{"id":1349,"date":"2016-08-30T23:44:57","date_gmt":"2016-08-30T21:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1349"},"modified":"2016-09-02T06:53:19","modified_gmt":"2016-09-02T04:53:19","slug":"hunde-verarbeiten-sprache-wie-wir-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/hunde-verarbeiten-sprache-wie-wir-menschen\/","title":{"rendered":"Hunde verarbeiten Sprache wie wir Menschen"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Hunde verarbeiten Sprache wie wir Menschen<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_1351\" aria-describedby=\"caption-attachment-1351\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1351\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hundeverstehenwoerter-300x145.jpg\" alt=\"Hunde lassen sich von bedeutungslosen W\u00f6rtern mit lobendem Tonfall nicht t\u00e4uschen - sie erkennen echte Lobphrasen. \u00a9 Enik\u00f6 Kubinyi\" width=\"300\" height=\"145\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hundeverstehenwoerter-300x145.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hundeverstehenwoerter.jpg 615w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1351\" class=\"wp-caption-text\">Hunde lassen sich von bedeutungslosen W\u00f6rtern mit lobendem Tonfall nicht t\u00e4uschen &#8211; sie erkennen echte Lobphrasen. \u00a9 Enik\u00f6 Kubinyi<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vierbeiner erkennen Wortbedeutung und Tonfall mit den gleichen Hirnarealen wie Menschen &#8211; Verbl\u00fcffend menschen\u00e4hnlich: Hunde verarbeiten unsere Sprache auf \u00e4hnlich arbeitsteilige Weise wie wir \u2013 und sie erkennen sehr genau, ob ein Wort trotz lobenden Tonfall bedeutungslos ist. Wie der Mensch verarbeiten sie die Bedeutung eines Worts in der linke Hirnh\u00e4lfte und den Tonfall in der rechten, so das Ergebnis von Hirnscans. Nur wenn beides zusammenpasst, l\u00f6st dies eine Reaktion in ihrem Belohnungszentrum aus, wie Forscher im Fachmagazin &#8222;Science&#8220; berichten.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hunde gelten nicht umsonst als &#8222;bester Freund des Menschen&#8220;: Kaum ein anderes Tier hat sich im Laufe der Domestikation so stark an uns angepasst. Das geht so weit, dass der Hund unser L\u00e4cheln erkennt, aus unserer Intonation auf unsere Stimmung schlie\u00dft und nach etwas Training hunderte menschliche W\u00f6rter verstehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hunde in der &#8222;R\u00f6hre&#8220;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1353\" aria-describedby=\"caption-attachment-1353\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1353\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hundeverstehenwoerter02-300x233.jpg\" alt=\"Das Belohnungszentrum (gr\u00fcn) der Hunde reagierte nur, wenn Wortbedeutung und lobender Tonfall zusammenpassten. \u00a9 Anna G\u00e1bor\" width=\"300\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hundeverstehenwoerter02-300x233.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/hundeverstehenwoerter02.jpg 615w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1353\" class=\"wp-caption-text\">Das Belohnungszentrum (gr\u00fcn) der Hunde reagierte nur, wenn Wortbedeutung und lobender Tonfall zusammenpassten.<br \/>\u00a9 Anna G\u00e1bor<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber verstehen und verarbeiten Hunde W\u00f6rter wirklich so wie wir? Um das herauszufinden, haben Attila Andics von der E\u00f6tv\u00f6s Lorand Universit\u00e4t in Budapest und seine Kollegen 13 Hunde auf die Probe gestellt. Diese Hunde hatten schon zuvor gelernt, w\u00e4hrend einer Aufgabe still in einem Magnetresonanz-Tomografen zu liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Test h\u00f6rten die Hunde verschiedene lobende oder neutrale Wort\u00e4u\u00dferungen ihrer Trainerin, die sie mal in lobender Intonation, mal mit neutraler Stimmlage aussprach. So erklang beispielsweise ein f\u00fcr die Hunde bedeutungsloses Wort in lobendem Tonfall, die Phrase &#8222;Gut gemacht!&#8220; dagegen auch in neutraler Intonation. &#8222;Wir schauten dabei, ob das Gehirn der Hunde zwischen den bedeutungsvollen und bedeutungslosen Worten differenzieren kann und zwischen den Intonationen&#8220;, erkl\u00e4rt Andics.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00f6rter links, Tonfall rechts<\/strong><br \/>\nDas Ergebnis: \u00dcberraschenderweise verarbeiten Hunde Sprache ganz \u00e4hnlich wie wir. &#8222;Bei der Sprachverarbeitung gibt es eine wohlbekannte Arbeitsteilung im menschlichen Gehirn&#8220;, erkl\u00e4rt Andics. &#8222;Die linke Hirnh\u00e4lfte verarbeitet die Wortbedeutung und die rechte die Intonation.&#8220; Wie die Hirnscans der Hunde belegten, geschieht dies bei den Vierbeinern genauso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wurde ein Areal in der linken Hirnh\u00e4lfte der Hunde nur dann aktiv, wenn sie echte Lobw\u00f6rter h\u00f6rten \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob diese in neutralem Tonfall oder lobend ausgesprochen wurden. Waren die W\u00f6rter dagegen f\u00fcr den Hund bedeutungslos, blieb dieser Bereich inaktiv. Gleichzeitig feuerten bestimmte Neuronen in der rechten Hirnh\u00e4lfte nur dann, wenn die Hunde eine lobende Intonation h\u00f6rten \u2013 egal ob das Wort etwas bedeutete oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wohlgef\u00fchl nur, wenn Wort und Tonfall passen<\/strong><br \/>\nUnd noch etwas ergaben die Hirnscans: Das Belohnungssystem der Hunde sprang nur dann an, wenn W\u00f6rter und Tonfall zusammenpassen. Nur wenn die Trainerin eine lobende Phrase lobend aussprach, l\u00f6ste dies bei den Tieren das entsprechende Wohlgef\u00fchl aus. &#8222;Hunde k\u00f6nnen demnach nicht nur auseinanderhalten, was wir sagen und wie wir es sagen \u2013 sie k\u00f6nnen auch beides kombinieren und so korrekt interpretieren, was diese W\u00f6rter bedeuten&#8220;, sagt Andics.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/N9QQxa6eLPc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Ansicht der Forscher haben die Hunde damit in allen drei Teilaspekten der Tests eine verbl\u00fcffend menschen\u00e4hnliche Reaktion bewiesen. Zum Teil verdanken sie ihr gutes Ohr f\u00fcr unsere Sprache und Art der Kommunikation ihrer langen Domestikation und dem engen Kontakt mit dem Menschen. Aber die Arbeitsteilung von Wortverst\u00e4ndnis und Intonation im Gehirn m\u00fcsse schon von vornherein bei diesen Tieren angelegt gewesen sein, meinen die Wissenschaftler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was menschliche W\u00f6rter und Sprache einzigartig macht, ist daher nicht die mentale F\u00e4higkeit, sie zu verarbeiten&#8220;, konstatieren die Forscher. Denn dies beherrschten Hunde auch. &#8222;Einzigartig ist aber die F\u00e4higkeit, lexikalische Phrasen zu erfinden und bewusst zu nutzen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/science.sciencemag.org\/cgi\/doi\/10.1126\/science.aaf3777\" target=\"_blank\">(Science, 2016; doi: 10.1126\/science.aaf3777)<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: www.scinexx.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunde verarbeiten Sprache wie wir Menschen &nbsp; Vierbeiner erkennen Wortbedeutung und Tonfall mit den gleichen Hirnarealen wie Menschen &#8211; Verbl\u00fcffend menschen\u00e4hnlich: Hunde verarbeiten unsere Sprache auf \u00e4hnlich arbeitsteilige Weise wie wir \u2013 und sie erkennen sehr genau, ob ein Wort<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,5,4,9,8,13,14,21,7],"tags":[],"class_list":["post-1349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-alltaegliches","category-geschichtliches","category-gesundheit","category-hunderassen","category-literatur","category-philosophisches","category-skuriles","category-welpen","category-wissenschaftliches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1349"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1361,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1349\/revisions\/1361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}