{"id":266,"date":"2015-07-12T12:28:05","date_gmt":"2015-07-12T10:28:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=266"},"modified":"2015-07-12T12:44:16","modified_gmt":"2015-07-12T10:44:16","slug":"hunde-haben-einen-blick-fuer-emotionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/hunde-haben-einen-blick-fuer-emotionen\/","title":{"rendered":"Hunde haben einen Blick f\u00fcr Emotionen"},"content":{"rendered":"<h1>Hunde haben einen Blick f\u00fcr Emotionen<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diesem Bild schaut jemand fr\u00f6hlich&#8230; auf dem anderen zornig: Wir erkennen am Gesichtsausdruck unserer Mitmenschen, in welcher Emotionslage sie sich befinden. Genau das beherrschen Hunde offenbar auch, belegen Experimente \u00f6sterreichischer Forscher: Die Vierbeiner k\u00f6nnen per Nasenstupser an einem Touchscreen zwischen w\u00fctenden und freundlichen Gesichtern unterscheiden. Den Wissenschaftlern zufolge f\u00fchrt die enge Mensch-Tier-Beziehung dazu, dass Hunde Aspekte der nonverbalen Kommunikation des Menschen verstehen.<br \/>\nDer beste Freund des Menschen im Fokus der Wissenschaft: Diesem Motto widmen sich Verhaltensforscher des Messerli Forschungsinstitutes in Wien schon seit einiger Zeit. Das Team um Ludwig Huber geht dabei der Frage nach, ob sich Hunde in die Gef\u00fchlswelt von Artgenossen oder Menschen einf\u00fchlen k\u00f6nnen. Sie haben in diesem Zusammenhang\u00a0 bereits gezeigt, dass Hunde die Gesichter verschiedener Menschen auf Bildern unterscheiden k\u00f6nnen. Bei ihrer aktuellen Studie sind sie dabei nun weiter ins Detail gegangen: Sie pr\u00e4sentierten ihren Vierbeinern jeweils ein fr\u00f6hliches und ein zorniges Frauengesicht nebeneinander auf einem Touch-Screen.<br \/>\nHundenasen stupsen einen Touchscreen an<\/p>\n<figure id=\"attachment_269\" aria-describedby=\"caption-attachment-269\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-269 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/clever_dog_lab-300x226.png\" alt=\"\u00a9 Anjuli Barber, Messerli Research Institute\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/clever_dog_lab-300x226.png 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/clever_dog_lab.png 693w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-269\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Anjuli Barber, Messerli Research Institute<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die tierischen Probanden einer Versuchsgruppe bekamen eine Belohnung, wenn sie fr\u00f6hliche Gesichter anstupsten. Einer anderen Gruppe hatten die Forscher hingegen beigebracht, auf zornige Gesichter zu reagieren. Um auszuschlie\u00dfen, dass sich die Tiere nur an kaum \u00fcbersehbaren Bildunterschieden wie hervortretenden Z\u00e4hnen oder Zornesfalten orientieren, zerteilten die Wissenschaftler die Bilder horizontal. Die Hunde bekamen w\u00e4hren der Trainingsphasen somit entweder nur die Augen- oder die Mundpartie zu sehen.<br \/>\nDie Auswertungen der Forscher zeigten: Die meisten Hunde lernten tats\u00e4chlich zwischen fr\u00f6hlichen und zornigen Gesichtsh\u00e4lften zu unterscheiden. Dies gelang ihnen auch spontan bei komplett neuen Gesichtern und wenn die Wissenschaftler ihnen Gesichtsh\u00e4lften pr\u00e4sentierten, die sie in der \u00dcbungsphase nicht zu sehen bekommen hatten.<br \/>\nMit fr\u00f6hlichen Gesichtern klappt&#8217;s besser<br \/>\nBei den Detailauswertungen zeigte sich zudem ein interessanter Aspekt: Hunde, die auf fr\u00f6hliche Menschengesichter reagieren sollten, waren erfolgreicher, als jene, die nur die zornigen Gesichter anzeigen sollten. \u201eEs sieht so aus, als w\u00fcrden die Hunde Hemmungen haben, zornige Gesichter anzustupsen&#8220;, sagt der Huber. \u201eWir gehen davon aus, dass die Hunde bei dieser \u00dcbung aus ihrer Erinnerung sch\u00f6pfen. Sie erkennen einen Gesichtsausdruck, den sie bereits abgespeichert haben&#8220;, erkl\u00e4rt der Erstautor Corsin M\u00fcller. \u201eWir vermuten, dass Hunde, die keine Erfahrungen mit Menschen haben, schlechter abschneiden w\u00fcrden oder die Aufgabe gar nicht l\u00f6sen k\u00f6nnten.&#8220;<br \/>\nTests mit W\u00f6lfen sollen folgen<br \/>\nDie Ergebnisse legen nahe, dass Hunde im Umgang mit dem Menschen auch ihren Sehsinn intensiv nutzen, obwohl sie eigentlich eher als\u00a0 H\u00f6r \u2013 und Nasentiere gelten: Sie sind f\u00fcr die enorme Leistung ihres Geruchs- und Geh\u00f6rsinns bekannt &#8211; der Sehsinn der Vierbeiner ist jedoch etwa sieben Mal schlechter entwickelt als bei uns. \u201eDass Hunde die menschliche Gef\u00fchlswelt auf diese Art wahrnehmen k\u00f6nnen, war bisher noch nicht bekannt. Um die Entwicklung dieser F\u00e4higkeiten noch besser zu verstehen, wollen wir diese Tests am Touch-Screen in Zukunft auch mit W\u00f6lfen am Wolf Science Center durchf\u00fchren&#8220;, so Huber.<br \/>\n<em>Quellen: Current Biology, doi: 10.1016\/j.cub.2014.12.055, Mitteilung der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunde haben einen Blick f\u00fcr Emotionen Auf diesem Bild schaut jemand fr\u00f6hlich&#8230; auf dem anderen zornig: Wir erkennen am Gesichtsausdruck unserer Mitmenschen, in welcher Emotionslage sie sich befinden. 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