{"id":1409,"date":"2017-01-29T22:09:13","date_gmt":"2017-01-29T21:09:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1409"},"modified":"2017-01-30T06:11:42","modified_gmt":"2017-01-30T05:11:42","slug":"hunde-spendieren-auch-in-komplexen-situationen-futter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/hunde-spendieren-auch-in-komplexen-situationen-futter\/","title":{"rendered":"Auch Hunde spendieren Futter"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">\u201eDir geb ich glatt ein Leckerli\u201c \u2013 Hunde spendieren auch in komplexen Situationen Futter<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>27.01.2017: Nicht nur Menschen k\u00f6nnen anderen Artgenossen gegen\u00fcber Hilfsbereitschaft und Freigiebigkeit zeigen. Hunde spendieren ebenfalls Futter, wenn auch haupts\u00e4chlich Vierbeinern, die sie kennen. Eine neue Studie von VerhaltensbiologInnen des Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Vienna best\u00e4tigte nun dieses prosoziale Verhalten der Vierbeiner. Das f\u00fcr die Tiere wesentlich schwierigere Testverfahren bewies jedoch, dass sich der Testaufbau auf die Handlungen der Hunde auswirkt und sie schon die Anwesenheit eines Artgenossen spendabler macht. Fremden Hunden gegen\u00fcber blieben die prosozialen Vierbeiner trotzdem weniger gener\u00f6s. Die Studie wurde im Journal PLOS ONE ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_1411\" aria-describedby=\"caption-attachment-1411\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1411\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Spendierfreudiger_Hund-300x203.jpg\" alt=\"Wie freigiebig Hunde sind, wurde mit einem f\u00fcr die Tiere schwierigen Test \u00fcberpr\u00fcft. &quot;Spenderhunde&quot; konnten anhand von Spielmarken entscheiden ob sie Leckerlis spendieren. (Foto: Rachel Dale\/Vetmeduni Vienna)\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Spendierfreudiger_Hund-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Spendierfreudiger_Hund-768x520.jpg 768w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Spendierfreudiger_Hund-1024x693.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1411\" class=\"wp-caption-text\">Wie freigiebig Hunde sind, wurde mit einem f\u00fcr die Tiere schwierigen Test \u00fcberpr\u00fcft. &#8222;Spenderhunde&#8220; konnten anhand von Spielmarken entscheiden ob sie Leckerlis spendieren. (Foto: Rachel Dale\/Vetmeduni Vienna)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lange Zeit galt Freigiebigkeit, selbst im Familienkreis, als eindeutig menschliche Eigenschaft. Ratten, Schimpansen und andere Tiere zeigen jedoch \u00e4hnliches Verhalten. Rachel Dale und Friederike Range vom Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Vienna konnten schon zeigen, dass auch Hunde Artgenossen \u201ebeschenken\u201c. Per Seilzug lie\u00dfen sie im Experiment anderen Tieren eine Belohnung zukommen, vor allem wenn sie die anderen Hunde kannten.<br \/>\nEine neue Studie des Forschungsteams nutzte nun ein schwierigeres Testverfahren, um das prosoziale Verhalten von Hunden zu best\u00e4tigen. Es zeigte sich, dass weiterhin vertraute Hunde bevorzugt werden. Der komplexere Testaufbau beeinflusste jedoch die Bereitschaft Futter f\u00fcr ein anderes Tier bereitzustellen. Es best\u00e4tigte sich, dass die angewandte Methode das Ergebnis beeinflusst und viel mehr von sozialer N\u00e4he abh\u00e4ngt als angenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erkennung von Gegenst\u00e4nden notwendig f\u00fcr Leckerli-Spende<\/strong><br \/>\nAnstatt an einem Seil zu ziehen, mussten die Hunde in der aktuellen Studie spezielle Gegenst\u00e4nde, sogenannte Spielmarken, erkennen, um eine Freigabe von Futter f\u00fcr den anderen Hund auszul\u00f6sen. \u201eWir testeten diesmal nicht nur einen anderen Testaufbau, sondern auch gleich den Schweregrad\u201c, erkl\u00e4rt Dale. \u201eDie Hunde wurden daf\u00fcr zuerst auf eine Spielmarke trainiert, die Futter f\u00fcr sie selbst zur Verf\u00fcgung gestellt hat, dann auf zwei weitere, wobei eines davon eine Belohnung f\u00fcr einen Partner ausl\u00f6ste, das andere nicht.\u201c In drei Testabl\u00e4ufen wurde schlie\u00dflich getestet, ob sich die Hunde auch in dieser komplexeren Situation prosozial verhalten und einem Artgenossen im Testverlauf Futter zur Verf\u00fcgung stellen oder nicht. Dabei wurde weiter untersucht, ob es f\u00fcr das Testtier einen Unterschied macht, ob der Partnerhund bekannt oder unbekannt ist und ob eventuell allein die Anwesenheit des Partnerhundes ausreicht, dass der Testhund spendabel ist, selbst wenn der Partner keinen Zugang zu dem Futter hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00fcssen Hunde den Empf\u00e4nger sehen, damit sie ihn belohnen?<\/strong><br \/>\nDie Testeinrichtung bestand aus zwei Testabteilen. In einer Kammer wartete der Testhund auf einer genau festgelegten Position, bis die ForscherInnen ein Brett mit den Spielmarken zeigten. Dann konnten sich das Tier entscheiden ein Leckerli zu geben oder nicht. In der ersten Testreihe war die zweite \u201aPartner\u2019-Abteil mit einem bekannten oder fremden Hund besetzt. Die Hunde konnten sich w\u00e4hrend des Tests sehen. Beim zweiten Test blieb das Partnerabteil leer, aber der Hund war im Versuchsraum anwesend. Im dritten Test waren die Testhunde schlie\u00dflich alleine im Testaufbau. Am Ende jeder Versuchsreihe konnten sich die Testtiere, selber belohnen, indem sie nun die Spielmarke dr\u00fccken durften, die sie selbst belohnte. Damit wurde sichergestellt, dass die Hunde noch motiviert und nicht gestresst waren und sich nicht von einem fremden Hund ablenken lie\u00dfen.<br \/>\nHunde auch in kniffligen Situationen spendabel<br \/>\nTrotz der schwierigeren Vorgaben best\u00e4tigte sich das prosoziale Verhalten der Tiere. Die Vorliebe das Leckerli eher einem bekannten Hund zukommen zu lassen, zeigte sich wieder eindeutig. Fremde Hunde wurden beinahe dreimal weniger oft belohnt. Der h\u00f6here Schwierigkeitsgrad wirkte sich allerdings auf die generelle H\u00e4ufigkeit der Futtergaben aus. Dieser Einfluss konnte durch den Vergleich mit dem einfacheren Seilzug-Test zum ersten Mal beim Hund gezeigt werden und best\u00e4tigt die Ergebnisse \u00e4hnlicher Tests mit Kleinkindern und Schimpansen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anwesenheit von Artgenossen best\u00e4rkt Spendierlaune<\/strong><br \/>\nEinen wesentlichen Unterschied fanden die VerhaltensbiologInnen au\u00dferdem bei der Frage, ob die Anwesenheit eines Artgenossen wichtig f\u00fcr die Motivation der Testhundes war. Selbst wenn ein zweiter Hund ganz einfach nur im Raum und nicht direkt in dem Partnerabteil war, erh\u00f6hte das die Motivation ein Leckerli zu geben. Waren die getesteten Hunde alleine, sank die Zahl der Futtergaben.<br \/>\nDieser Aspekt, der als Social Facilitation-Theorie bezeichnet wird, konnte in der ersten Studie noch nicht belegt werden. Die Theorie geht davon aus, dass es eher zu einer Leistung kommt, wenn Artgenossen anwesend sind. Bei einem schwierigeren Testverfahren scheint die Anwesenheit eines Artgenossen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle zu spielen. Auch in diesem Fall bevorzugten die Testhunde bekannte Tiere. \u201eDer Unterschied war aber geringer als bei direktem Sichtverh\u00e4ltnis. Die Social Facilitation-Theorie sollte deshalb bei zuk\u00fcnftigen Studien und auch einfachen Tests noch mehr einbezogen und hinterfragt werden\u201c, so Range.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0167750\" target=\"_blank\">Der Artikel \u201eTask Differences and Prosociality; Investigating Pet Dogs&#8216; Prosocial Preferences in a Token Choice Paradigm\u201c von Rachel Dale, Myl\u00e8ne Quervel-Chaumette, Ludwig Huber, Friederike Range und Sarah Marshall-Pescini\u00a0 wurde im Journal PLOS ONE ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: vetmeduni.ac.at<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDir geb ich glatt ein Leckerli\u201c \u2013 Hunde spendieren auch in komplexen Situationen Futter 27.01.2017: Nicht nur Menschen k\u00f6nnen anderen Artgenossen gegen\u00fcber Hilfsbereitschaft und Freigiebigkeit zeigen. 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Eine neue Studie<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,23,4,9,8,13,7],"tags":[],"class_list":["post-1409","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-alltaegliches","category-fachbuch","category-gesundheit","category-hunderassen","category-literatur","category-philosophisches","category-wissenschaftliches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1409"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1409\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1414,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1409\/revisions\/1414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}