{"id":1419,"date":"2017-03-12T20:18:30","date_gmt":"2017-03-12T19:18:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1419"},"modified":"2017-03-13T06:24:54","modified_gmt":"2017-03-13T05:24:54","slug":"wie-wir-mit-hunden-reden-und-warum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wie-wir-mit-hunden-reden-und-warum\/","title":{"rendered":"Wie wir mit Hunden reden und warum"},"content":{"rendered":"<h1>Wie wir mit Hunden reden und warum<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1420\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/sprechen.jpg\" alt=\"\" width=\"281\" height=\"198\" \/>&#8222;Komm zu Frauchen! Braaav! Bist ein guuuuter Hund!&#8220; Wenn Hundebesitzer mit ihren Tieren sprechen, nutzen die meisten von ihnen unwillk\u00fcrlich eine betontere, h\u00f6here Sprachmelodie. Warum das so ist und ob Hunde darauf \u00fcberhaupt st\u00e4rker reagieren als auf normal betontes Sprechen, haben Forscher nun untersucht. Das interessante Ergebnis: Welpen reagieren tats\u00e4chlich st\u00e4rker auf dieses &#8222;Hundesprech&#8220;, ausgewachsene Hunde dagegen nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir Menschen mit kleinen Kindern reden, ver\u00e4ndern wir unwillk\u00fcrlich unsere Sprachmelodie: Wir sprechen langsamer und betonter, mit st\u00e4rkeren Tonh\u00f6henwechseln und einer insgesamt h\u00f6heren Stimmlage. Diese unbewusste Anpassung an unser junges Gegen\u00fcber hat auch durchaus einen Sinn: Studien belegen, dass S\u00e4uglinge schon im Alter von sieben Wochen eine Vorliebe f\u00fcr eine solche Babysprache zeigen, ihre Hirnaktivit\u00e4t wird durch diese Sprechweise st\u00e4rker angeregt und das sp\u00e4tere Sprechenlernen wird erleichtert. Doch kleine Kinder sind nicht die einzigen, gegen\u00fcber denen wir unsere Sprechweise so anpassen. Auch Hunden gegen\u00fcber nutzen die meisten Menschen eine sehr \u00e4hnliche Sprechweise, die ebenfalls betonter, langsamer und h\u00f6her ist als normal. Aber warum? &#8222;Diese Haustier-Sprache k\u00f6nnte einerseits eine spontane Reaktion auf kindliche Merkmale beim Tier sein \u2013 dem Babyschema entsprechend&#8220;, erkl\u00e4ren Tobey Ben-Aderet von der City University of New York und seine Kollegen. &#8222;Es k\u00f6nnte aber auch einen Versuch repr\u00e4sentieren, mit einem nichtverbalen Wesen zu kommunizieren \u2013 ihm quasi das Lernen und Verstehen zu erleichtern.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Erkl\u00e4rung zutrifft und ob Menschen auf Hunde aller Altersstufen mit der spezifischen &#8222;Hundesprache&#8220; reagieren, haben die Forscher in einem Experiment untersucht. Daf\u00fcr zeigten sie 30 Frauen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren jeweils 30 verschiedene Hundeportraits: zehn von Welpen, zehn von erwachsenen und zehn von eindeutig \u00e4lteren Hunden. Die Probandinnen hatten die Aufgabe, jeden Hund mit einem vorgegebenen, typischen Text anzusprechen: &#8222;Hello Cutie! Who&#8217;s a good boy? Come here! Good boy! Yes! Come here, sweetie pie! What a good boy!&#8220; Dieser Text wurde aufgenommen und auf seine tonalen Merkmale hin analysiert. Den gleichen Text hatte zuvor jede Teilnehmerin einmal zur Kontrolle ganz sachlich-normal und ohne Hundebild vorgelesen. Dann spielten die Forscher die aufgenommenen Texte Hunden verschiedenen Alters vor, die teilweise aus dem Tierheim stammten, teilweise aus Familien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erwachsene Hunde reagieren auch ohne<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Erkenntnis: Menschen neigen dazu, Hunde aller Altersstufen mit dem typischen Singsang anzusprechen. Auch Tiere, die nicht unbedingt dem klassischen Kindchenschema entsprachen, riefen unwillk\u00fcrlich diese &#8222;Babysprache&#8220; hervor. &#8222;Das Alter des Hundes hatte dabei nur geringe Auswirkungen auf diese Sprechweise: Bei Welpen war nur die Tonh\u00f6he insgesamt etwas h\u00f6her&#8220;, berichten die Forscher. Ihrer Ansicht nach spricht dies daf\u00fcr, dass nicht das Babyschema der Hauptausl\u00f6ser f\u00fcr diese unwillk\u00fcrliche Sprachanpassung ist. Vielmehr sei es eine unbewusste Reaktion auf das Wissen, dass der Hund Worte nur bedingt inhaltlich versteht und st\u00e4rker auf Betonungen reagiert. &#8222;Die Hundesprache steht daher im Einklang mit der Hypothese, dass wir diese Sprachmuster nutzen, um die Kommunikation mit einem nonverbalen Wesen zu vereinfachen&#8220;, so Ben-Aderet und seine Kollegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Erkenntnis aus dem Experiment aber ist ebenso \u00fcberraschend wie aufschlussreich: L\u00e4ngst nicht jeder Hund scheint auf unsere hundespezifische Sprechweise geeicht. Wenn die Welpen die betonte Hundesprache eines Menschen h\u00f6rten, reagierten sie tats\u00e4chlich st\u00e4rker darauf als auf unbetonte, &#8222;normal&#8220; gesprochene S\u00e4tze. Sie schauten schneller und h\u00e4ufiger zum Lautsprecher und n\u00e4herten sich diesem an, wie die Wissenschaftler berichten. Anders jedoch die ausgewachsenen Hunde: Ihre Reaktion war bei normalbetonter und hundespezifischer Sprechweise gleich. &#8222;Offenbar verliert diese Sprechweise bei den ausgewachsenen Hunden ihren funktionellen Wert&#8220;, vermuten die Forscher. W\u00e4hrend Welpen \u00e4hnlich wie Kleinkinder instinktiv auf die betontere Ansprache reagieren \u2013 und das egal von welchem Menschen sie kommt, sind erwachsene Hunde deutlich w\u00e4hlerischer: Sie nehmen bevorzugt das zur Kenntnis, was ihre Bezugsperson sagt \u2013 egal mit welcher Betonung. F\u00fcr Hundebesitzer bedeutet dies: Gerade bei Welpen ist die betonte Hundesprache in jedem Falle sinnvoll und hilft der Kommunikation. Ist der Hund aber einmal ausgewachsen, ist die \u00fcbertriebene Betonung eigentlich nicht mehr n\u00f6tig \u2013 unser Hund versteht auch so, was wir von ihm wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Infos: <a href=\"http:\/\/rspb.royalsocietypublishing.org\/lookup\/doi\/10.1098\/rspb.2016.2429\" target=\"_blank\">Tobey Ben-Aderet (City University of New York) et al., Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, doi: 10.1098\/rspb.2016.2429<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: wissenschaft.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie wir mit Hunden reden und warum &#8222;Komm zu Frauchen! Braaav! Bist ein guuuuter Hund!&#8220; Wenn Hundebesitzer mit ihren Tieren sprechen, nutzen die meisten von ihnen unwillk\u00fcrlich eine betontere, h\u00f6here Sprachmelodie. 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