{"id":1461,"date":"2017-11-29T21:29:36","date_gmt":"2017-11-29T20:29:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1461"},"modified":"2017-11-30T06:54:58","modified_gmt":"2017-11-30T05:54:58","slug":"hunde-liebenswerte-dummkoepfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/hunde-liebenswerte-dummkoepfe\/","title":{"rendered":"Hunde sind liebenswerte Dummk\u00f6pfe"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Hunde liebenswerte Dummk\u00f6pfe?<\/h1>\n<figure id=\"attachment_1069\" aria-describedby=\"caption-attachment-1069\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1069\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/silvesterangst-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/silvesterangst-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/silvesterangst.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1069\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 by Skirmant\u0117<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Phoenix\/Wien \u2013 W\u00fcrden wir statt Hunden, L\u00f6wen als Haustiere halten, g\u00e4be es \u2013 neben einer vermutlich nicht zu untersch\u00e4tzenden Lebensgefahr \u2013 noch ein weiteres Problem: Sie w\u00fcrden uns einfach nicht so gerne m\u00f6gen und verstehen, wie unsere vierbeinigen Wegbegleiter.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfolg auf Grund von Zuneigung \u2013 das ist die Grundthese des Psychologen und Verhaltensforschers Clive Wynne, der sich seit \u00fcber zehn Jahren an der Arizona State University mit Hunden und W\u00f6lfen besch\u00e4ftigt. Mit seiner Erkl\u00e4rung, wieso Hunde so gut mit Menschen auskommen, hat er sich bei vielen Hundebesitzern nicht gerade beliebt gemacht: Seine Forschung zeigt, dass sie nicht ihre Intelligenz zu besseren Menschenverstehern macht, sondern ihre verst\u00e4rkte F\u00e4higkeit Beziehungen aufzubauen. &#8222;Ich sage immer, sie sind die Gewinner der Herzen und nicht des Verstands.&#8220; Hunde w\u00fcrden sich beim L\u00f6sen von Problemen nicht besonders anstrengen, jedoch bei Experimenten zu sozialer Intelligenz besonders herausstechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00f6lfe aufziehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beziehungen zwischen Hunden und Menschen reichen dabei schon \u00fcber 30.000 Jahre bis ins Jungpal\u00e4olithikum zur\u00fcck. K\u00fcrzlich wurden die vermutlich ersten Darstellungen von Hunden gefunden, die J\u00e4ger im alten \u00c4gypten mit ihren Begleitern an Leinen zeigen. Die Grundlagen dieser einzigartigen Verbindung werden zum Beispiel im Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn erforscht, das vom \u00f6sterreichischen Verhaltensbiologen Kurt Kotrschal geleitet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht das einzige Wolfzentrum, in dem Aussagen \u00fcber Verhalten und Informationsverarbeitung bei Hunden und ihren wilden Vorfahren getroffen werden. Clive Wynne ist selbst Direktor des Wolf Park in Indiana, arbeitet aber auch mit Forschern der Universit\u00e4t Wien und VetMed-Uni Wien zusammen. Wenn dort Hunde und W\u00f6lfe auf ihre Intelligenz und soziale M\u00f6glichkeiten getestet werden, erz\u00e4hlt er, sehe man meist die gleichen Muster: Bei Intelligenztests schneiden die W\u00f6lfe besser ab, in Fragen der Beziehungsbildung sind die Hunde Gewinner: &#8222;Fragst du die Gruppe in Wien, werden sie dir sagen, dass es sehr aufwendig ist, W\u00f6lfe mit der Hand aufzuziehen.&#8220; Hunde werden zwar auch nicht Menschen-liebend geboren, jedoch funktioniert das Z\u00e4hmen \u2013 im Gegenteil zu W\u00f6lfen \u2013 eigentlich wie von selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als &#8222;hyper-sociability&#8220;, also als gesteigerten Gemeinsinn, bezeichnet Wynne dieses Ph\u00e4nomen. In Studien, bei denen er die Reaktion von Hunden und W\u00f6lfen gegen\u00fcber Fremden testete, zeigten Hunde immer mehr Interesse am Menschen. &#8222;Das liegt aber nicht an uns, sondern an ihnen&#8220;, so Wynne. Hunde k\u00f6nnten demnach die gleiche liebevolle Beziehung auch mit anderen Arten aufbauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die genetische Basis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wynnes neueste Forschung beleuchtete auch die genetische Grundlage dieser Zuneigung: Sein Team konnte das soziale Verhalten auf die Ver\u00e4nderung dreier Genen zur\u00fcckf\u00fchren. \u00c4hnliche Mutationen im menschlichen Genom f\u00fchren zum selten auftretenden Williams-Beuren-Syndrom, kurz WBS. Neben Wachstumsverz\u00f6gerungen, einer besonderen Gesichtsform, und anderen Symptomen, werden Betroffene oft als \u00e4u\u00dferst extrovertiert, distanzlos, und freundlich beschrieben. &#8222;Ich war zuerst etwas besorgt, dass die Eltern von Kindern mit Williams-Syndrom durch unsere Forschung gekr\u00e4nkt sein k\u00f6nnten. Aber der Pr\u00e4sident der WBS Association meinte in einem Interview, dass sie das freundliche Verhalten selbst oft als hunde\u00e4hnlich beschreiben.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chsten Schritt m\u00fcsste man nun testen, ob sich dieses Potential evolution\u00e4r gesteigert hat \u2013 von W\u00f6lfen zu Hunden und vermutlich auch zwischen verschiedenen Rassen. Wynne legt jedoch besonderen Wert auf die richtige Kommunikation \u00fcber ihr Verhalten. Die Gefahr, Gef\u00fchle und Verhalten von Hunden zu vermenschlichen, sei immer besonders gro\u00df: &#8222;Ich kann damit leben, die Beziehung als &#8222;Liebe&#8220;zu bezeichnen, aber wir m\u00fcssen das nat\u00fcrlich von romantischer Liebe unterscheiden und eher mit der Liebe zwischen Eltern und Kind vergleichen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schuldbewusster Blick als missverstandene Emotion<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch andere Gef\u00fchle wie Angst oder Freude k\u00f6nnen in vielen Tieren nachgewiesen werden. H\u00f6here kognitive Emotionen wie Scham, Eifersucht oder Reue w\u00fcrden aber oft nur in das Verhalten hineininterpretiert werden: &#8222;Es gab da Studien zum sogenannten \u201aschuldbewussten Blick\u2018. Eigentlich will der Hund damit aber nur bewirken, dass du aufh\u00f6rst, w\u00fctend auf ihn zu sein.&#8220; Ein Experiment zeigte, dass Hunde auf \u00c4rger des Besitzers gleich reagierten, egal ob sie etwas angestellt haben oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Misinterpretationen f\u00fchren dabei oft zum \u00dcbersch\u00e4tzen ihrer F\u00e4higkeiten: &#8222;Manchmal wirkt es so, als k\u00f6nnten Hunde unsere Gedanken lesen, weil sie zum Beispiel zum Spazierengehen aufspringen, bevor du dich zur T\u00fcr bewegt hast. Aber in Wahrheit haben sie nichts besseres zu tun, als uns den ganzen Tag zu beobachten.&#8220; So k\u00f6nnen sie subtile Verhaltensmuster erkennen und auf unsere weiteren Handlungen schlie\u00dfen. Und das \u00fcberrascht den Psychologen gar nicht: &#8222;Wir haben einfach mit keiner Art so eng zusammen gelebt wie mit Hunden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Arizona State University: <a href=\"https:\/\/psychology.clas.asu.edu\/research\/labs\/canine-science-collaboratory-wynne\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/psychology.clas.asu.edu\/research\/labs\/canine-science-collaboratory-wynne<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: standard.at (Katharina Kropshofer)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunde liebenswerte Dummk\u00f6pfe? 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