{"id":1391,"date":"2016-09-29T21:40:56","date_gmt":"2016-09-29T19:40:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1391"},"modified":"2017-01-19T08:42:42","modified_gmt":"2017-01-19T07:42:42","slug":"gene-machen-hunde-zu-menschenkennern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/gene-machen-hunde-zu-menschenkennern\/","title":{"rendered":"Gene machen Hunde zu Menschenkennern"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: left;\">Gene machen Hunde zu Menschenkennern<\/h1>\n<figure id=\"attachment_1392\" aria-describedby=\"caption-attachment-1392\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1392\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/beagle-300x200.jpg\" alt=\"Ein Beagle im Verhaltenstest (Foto: Mia Persson) \" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/beagle-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/beagle.jpg 716w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1392\" class=\"wp-caption-text\">Ein Beagle im Verhaltenstest (Foto: Mia Persson)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die gemeinsame Geschichte von Mensch und Hund dauert nun schon mindestens 15.000 Jahre. Als unsere Vorfahren damals begannen, die ersten W\u00f6lfe zu z\u00e4hmen, legten sie den Grundstein f\u00fcr eine ganz besondere Beziehung. Doch was machte die Tiere im Laufe ihrer Entwicklung zu so perfekten Begleitern? Ein Blick ins Hundegenom offenbart, in welchen Genen das menschenbezogene Sozialverhalten der Vierbeiner angelegt worden sein k\u00f6nnte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hund ist nicht nur seit Jahrtausenden der sprichw\u00f6rtlich beste Freund des Menschen \u2013 er hat sich auch wie kaum ein anderes Tier auf uns eingestellt. Im Laufe seiner Domestizierung hat der Vierbeiner einzigartige soziale F\u00e4higkeiten entwickelt, die ihn im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Wolf, zu einem echten Menschenversteher machen. So erkennen Hunde den emotionalen Gehalt unserer \u00c4u\u00dferungen, verstehen unser L\u00e4cheln als Ausdruck guter Stimmung und k\u00f6nnen sogar unsere Blicke deuten. Wie eng die Bindung zwischen Menschen und ihren treuen Begleitern ist, zeigt sich auch daran, welche Folgen der Blickkontakt zwischen beiden hat: Das gegenseitige Anschauen sorgt f\u00fcr eine Freisetzung des &#8222;Kuschelhormons&#8220; Oxytocin \u2013 bei Mensch und Hund. Doch welche genetischen Ver\u00e4nderungen haben auf dem Weg vom Wolf zum heutigen Haushund die Grundlage f\u00fcr dieses so sehr an den Menschen angepasste Verhalten gelegt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wissenschaftler um Mia Persson von der Link\u00f6ping University in Schweden sind dieser Frage nun nachgegangen \u2013 und haben daf\u00fcr 190 Beagles vor ein unl\u00f6sbares Problem gestellt. F\u00fcr die Untersuchung testeten die Forscher, wie sehr die alle unter denselben standardisierten Bedingungen aufgezogenen und gehaltenen Vierbeiner dazu neigen, mit dem Menschen zu interagieren: Die Hunde mussten im Experiment die Deckel von jeweils drei Beh\u00e4ltern beiseiteschieben, um an ein Leckerli heranzukommen. Doch einer der Beh\u00e4lter war so verschlossen, dass das nicht gelingen konnte. &#8222;Anders als W\u00f6lfe wenden sich Hunde in solchen schwierigen Situationen h\u00e4ufig hilfesuchend an den Menschen und stellen zum Beispiel Blickkontakt her&#8220;, schreiben Persson und ihre Kollegen. Tats\u00e4chlich suchten im Versuch nicht alle, aber die meisten Beagles angesichts der unl\u00f6sbaren Aufgabe fr\u00fcher oder sp\u00e4ter den Kontakt zu einer Person in der N\u00e4he. Mithilfe einer sogenannten genomweiten Assoziationsstudie fahndeten die Wissenschaftler anschlie\u00dfend im Erbgut der Hunde nach genetischen Variationen, die den bei den einzelnen Tieren unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gten Hang zur Kommunikation mit dem Menschen erkl\u00e4ren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcnf Gene als Kandidaten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe der Analysen identifizierten die Forscher zwei Regionen im Hundegenom, die wom\u00f6glich mit Verhaltensweisen wie der Suche nach Herrchens oder Frauchens N\u00e4he oder dem Bed\u00fcrfnis nach menschlicher Aufmerksamkeit assoziiert werden k\u00f6nnen. So standen bestimmte Varianten in den zwei Genen SEZ6L und ARVCF auf Chromosom 26 in einem Zusammenhang damit, wie viel Zeit ein Tier im Experiment in engem Kontakt mit dem Menschen verbracht hatte. Auch drei Gene in einer anderen Genomregion konnten mit \u00e4hnlichem Verhalten in Verbindung gebracht werden. Besonders interessant: Vier dieser f\u00fcnf auff\u00e4lligen Gene werden beim Menschen mit der Entwicklung von St\u00f6rungen des Sozialverhaltens in Zusammenhang gebracht \u2013 bestimmte Ver\u00e4nderungen von SEZ6L zum Beispiel mit Autismus. &#8222;Auch aus diesem Grund sind diese Gene starke Kandidaten f\u00fcr Stellschrauben, die bei Hunden menschenbezogenes Verhalten steuern&#8220;, glaubt das Team.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstmals, so betonen Persson und ihre Kollegen, seien damit nun potenzielle Gene identifiziert worden, die den Hund im Laufe seiner Domestizierung zum Menschenkenner werden lie\u00dfen. Starker Selektionsdruck hat demnach w\u00e4hrend dieses jahrtausendelangen Prozesses jene genetischen Ver\u00e4nderungen bevorzugt, die die Tiere besonders sozial kompatibel machten. &#8222;Unsere Ergebnisse gew\u00e4hren uns tiefere Einblicke in diese Grundlage der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Hund&#8220;, schlie\u00dfen die Forscher. K\u00fcnftig wollen sie weiter untersuchen, wie genau die Gene das Sozialverhalten unserer treuesten Begleiter beeinflussen. Sie erhoffen sich davon auch, die komplexe Evolutions- und Domestizierungsgeschichte des Haushundes in Zukunft noch besser zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/nature.com\/articles\/doi:10.1038\/srep33439\" target=\"_blank\">Mia Persson (Link\u00f6ping University, Link\u00f6ping, Schweden) et al., Scientific Reports, doi: 10.1038\/srep33439<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quellen: wissenschaft.de \u2013 Daniela Albat<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gene machen Hunde zu Menschenkennern Die gemeinsame Geschichte von Mensch und Hund dauert nun schon mindestens 15.000 Jahre. Als unsere Vorfahren damals begannen, die ersten W\u00f6lfe zu z\u00e4hmen, legten sie den Grundstein f\u00fcr eine ganz besondere Beziehung. 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