{"id":1396,"date":"2017-01-18T20:13:31","date_gmt":"2017-01-18T19:13:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1396"},"modified":"2017-01-19T08:48:42","modified_gmt":"2017-01-19T07:48:42","slug":"apportieren-belastet-die-vorderbeine-von-hunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/apportieren-belastet-die-vorderbeine-von-hunden\/","title":{"rendered":"Apportieren belastet die Vorderbeine von Hunden"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: left;\">\u201eBring es wieder\u201c, aber mit Ma\u00df und Ziel \u2013 Apportieren belastet die Vorderbeine von Hunden<\/h1>\n<figure id=\"attachment_1398\" aria-describedby=\"caption-attachment-1398\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1398\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/apportieren-300x201.jpg\" alt=\"Retriver geh\u00f6ren zu den sogenannten Apportierhunden und eignen sich damit bestens f\u00fcr das Wiederbringen von Kleinwild bei der Jagd. (Foto: Elli Winter\/moorhunde.de)\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/apportieren-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/apportieren-768x514.jpg 768w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/apportieren-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1398\" class=\"wp-caption-text\">Retriever geh\u00f6ren zu den sogenannten Apportierhunden und eignen sich damit bestens f\u00fcr das Wiederbringen von Kleinwild bei der Jagd. (Foto: Elli Winter\/moorhunde.de)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Jagdhunde, wie die beliebte Rasse der Retriever, sind bestens geeignet, um V\u00f6gel oder kleines Wild zu apportieren. Das getragene Gewicht belastet allerdings den Bewegungsapparat der Hunde. Mit der Beute im Maul kippen die Tiere \u00e4hnlich einer Wippe nach vorne, wie eine Bewegungsstudie von ExpertInnen der Vetmeduni Vienna zeigte. Bestehende Gelenks- oder Sehnensch\u00e4den der Vorderbeine k\u00f6nnen dadurch verst\u00e4rkt werden. Sowohl beim Aufbautraining von Welpen, aber auch bei erwachsenen Tieren sollte man daher mit angepassten Gewichten arbeiten. Die Gelenke sollten ebenso regelm\u00e4\u00dfig von SpezialistInnen kontrolliert werden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Retriever wurden eigentlich nicht als Familienhunde, sondern f\u00fcr Arbeit oder Jagd gez\u00fcchtet. Sie sind sogenannte Apportierhunde, die f\u00fcr das Herbeibringen von V\u00f6geln und Niederwild wie Hasen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Mittlerweile wird diese F\u00e4higkeit auch bei Wettbewerben genutzt, bei denen ausschlie\u00dflich Dummies zum Einsatz kommen, mit denen die Tiere vom Welpenalter an trainiert werden. Die gleichen k\u00fcnstlichen Gewichte werden auch zum Training f\u00fcr die Jagd verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein ausgewachsenes Tier kann durchaus einige Kilo im Maul tragen. \u201eDoch selbst wenn Apportierhunde die Voraussetzungen mitbringen, stellt das zus\u00e4tzliche Gewicht eine k\u00f6rperliche Belastung f\u00fcr die Tiere dar\u201c, sagt Barbara Bockstahler von der Klinischen Abteilung f\u00fcr Kleintierchirurgie der Vetmeduni Vienna. Beim Apportieren werden vor allem die Gelenke und Sehnen des Bewegungsapparates beansprucht. Das ist vergleichbar, wenn wir mit einer Last laufen w\u00fcrden. Bislang war jedoch unklar, ob sich die Belastung auf den gesamten Bewegungsapparat verteilt oder es zu einer einseitigen Belastung kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewegungsanalyselabor f\u00fcr Hunde gibt Aufschluss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auswirkungen auf den Bewegungsapparat wurden in einem speziellen Bewegungslabor mit zehn trainierten Hunden analysiert. Die ForscherInnen lie\u00dfen die Tiere ohne und mit Gewichten im Maul auf einer sogenannten Kraftmessplatte gehen. \u201e\u00dcber eine Kraftmessplatte kann die nach oben gerichtete Bodenreaktionskraft gemessen werden\u201c, erkl\u00e4rt Bockstahler. Diese wird vom Boden zur\u00fcckgegeben und entspricht exakt der Kraft, die beim Auftreten durch das Gewicht auf den Boden wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Misst man die Bodenreaktionskraft ohne zus\u00e4tzliche Belastung, so ist das Gewicht eines Hundes zu zirka 60 Prozent auf die Vorder- und 40 Prozent auf die Hinterbeine verteilt. Ist ein Bereich mehr belastet, ergibt sich ein messbarer Unterschied. Ein weiterer Parameter war die Druckverteilung unter den Pfoten. \u201eDas ist vergleichbar mit einem Mensch, der mit einem Gewicht in der Hand leicht nach hinten kippt und damit eher auf den Fersen steht\u201c, erkl\u00e4rt Bockstahler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hunde kippen durch Gewicht quasi nach vorn<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ForscherInnen stellten fest, dass sich die Kr\u00e4fte durch das Gewicht im Maul immer erh\u00f6hen, sich aber vor allem auf die Vorderbeine auswirken. An den Hinterbeinen wurden die Hunde in jedem Fall und mit steigendem Gewicht immer leichter. Das Tragen der Beute hatte damit einen \u00e4hnlichen Effekt wie eine Wippe. Zur Veranschaulichung: Sitzen sich zwei gleichschwere Kinder gegen\u00fcber, bleibt die Wippe ausbalanciert. Sitzt ein Erwachsener auf der einen Seite, dann kippt die Wippe auf diese Seite und ein Kind wird dauerhaft hochgehoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Bewegungslabor kann der Belastungstest allerdings nur im Schritt und nicht im Lauf oder Sprung durchgef\u00fchrt werden. Vor allem bei der Jagd, aber auch bei den Wettbewerben sind die Retriever mit schnellerem Tempo unterwegs. \u201eIm Labor k\u00f6nnen solche Bewegungsabl\u00e4ufe nat\u00fcrlich nicht eins zu eins nachgestellt werden\u201c, erkl\u00e4rt Bockstahler. Allerdings konnten die ExpertInnen anhand der ermittelten Werte eine Hochrechnung erstellen, wie sich die einwirkenden Kr\u00e4fte beim Laufen oder Springen ver\u00e4ndern oder verst\u00e4rken und so auf die Gelenke auswirken. Derartige Bewegungs- oder Ganganalysen werden auch bei der Physiotherapie von Menschen angewendet, um Abweichungen von normalen Gangmustern festzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle und richtiges Training wichtig<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Retriever sind eigentlich vom k\u00f6rperlichen Verm\u00f6gen her bestens f\u00fcr das Tragen von Lasten geeignet. Ein gesunder Hund h\u00e4lt deshalb eine angemessene Gewichtsbelastung auch aus. Beim Training von Hunden, die noch im Wachstum sind, muss man jedoch aufpassen, dass diese keine Folgesch\u00e4den davontragen. Werden die Retriever zu Jagd oder Wettbewerbszwecken trainiert, sollte deshalb regelm\u00e4\u00dfig ein Spezialist aufgesucht werden. Die Gelenke, Sehnen und Muskeln werden dabei \u00fcberpr\u00fcft. Das gilt besonders f\u00fcr Junghunde, bei denen regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen Sch\u00e4digungen vorbeugen. \u201ePrinzipiell sind Trainings mit Gewichten &#8211; mit Ma\u00df und Ziel &#8211; und der Einsatz als Apportierhund aber v\u00f6llig in Ordnung\u201c, so Bockstahler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/bmcvetres.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/s12917-016-0715-7\" target=\"_blank\">Der Artikel \u201eCompensatory load redistribution in Labrador retrievers when carrying different weights \u2013 a non-randomized prospective trial\u201c von Barbara Bockstahler, Alexander Tichy und Patricia Aigner wurde in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: vetmed.at<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBring es wieder\u201c, aber mit Ma\u00df und Ziel \u2013 Apportieren belastet die Vorderbeine von Hunden Jagdhunde, wie die beliebte Rasse der Retriever, sind bestens geeignet, um V\u00f6gel oder kleines Wild zu apportieren. Das getragene Gewicht belastet allerdings den Bewegungsapparat der<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,4,9,8,13,24,21,7],"tags":[],"class_list":["post-1396","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-alltaegliches","category-gesundheit","category-hunderassen","category-literatur","category-philosophisches","category-seminare_weiterbildung","category-welpen","category-wissenschaftliches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1396"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1406,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1396\/revisions\/1406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}