{"id":294,"date":"2015-07-12T13:07:37","date_gmt":"2015-07-12T11:07:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=294"},"modified":"2015-07-12T13:07:37","modified_gmt":"2015-07-12T11:07:37","slug":"geheimnissen-des-hundeblicks-auf-der-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/geheimnissen-des-hundeblicks-auf-der-spur\/","title":{"rendered":"Geheimnissen des Hundeblicks auf der Spur"},"content":{"rendered":"<h1>Geheimnissen des Hundeblicks auf der Spur<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geliebtes Herrchen \u2013 geliebter Vierbeiner: Japanische Forscher haben die Schl\u00fcsselrolle des Blickkontakts f\u00fcr die beidseitige emotionale Bindung zwischen Mensch und Hund aufgezeigt. Augenkontakt f\u00fchrt bei beiden Partnern demnach zur Bildung des \u201eKuschelhormons&#8220; Oxytocin. Zwischen der Aussch\u00fcttung dieses sozialen Bindemittels und dem emotionalen Verhalten bildet sich dann eine Art selbstverst\u00e4rkende R\u00fcckkopplungsschleife aus, sagen die Forscher. Beim Umgang mit zahmen W\u00f6lfen ist dies interessanterweise nicht der Fall, zeigten die Versuche.<\/p>\n<figure style=\"width: 499px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Hundeblick.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-295\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Hundeblick.jpg\" alt=\"Foto: noelife.it\" width=\"499\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Hundeblick.jpg 499w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Hundeblick-300x167.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Foto: noelife.it<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beziehung zwischen Mensch und Hund ist einzigartig \u2013 das belegen bereits viele Studien. Die Vierbeiner besitzen Intelligenz, die der unsrigen \u00e4hnelt und sie nutzen ihre Begabungen gezielt, um mit uns in Kontakt zu treten. So zeigen sie einige F\u00e4higkeiten und Verhaltensweisen, die auch den Umgang von Menschen untereinander pr\u00e4gen. Besonders bemerkenswert ist dabei die emotionale Komponente der Mensch-Hund-Beziehung: Hunde scheinen uns zu lieben und viele Menschen erwidern diese Zuneigung intensiv.<br \/>\nFr\u00fchere Untersuchungen haben bereits nahegelegt, dass dabei sowohl beim Hund als auch beim Menschen das Hormon Oxytocin eine Rolle spielen k\u00f6nnte. Bei Tier und Mensch kommt diesem Botenstoff eine wichtige Funktion bei der Bindung zwischen Individuen der gleichen Art zu. Oxytocin pr\u00e4gt dabei vor allem die Mutter-Kind, aber auch die Partnerbindung. Der Bedeutung des prominenten Hormons bei der emotionalen Mensch-Hund-Beziehung sind die Forscher um Miho Nagasawa von der Azabu University in Sagamihara nun gezielt durch Versuche nachgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Kuschelhormone pr\u00e4gen die Mensch-Hund-Beziehung<\/strong><\/span><br \/>\nSie analysierten dazu das Interaktionsverhalten von Hunden und ihren Besitzern in einem Versuchsraum f\u00fcr 30 Minuten. Anschlie\u00dfend untersuchten sie den Oxytocin-Gehalt im Urin beider Partner. Die Auswertungen deckten dabei einen klaren Zusammenhang zwischen der H\u00e4ufigkeit von Blickkontakten und der Hormonaussch\u00fcttung auf: Je intensiver Hund und Herrchen w\u00e4hrend der 30 Minuten in Augenkontakt gestanden hatten, desto h\u00f6her lag der Oxytocinspiegel in ihren K\u00f6rpern.<br \/>\nDaraus schlie\u00dfen die Forscher, dass eine selbstverst\u00e4rkende R\u00fcckkopplungsschleife das\u00a0 Interaktionssystem pr\u00e4gt: Blickkontakt erh\u00f6ht bei beiden Partnern die Aussch\u00fcttung von Oxytocin, was zu mehr Zuwendung und Augenkontakt f\u00fchrt und dadurch wiederum erneut zur Hormonaussch\u00fcttung. Diesen Ablauf konnten die Forscher durch ein weiteres Experiment best\u00e4tigen: Einige Versuchstiere reagierten auf ein Oxytocin-Nasenspray mit mehr Blickkontaktsuche zu ihrem Herrchen. Dies erh\u00f6hte wiederum die Zuwendung der Halter zum Tier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Ein zahmer Wolf ist nicht wie ein Hund<\/strong><\/span><br \/>\nIst das nun typisch f\u00fcr den Hund, oder kann sich ein solches System auch beim Umgang mit seinem wilden Vorfahren &#8211; dem Wolf &#8211; herausbilden? Dieser Frage gingen die Wissenschaftler ebenfalls experimentell nach. Dazu beobachten sie die Interaktion zahmer W\u00f6lfe mit ihren vertrauten Menschen. Es zeigte sich: Obwohl die W\u00f6lfe wie Hunde gehalten wurden, suchten sie wenig den Blickkontakt mit ihren Herrchen und bei beiden Partnern blieb auch das Oxytocin-Niveau niedrig. Dies deckt sich mit fr\u00fcheren Forschungsergebnissen, dass Hunde im Gegensatz zu ihren Vorfahren deutlich mehr Kommunikationsbereitschaft mit dem Menschen an den Tag legen.<br \/>\nDie aktuellen Ergebnisse weisen damit auf einen Knackpunkt bei der Domestikation des Hundes hin: Bei seiner zunehmend starken Fixierung auf den Menschen passte er sich auch an die typisch menschliche Kontaktaufnahme durch Blicke an und verschaffte sich damit Zutritt zu unseren innerartlichen Bindungsmechanismen. Der sprichw\u00f6rtliche Hundeblick wurde somit zu einem Fundament der herzlichsten aller Beziehung zwischen Mensch und Tier.<br \/>\n<em>Science: 10.1126\/science.1261022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geheimnissen des Hundeblicks auf der Spur Geliebtes Herrchen \u2013 geliebter Vierbeiner: Japanische Forscher haben die Schl\u00fcsselrolle des Blickkontakts f\u00fcr die beidseitige emotionale Bindung zwischen Mensch und Hund aufgezeigt. Augenkontakt f\u00fchrt bei beiden Partnern demnach zur Bildung des \u201eKuschelhormons&#8220; Oxytocin. Zwischen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4,7],"tags":[],"class_list":["post-294","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-gesundheit","category-wissenschaftliches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=294"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":296,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/294\/revisions\/296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}