{"id":1423,"date":"2017-03-12T22:30:41","date_gmt":"2017-03-12T21:30:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1423"},"modified":"2017-03-13T06:37:44","modified_gmt":"2017-03-13T05:37:44","slug":"1423-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/1423-2\/","title":{"rendered":"Haben Hunde Blutgruppen"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Blutgruppen beim Hund<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1424\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gruppen-300x182.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gruppen-300x182.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/gruppen.jpg 520w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Blutgruppen, definiert durch unterschiedliche Antigene auf der Oberfl\u00e4che der roten Blutzellen, kommen bei allen S\u00e4ugetieren vor. Bei Hunden wird die Blutgruppe durch f\u00fcnf verschiedene, voneinander unabh\u00e4ngige Loci kontrolliert, deren klinische Bedeutung in der Transfusionsmedizin unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gt ist und deren Allelfrequenzen zwischen den einzelnen Rassen stark schwanken k\u00f6nnen. Insgesamt ergeben sich dabei \u00fcber 30 verschiedene m\u00f6gliche Blutgruppen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klinisch ist die erste Transfusion beim Hund meist unproblematisch. Bei darauf folgenden Transfusionen oder bei Hunden mit unbekannter Vorgeschichte muss jedoch unbedingt auf die Kompatibilit\u00e4t der Blutgruppen geachtet werden, um potentiell lebensgef\u00e4hrliche Transfusionsreaktionen zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nomenklatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fcher wurden in der Literatur sechs Blutgruppen unterschieden und mit Buchstaben bezeichnet, was aber heute \u00fcberholt ist. Das aktuelle System ordnet jeder Serie eine DEA-Nummer zu, wobei die Abk\u00fcrzung &#8222;DEA&#8220; f\u00fcr Dog Erythrocyte Antigene steht. Jede DEA-Serie entspricht genetisch einem Locus. F\u00fcr Transfusionen relevante Gruppen sind in der folgenden Tabelle angegeben:<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<td><strong>Alter Name<\/strong><\/td>\n<td><strong>DEA-Nummer<\/strong><\/td>\n<td><strong>H\u00e4ufigkeit (%)<\/strong><\/td>\n<td width=\"177\"><strong>Nat\u00fcrliche Antik\u00f6rper?<\/strong><\/td>\n<td width=\"186\"><strong>Transfusionseffekt<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>A1<\/td>\n<td>1.1<\/td>\n<td>42<\/td>\n<td width=\"177\">Nein<\/td>\n<td width=\"186\">Akute <u>H\u00e4molyse<\/u><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>A2<\/td>\n<td>1.2<\/td>\n<td>20<\/td>\n<td width=\"177\">Nein<\/td>\n<td width=\"186\">Akute H\u00e4molyse<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>B<\/td>\n<td>3.0<\/td>\n<td>6<\/td>\n<td width=\"177\">Ja<\/td>\n<td width=\"186\">Sp\u00e4treaktion, nicht h\u00e4molytisch<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>C<\/td>\n<td>4.0<\/td>\n<td>98<\/td>\n<td width=\"177\">Ja<\/td>\n<td width=\"186\">Keiner<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>D<\/td>\n<td>5.0<\/td>\n<td>23<\/td>\n<td width=\"177\">Ja<\/td>\n<td width=\"186\">Sp\u00e4treaktion, nicht h\u00e4molytisch<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Tr<\/td>\n<td>7.0<\/td>\n<td>45<\/td>\n<td width=\"177\">Ja<\/td>\n<td width=\"186\">Sp\u00e4treaktion, nicht h\u00e4molytisch<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DEA 1.0-Serie<\/strong><br \/>\nDie DEA 1.0-Serie kennt vier Allele (1.1, 1.2, 1.3 und Null), die zu vier m\u00f6glichen Ph\u00e4notypen gleichen Namens f\u00fchren. Zwischen diesen Allelen herrscht eine lineare Dominanz; 1.1 ist das dominanteste, Null das rezessivste Allel. Ein Hund mit Ph\u00e4notyp 1.1 kann also die Genotypen 1.1\/1.1, 1.1\/1.2, 1.1\/1.3 oder 1.1\/Null aufweisen.<br \/>\nEs existieren keine nat\u00fcrlich vorkommenden Antik\u00f6rper gegen die Allele der DEA 1.0-Serie. DEA 1.1-negative Hunde, die eine DEA 1.1-positive Transfusion erhalten haben, werden dadurch aber sensibilisiert und k\u00f6nnen bei erneuter Transfusion von DEA 1.1-positivem Blut mit einer H\u00e4molyse reagieren. Auch DEA 1.1-negative H\u00fcndinnen k\u00f6nnen nach Sensibilisierung bei ihren DEA 1.1-positiven Welpen eine maternal induzierte H\u00e4molyse ausl\u00f6sen (analog zum Rhesusfaktor beim Menschen; \u00dcberempfindlichkeitsreaktion vom Typ II). Klinisch relevant scheint dieser Mechanismus allerdings nur bei H\u00fcndinnen zu sein, die durch eine Bluttransfusion sensibilisiert worden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DEA 3.0-Serie<\/strong><br \/>\nDie DEA 3.0-Serie enth\u00e4lt die Allele 3.0 und Null, wobei 3.0 \u00fcber Null dominant ist. Es existieren nat\u00fcrlich vorkommende Antik\u00f6rper; erh\u00e4lt ein Null\/Null Hund Blut vom Ph\u00e4notyp 3.0, werden die erhaltenen Erythrozyten innerhalb von 3-5 Tagen eliminiert.<br \/>\nDer 3.0-Ph\u00e4notyp ist selten, tritt aber vermehrt bei Greyhounds und japanischen Hunderassen auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DEA 4.0-Serie<\/strong><br \/>\nDie DEA 4.0-Serie enth\u00e4lt die Allele 4.0 und Null, wobei 4.0 \u00fcber Null dominant ist. Bei den (sehr seltenen) Null\/Null-Hunden existieren nat\u00fcrlich vorkommende Antik\u00f6rper gegen Blut vom Ph\u00e4notyp 4.0, was aber klinisch nicht von Belang zu sein scheint. DEA 4.0-positive Hunde, die f\u00fcr alle anderen Serien negativ sind, gelten als universelle Spender.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DEA 5.0-Serie<\/strong><br \/>\nDie DEA 5.0-Serie enth\u00e4lt die Allele 5.0 und Null, wobei 5.0 \u00fcber Null dominant ist. DEA 5.0-positive Hunde sind eher selten; nat\u00fcrliche Antik\u00f6rper kommen bei negativen Hunden vor. Erh\u00e4lt ein Null\/Null Hund Blut vom Ph\u00e4notyp 5.0, werden die erhaltenen Erythrozyten innerhalb von 3-5 Tagen eliminiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>DEA 7.0-Serie<\/strong><br \/>\nDie DEA 7.0-Serie enth\u00e4lt die Allele 7.0 und Null, wobei 7.0 \u00fcber Null dominant ist. M\u00f6glicherweise existiert daneben noch ein zus\u00e4tzliches Allel. DEA 7.0 ist kein echtes Oberfl\u00e4chenantigen der roten Zellen, sondern wird im Gewebe produziert und von den Erythrozyten absorbiert &#8211; daher \u00e4ndert sich der 7.0-Status auch nach einer Knochenmarktransplantation nicht.<br \/>\nDie Mehrheit der Null\/Null Hunde weist nat\u00fcrlich vorkommende Antik\u00f6rper gegen den 7.0-Ph\u00e4notyp auf. Solche Hunde eliminieren erhaltene 7.0-Erythrozyten nach einigen Tagen, wobei die Elimination im Vergleich mit der 3.0 und 5.0-Serie verlangsamt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: wikipedia.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blutgruppen beim Hund Blutgruppen, definiert durch unterschiedliche Antigene auf der Oberfl\u00e4che der roten Blutzellen, kommen bei allen S\u00e4ugetieren vor. 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