen Zugeh\u00f6rigkeiten markieren oder Abgrenzungen, ob es nicht soziale Schubladen gibt, welche Menschen welche Hunde haben.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Noch viel zu erforschen<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Bislang, so die beiden Soziologen Professorin Nicole Burzan und Professor Ronald Hitzler von der Uni Dortmund, ist die Soziologie noch viel zu wenig &#8222;auf den Hund gekommen&#8220;. Deshalb veranstalteten beide in der letzten Woche eine gleichnamige Tagung zum Thema. Zusammengetragen wurde da, was \u00fcber Herrn und Hund bereits bekannt, vor allem aber, was noch zu erforschen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Was man sicher sagen kann, es gibt diese Modehunde, es gibt so japanische Hunde, die kannten wir vor ein paar Jahren nicht und die sind dann \u00fcber irgendwelche Filme hier popul\u00e4r geworden. Auf der anderen Seite, der Dackel wird langsam zu einem richtig raren Viech, vor allem der Kurzhaardackel. Auch der Pinscher ist einer, der im Augenblick nicht in Mode ist.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Hunderassen sind also gewissen Moden unterworfen. Doch wer schm\u00fcckt sich mit welchem Hund? Gibt es sozusagen feine Hundeunterschiede, die deutlich machen, welcher sozialen Schicht sein Herrchen oder Frauchen zugeh\u00f6rt?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Prinzipiell kann man sagen, in b\u00fcrgerlichen Milieus ist ein Rassehund erst mal mehr wert als ein Mischling. In bestimmten Milieus ist das nicht so. Nicht nur Punks, sondern das linksliberale Alternativmilieu&#8230; Die lieben ihre Mischlinge. So wie man immer noch sagen kann, wer einen deutschen Sch\u00e4ferhund hat, ist h\u00f6chstwahrscheinlich nicht gerade auf der Linksfront zu suchen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Carina Kradischnig, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Uni Granz besch\u00e4ftigt sich zurzeit mit der Bedeutung von Rassehunden f\u00fcr das Image ihrer Besitzer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Es gibt einerseits jene Rassehundebesitzer, die Rassehunde halten aus einem hedonistischen Bestreben nach Luxus, denen ist es nicht so wichtig, dass der Rassehund als solcher erkennt wird.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Aber dann gibt es eben auch &#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;&#8230; diese statusbed\u00fcrftigen Konsumenten, die halten sich einen Rassehund, ein Boot, ein Haus, einen Porsche, das geh\u00f6rt einfach dazu wie ein Objekt.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Die Rasse des Hundes dr\u00fcckt das eigene Selbstverst\u00e4ndnis aus<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Oder Hunde werden gehalten, um einen bestimmten Lebensstil zu unterstreichen &#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Die Nachahmung von bestimmten Pers\u00f6nlichkeiten, Paris Hilton und ihr Chihuahua, die Queen und ihre Corgis. Wolfshund, Afghane oder auch ein Shar Pei, das sind Rassen, die von allem aus Motiven der Einzigartigkeit, also Abhebung, gehalten werden. Und dann andere Rassen, zum Beispiel ein Golden Retriever oder auch ein Weimaraner sind Rassen, die vor allem aus Motiven der Bezugsgruppenzugeh\u00f6rigkeit &#8211; nicht anecken &#8211; gehalten werden. Und aus diesen Gr\u00fcnden werden dann die stigmatisierten Kampfhunde von solchen Menschen nicht gehalten.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Kampfhunde dagegen &#8211; Pitbulls, Bullterrier und \u00e4hnliche Rassen &#8211; sind im kriminellen Milieu ein Statussymbol, best\u00e4tigte Christian Schmidt, Soziologe an der Uni Dortmund. Denn nat\u00fcrlich ist es nicht verwunderlich, &#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;&#8230; dass randst\u00e4ndige stigmatisierte Leute sich eher mit Hunderassen identifizieren k\u00f6nnen, die ebenso stigmatisiert sind wie sie selbst. Es gibt schon auch die F\u00e4lle, in denen sich Leute diese Hunde als Accessoire missbrauchen, um m\u00f6glichst b\u00f6sartig oder abschreckend r\u00fcberzukommen &#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Allerdings wies Christian Schmidt darauf hin, dass Pitbulls auch in b\u00fcrgerlichen Milieus gehalten werden. Und dass das Image bestimmter Hunderassen durchaus wechseln kann. Der Pitbull n\u00e4mlich war Anfang des 20. Jahrhunderts keineswegs als b\u00f6se Bei\u00dfbestie verschrien.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;&#8230; dass zum Beispiel so ein Hund wie der Sergeant Stubby ein Kriegsheld war im ersten Weltkrieg, mit 17 Eins\u00e4tzen, dekoriert als Kriegsheld&#8230; Dass der Hund das Image hatte eines Nanny Dog, der auf die Kinder aufpasst, wenn die Eltern arbeiten gehen, Maskottchen an Universit\u00e4ten war&#8230; Und so weiter. Und am Ende, als die Stigmatisierung abgeschlossen war, der Hund der Inbegriff des b\u00f6sartigen Haustiers war&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">K\u00f6nnen Hunde den Soziologen T\u00fcren \u00f6ffnen?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Mitveranstalterin der Tagung Nicole Burzan, Spezialistin f\u00fcr die Soziologie Sozialer Ungleichheiten, m\u00f6chte dar\u00fcber forschen, wie deutlich Hunde die sozialen Standorte ihrer Besitzer markieren, ob hundevermittelte Begegnungen zwischen Menschen soziale Grenzen eher bef\u00f6rdern oder m\u00f6glicherweise \u00fcberwinden. Oder ob &#8222;reiche Hunde&#8220; anders erzogen und ern\u00e4hrt werden als andere. Und &#8211; ob Hunde wissbegierigen Soziologen m\u00f6glicherweise T\u00fcren \u00f6ffnen, die sonst f\u00fcr sie verschlossen bleiben. Ronald Hitzler:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">&#8222;Was Nicole Burzan in ihrer zur\u00fcckhaltenden Art nicht gesagt hat, sie hat ein Interesse an einer bestimmten Art von Hunden, n\u00e4mlich Elitenhunden, und damit meinen wir nicht besondere Hunde, sondern Hunde von besonderen Leuten. Also klassische Oberschicht. Also Soziologen k\u00f6nnen vieles, aber was sie nicht k\u00f6nnen, ist Oberschichtforschung machen. Warum? Weil sie Kleinb\u00fcrger sind und sich nicht benehmen k\u00f6nnen, wie man sich da benimmt. Und wir haben uns \u00fcberlegt, der Hund k\u00f6nnte ein sch\u00f6ner T\u00fcr\u00f6ffner sein.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">Quelle: Deutschlandfunk (Ingeborg Breuer)<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hund als Statussymbol? Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Er hat das Image als Eisbrecher beim Flirt im Park. 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