{"id":1654,"date":"2024-08-14T08:35:58","date_gmt":"2024-08-14T06:35:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1654"},"modified":"2024-08-14T08:57:34","modified_gmt":"2024-08-14T06:57:34","slug":"spiegelgesetz-und-hunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/spiegelgesetz-und-hunde\/","title":{"rendered":"Spiegelgesetz wirkt auch auf Hunde"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das Spiegelgesetz &#8211; Stimmungs\u00fcbertragung: Das Spiegelgesetz besagt, dass die \u00e4u\u00dfere Welt oft ein Spiegelbild der inneren Einstellungen und \u00dcberzeugungen ist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-thumbnail is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz-150x150.jpg\" alt=\"Wirkt das Spiegelgesetz auch auf Hunde\" class=\"wp-image-1657\" style=\"object-fit:cover;width:310px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz-230x230.jpg 230w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Sie werden die Situation kennen: Sie kommen genervt von der Arbeit nach Hause, sperren die T\u00fcre auf und Ihnen kommt ein geradezu strahlender Hund entgegen, der sich vor Gl\u00fcck, dass Sie wieder bei ihm sind, gar nicht mehr einkriegt. Ein Blick auf das freudige Gesicht und den aufgeregt wedelnden Schwanz kann selbst an Tagen wie diesen bei Ihnen f\u00fcr gute Laune sorgen. Mit der Sekunde vergessen Sie jeden \u00c4rger und f\u00fchlen sich besser, wenn nicht sogar richtig wohl. F\u00fcr Sie beide startet ein sch\u00f6ner Feierabend: Sie brechen freudig zum gemeinsamen Spaziergang auf, begegnen bereits auf den ersten Metern dem Erzfeind Ihres Hundes, dessen Bellen ihn heute nicht zu reizen scheint, gehen zusammen auf die Hundewiese und kehren etwas sp\u00e4ter entspannt und zufrieden wieder nach Hause zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Sie kennen vielleicht auch dies: Sie kommen genervt von der Arbeit nach Hause, sperren die T\u00fcr auf und Ihnen kommt ein geradezu strahlender Hund entgegen, der sich vor Gl\u00fcck, dass Sie wieder bei ihm sind, gar nicht mehr einkriegt. Sie nehmen die Freude gar nicht richtig wahr, lassen die Schuhe gleich an und schnappen sich ihn sofort f\u00fcr die notwendige Gassirunde. Bereits auf den ersten Metern begegnen Sie seinem Erzfeind. Ihre Stimmung sinkt schlagartig weiter in den Keller, Ihr Hund regt sich auf wie schon lange nicht mehr, Sie werden noch gereizter, weil die Begegnungen in letzter Zeit doch ganz gut zu laufen schienen, ma\u00dfregeln Ihren Hund und beschlie\u00dfen umzukehren. Mit einem erholsamen Spaziergang, bei dem Sie eigentlich von der Arbeit haben entspannen wollen, hat das nichts zu tun. Weder Sie noch Ihr Hund empfinden in dieser kurzen Zeit auch nur einen Hauch Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Emotional gesehen liegen zwei exakt gleiche Ausgangssituation vor, die allerdings verschieden enden. Denken Sie vielleicht, das k\u00f6nnte an Ihnen liegen, dann liegen Sie mit Ihrer Annahme richtig. Neue Studien haben n\u00e4mlich gezeigt, dass Hunde menschliche Emotionen nicht nur lesen k\u00f6nnen, also genau wissen, wie sich Ihre Menschen gerade f\u00fchlen, sie lassen sich sogar von ihnen anstecken. \u00c4hnlich wie Kleinkinder sich an ihren Eltern orientieren, um zu erfahren, wie sie auf andere Menschen und die Welt um sie herum reagieren sollen, suchen Hunde nach Anzeichen bei ihren Haltern, um Situationen besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Strahlen Halter Ruhe, Gelassenheit und Selbstbewusstsein aus, bedeutet das f\u00fcr Hunde, dass die Umgebung momentan sicher ist. Haben Sie jedoch Angst, sind aufgeregt oder w\u00fctend, dann tun Hunde es ihnen gleich.<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Aber warum reagieren Hunde so deutlich auf ihre Halter? <\/p>\n\n\n\n<p>Lange Zeit sind Forscher davon ausgegangen, dass die emotionale \u00dcbertragung f\u00fcr die Hunde w\u00e4hrend ihrer Domestizierung Teil einer \u00dcberlebensstrategie war. Hunde, die die Gef\u00fchle ihrer Besitzer haben lesen und teilen k\u00f6nnen, haben bessere \u00dcberlebenschancen gehabt und sind besser behandelt worden. Dieser Blick auf die Dinge hat sich in der letzten Zeit jedoch gewandelt. Eine Studie aus Japan belegt, dass die enge Bindung und die gemeinsame Lebenserfahrung von Hund und Halter der Grund sind, und zwar aufgrund der Aussch\u00fcttung von Oxytocin w\u00e4hrend ihrer Interaktionen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wissenschaftliche Grundlage<\/p>\n\n\n\n<p>Laut einer weiteren japanischen Studie aus dem Jahr 2019 nimmt die Intensit\u00e4t der emotionalen \u00dcbertragung zwischen Halter und Hund immer weiter zu, je mehr Zeit beide miteinander verbringen. Das erfordert Empathie und auch die F\u00e4higkeit, sich in den anderen hineindenken zu k\u00f6nnen. Wissenschaftler sprechen von der \u201eTheory of Mind\u201c. Diese F\u00e4higkeiten besitzen Menschen, Hunde aber eben auch. Doch wie kommt es dazu?<\/p>\n\n\n\n<p>Giacomo Rizzolatti, ein italienischer Hirnforscher der Universit\u00e4t in Parma, hat bereits 1991 das sogenannte Erdnussexperiment mit Affen gestartet. Damit hat er nachweisen k\u00f6nnen, dass im Affengehirn die gleichen neuralen Prozesse ablaufen, egal ob der Affe eine Handlung selbst ausf\u00fchrt oder diese nur beobachtet. Ob er eine Nuss findet, danach greift und diese verspeist oder durch eine Glasscheibe beobachtet, wie ein Artgenosse das tut \u2013 die Abl\u00e4ufe im Gehirn des Affen sind dieselben. Die Nervenzellen, die beim Beobachten die gleichen Reaktionen hervorrufen wie beim selbstst\u00e4ndigen Handeln, hat Rizzolatti Spiegelneuronen genannt. Seit seiner Entdeckung sind Spiegelneuronen zum weltweiten Objekt der Forschung geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch Spiegelneuronen wird also eine Stimmung von einem Lebewesen zu einem anderen oder gar mehreren Lebewesen \u00fcbertragen. Ist beispielsweise Ihr Freund traurig, weil er gerade seinen Hund hat gehen lassen m\u00fcssen, dann sind Sie es auch. Im Ergebnis f\u00fchrt das dazu, dass sich alle synchron verhalten, sich genauso f\u00fchlen und oftmals auch das Gleiche tun, wie Sie und Ihr Freund etwa: Weinen. Es ist in einer Gruppe in manchen Situationen wichtig, dass alle an einem Strang ziehen, etwa bei Herdentieren, wenn diese zeitgleich vor Raubtieren fl\u00fcchten, um ihnen so die Jagd zu erschweren. Auch zwischen Ihnen und Ihrem Hund gibt es Stimmungs\u00fcbertragungen, und zwar in beide Richtungen, also von Ihnen auf Ihren Hund, und umgekehrt, wie Sie in den Eingangsbeispielen haben sehen k\u00f6nnen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Zwischen Mensch und Hund gibt es Stimmungs\u00fcbertragungen in beide Richtungen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-medium is-resized is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1667\" style=\"width:310px\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02-270x270.jpg 270w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02-230x230.jpg 230w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Spiegelgesetz02.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn Sie Ihren Hund aufgrund dessen einmal genauer beobachten, werden Sie feststellen, wie h\u00e4ufig er sich an Ihnen orientiert. Fangen Sie pl\u00f6tzlich an zu h\u00fcpfen, wird Ihr Hund ebenfalls fr\u00f6hlich umherspringen. K\u00f6nnen Sie Ihren Nachbarn partout nicht leiden, wird sich Ihr Hund mit Ihnen solidarisieren. Lange sind Forscher davon ausgegangen, dass Hunde nur in der Lage sind, das Handeln anderer Lebewesen zu spiegeln. Es wird heute jedoch vermutet, dass die Spiegelneuronen auch daran beteiligt sind, wenn es um Emotionen und Gef\u00fchle geht \u2013 und zwar nicht nur interspezifisch, sondern eben auch spezies\u00fcbergreifend auf ihre Halter. Zwar steht die Forschung der Spiegelneuronen bei Hunden noch am Anfang, aber neueste Studien deuten darauf hin, dass f\u00fcr Ver\u00e4nderungen von Verhaltensauff\u00e4lligkeiten die Stimmungslage des Halters eine entscheidende Rolle spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hunde reagieren au\u00dferdem sehr auf die Stimme ihrer Halter und ihre emotionalen Untert\u00f6ne. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Gehirne von Hunden Stimmen ganz \u00e4hnlich verarbeiten wie Menschen. H\u00f6ren Menschen etwa die Stimme eines Freundes, entsteht mental sofort ein Bild von ihm, auch wenn er momentan gar nicht gesehen werden kann. Sogar die Tonlage der Stimme l\u00e4sst schnell erkennen, ob er gerade gl\u00fccklich oder traurig ist. Menschen gelingt dies, weil ihr Gehirn \u00fcber ein spezielles Zentrum zur sprachlichen Verarbeitung verf\u00fcgt. Bei neueren Untersuchungen hat nachgewiesen werden k\u00f6nnen, dass im Hundegehirn die Sprache in \u00e4hnlicher Weise verarbeitet wird, sodass sie sowohl ihren Halter an seiner Stimme erkennen k\u00f6nnen als auch, wie dieser sich gerade f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus scheint w\u00e4hrend der \u00dcbertragung von Stimmungen zwischen Halter und Hund auch das Belohnungs- und Beruhigungssystem aktiviert zu werden. Das bedeutet, dass die Gemeinsamkeit ein gutes Gef\u00fchl erzeugt und zu einer engeren Bindung beitr\u00e4gt, wohingegen ein davon abweichendes, negatives Verhalten Stress verursacht. Sie sehen also, dass die Stimmungs\u00fcbertragung ein simples, effektives und f\u00fcr den Hund nat\u00fcrliches und verst\u00e4ndliches Mittel ist, um mit ihm zu kommunizieren und als Team zu arbeiten \u2013 solange sie positiver Natur ist. Dass dem so ist, liegt in Ihrer Hand. Wie Sie das schaffen k\u00f6nnen, werden Sie weiter unten noch sehen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Spiegelgesetz &#8211; Stimmungs\u00fcbertragung: Das Spiegelgesetz besagt, dass die \u00e4u\u00dfere Welt oft ein Spiegelbild der inneren Einstellungen und \u00dcberzeugungen ist. 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