{"id":1287,"date":"2016-08-09T20:41:21","date_gmt":"2016-08-09T18:41:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1287"},"modified":"2016-08-10T08:18:02","modified_gmt":"2016-08-10T06:18:02","slug":"was-sind-gefaehrliche-hunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/was-sind-gefaehrliche-hunde\/","title":{"rendered":"Was sind gef\u00e4hrliche Hunde?"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Was sind gef\u00e4hrliche Hunde?<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Kampfhunde\u201d \/ \u201dGef\u00e4hrliche Hunde\u201d <\/em><em>Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Universit\u00e4t Kiel <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1293\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kampfhunde-300x201.jpg\" alt=\"Gef\u00e4hrliche Hunde\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kampfhunde-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kampfhunde-768x515.jpg 768w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Kampfhunde.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p class=\"wp-caption-dd\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.\u00a0Gef\u00e4hrliche Hunde<\/strong><br \/>\n&#8222;Gef\u00e4hrlichen Hunden\u201d liegen h\u00f6chst unterschiedliche Genesen zugrunde, impliziert sei hier sowohl die Verhaltensontogenese, die durch Phasen ausgepr\u00e4gter Sensibilit\u00e4t allen Umwelteinfl\u00fcssen gegen\u00fcber gekennzeichnet ist, in denen gerade auch der Umgang mit Sozialpartnern in Konfliktsituationen oder bei Rivalit\u00e4ten entscheidend &#8222;gepr\u00e4gt&#8220; wird, als auch das zum Zeitpunkt eines \u00dcbergriffes bestehende soziale Umfeld des Tieres mit allen Besonderheiten seiner Einbindung in dieses. Und letztendlich sind Kenntnisse zum Geschehen, zur schweren K\u00f6rperverletzung oder gar T\u00f6tung eines Menschen oder eines Artgenossen bzw. Fakten dar\u00fcber, weshalb eine Auseinandersetzung mit einem Sozialpartner, eine Begegnung eskalierte, einfach obligatorisch.<br \/>\nVorliegende Definition &#8222;gef\u00e4hrlicher Hunde&#8220; (wie in den HundeVO einiger Bundesl\u00e4nder praktiziert) sind vielfach stellenweise zu unpr\u00e4zise und allgemein gehalten, als dass sie im Rahmen zu treffender Ma\u00dfnahmen nach einem Vorfall (besser noch w\u00e4re: im Dienste einer Pr\u00e4vention) von gef\u00e4hrlichen oder extrem bel\u00e4stigenden Zwischenf\u00e4llen mit Hunden urs\u00e4chlich &#8222;greifen &#8220; k\u00f6nnten.<br \/>\nEs gibt Mensch-Hund-Beziehungen, die Indikatoren einer potentiellen Gef\u00e4hrdung aufweisen, die \u00fcber das &#8222;Restrisiko&#8220; der Haltung eines (gro\u00dfen, sozial expansiven) Hundes hinausgehen. Denn Gr\u00f6\u00dfe, Kraft, wie auch bestimmte Verhaltensmerkmale eines Hundes sind f\u00fcr das Zusammenleben mit bestimmten Menschen offenbar latent gef\u00e4hrlich. Gro\u00dfe Hunde oder Hunde bestimmter Rassezugeh\u00f6rigkeit deshalb zunehmenden Haltungsrestriktionen zu unterwerfen oder sie gar zu verbieten, &#8222;aussterben&#8220; lassen zu wollen, ist keine L\u00f6sung.<br \/>\nEs geht in aller Regel um bestimmte Mensch-Hund-Beziehungen. Problematische Entwicklungen derselben Hunde verschwinden bei anderen Hundehaltern sofort, wie in etlichen F\u00e4llen zu belegen war. Es ist bekannt, dass es gerade Hunde sind, die bereits ein\u00acoder zweimal auff\u00e4llig wurden, denen z.B. ein Leinenzwang verordnet wurde, die dennoch schwere Verletzungen (z.T. mit Todesfolge) verursachten.<br \/>\nDie Beziehungsschiene Mensch\/Hund ist von ganz entscheidender Bedeutung. Denn Hunde kooperieren und konkurrieren mit ganz bestimmten Menschen in ganz besonderer Weise. Das ist canidentypisch. Ein Ausgleich zu dieser h\u00e4ufig ambivalenten Situation wird von bestimmten Menschen nicht verstanden oder so manipuliert, dass sich inad\u00e4quates Aggressionsverhalten ihres Hundes entwickeln muss. Ausserdem ist die Stimmungs\u00fcbertragung Mensch\/Hund nicht zu vernachl\u00e4ssigen.<br \/>\nDer Ansatz bei bestimmten Haltern, das Erkennen von Gefahrenmomenten am Beziehungsgeflecht Mensch\/Hund wird oft untersch\u00e4tzt bzw. es unterbleibt ganz. Es sind, wie auch wissenschaftliche Untersuchungen belegen, individuelle Mensch-Hund-Beziehungen, die den ersteren zur Gef\u00e4hrdung seiner Umwelt werden lassen. (Lockwood, 1995).<br \/>\nGef\u00e4hrliche Hunde sind stets individuell zu benennen, eine h\u00e4ufige Genese ist die der sozialen Deprivation. Soziale Unsicherheit und Angst begleiten das gesamte Hundeleben, wenn die<br \/>\nJugendentwicklung in &#8222;Hundefabriken&#8220; ohne ausreichende Sozialisation an Artgenossen und Menschen erfolgte.<br \/>\nRestriktiv in Zwingern aufgewachsene Hunde werden stets &#8222;Schwierige&#8220;, oftmals bissige Hunde. Es besteht &#8211; zumal in der Jugendentwicklung eines Hundes (sensible Phasen, in denen besonders einpr\u00e4gsam gelernt wird!) eine innige Wechselwirkung von Umwelt und Erbgut, die den sp\u00e4teren Hund &#8222;formt&#8220;.<br \/>\nSo wird die Art und Weise, Konflikte zu l\u00f6sen in dieser Zeit ge\u00fcbt, im spielerischen Kontext. Isoliert oder reizarm aufgezogene Hunde zeigen h\u00e4ufig situativ unangemessenes, \u00fcbersteigertes Angriffs- wie Abwehrverhalten, wodurch erhebliche Gefahrenmomente geschaffen werden. Dieses geschieht am h\u00e4ufigsten aus sozialer Unsicherheit und Angst.<br \/>\nBeispiel: Dogge, eingesperrt in dunkle Schweinest\u00e4lle, in Gitterk\u00e4fige mit verdrecktem Betonboden ohne Schlafplatz, diese menschenbezogenen Hunde ausgesperrt aus allen sozialen Bez\u00fcgen, diese lauffreudigen Tiere ohne Bewegungsfreiheit, mager und frierend und psychisch fast zerbrochen, das sind keine Horrorbilder aus S\u00fcd- oder Osteuropa, das ist Wirklichkeit z.B.im n\u00f6rdlichen Brandenburg, so der Bericht einer Gruppe, die sich der Tiere annimmt und ihr Schreiben an mich wie folgt schliesst:&#8220; Auch die Amtstier\u00e4rzte sind rat- und machtlos, sie h\u00f6ren sich die vollmundigen Erkl\u00e4rungen der Hundebesitzer an, dass die Hunde ja jeweils nur kurz in den K\u00e4figen sitzen &#8211; und verlassen die Geh\u00f6fte wieder&#8230;&#8220;. Der gesetzliche Vollzug ist, wie immer wieder beklagt wird, sehr oft unzureichend.<br \/>\nHunde, die im Junghundalter eine Rangeinweisung entbehrten, vielmehr vermenschlicht und verw\u00f6hnt wurden, neigen zu gest\u00f6rtem Dominanzverhalten gegen\u00fcber Menschen und Artgenossen. Ein Gefahrenpotential bilden also Hunde mit hohem sozialen Status in ihrer Familie. Bei gro\u00dfen Hunden ist so eine freie hierarchische Position hochgef\u00e4hrlich f\u00fcr alle Familienmitglieder.<br \/>\nUnzureichende Auslastung von Hunden, deren Haltung ihren Rassebesonderheiten nicht ausreichend Rechnung tr\u00e4gt, kann zu Verhaltensfehlentwicklungen aufgrund inad\u00e4quater, immer gleicher Umgebung (Reizarmut) f\u00fchren und in &#8222;pl\u00f6tzliche&#8220; Attacken und Ernstk\u00e4mpfe umschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fallbeispiele<\/strong><br \/>\nFolgende Fallbeispiele, die von mir im Zuge forensischer Gutachtert\u00e4tigkeit analysiert wurden, zeigen, kurz dargestellt und zur Bestimmung der H\u00e4ufigkeit ihres Vorkommens vorsichtig kategorisiert, dass Beisszwischenf\u00e4lle sehr vielschichtig und im famili\u00e4ren Beziehungsgeflecht verursacht sind. Hunde, die auf sogenannte Hyperaggressivit\u00e4t gez\u00fcchtet oder einer Aggressionsdressur unterworfen wurden, spielten in den j\u00e4hrlich ca. 30 zu begutachtenden F\u00e4llen der letzten 15 Jahren eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktita Inu<\/strong><br \/>\nStaatsanwaltschaft K\u00f6ln 1997<br \/>\nVerwarnung wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung, Bestimmung einer Geldstrafe in H\u00f6he von DM 600,&#8211;<br \/>\nHund an der langen Leine und &#8222;nicht beaufsichtigt&#8220; f\u00e4llt ein Kind an; Bisse in Kopf-, Nacken- und Schulterbereich.<br \/>\nErhebliche Fleischverletzungen an Kopf und Nacken.<br \/>\n(Weiterer Vorfall, der nicht angezeigt wurde: Verletzungen im Kopfbereich eines anderen Kindes)<br \/>\nMangelnde Aufsicht und Verantwortung, mangelhaftes Wissen zum Hundeverhalten: ca. 26 % der j\u00e4hrlich begutachteten F\u00e4lle in den letzen 15 Jahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rottweiler<\/strong><br \/>\nLandgericht Schwerin 1996<br \/>\nder, bis auf kurze Ausl\u00e4ufe, die ihm nicht einmal t\u00e4glich zugestanden werden, in einem Drahtk\u00e4fig eingesperrt lebt, der nicht einmal einige normale Schrittfolgen erlaubt, vielmehr nur Drehbewegungen um die eigene Achse sowie kurze Gliedma\u00dfenverschiebungen nach rechts, links, vorne und hinten, verletzt einen Mann lebensgef\u00e4hrlich, als die K\u00e4figt\u00fcr versehentlich offen bleibt und sein Halter sich mit dem Opfer pr\u00fcgelt. Beide stehen unter Alkoholeinfluss.<br \/>\nDer Hund wird in das Tierheim Dorf Mecklenburg abgegeben und letztendlich get\u00f6tet.<br \/>\nDie Mischlingshunde &#8218;Lucas&#8216; und &#8218;Jerry&#8216; werden vor dem Angriff eines Menschen auf eigenem Territorium durch eine lange Lederleine an ihren Halsb\u00e4ndern \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum aneinandergebunden gehalten (siehe Ordnungsverf\u00fcgung vom 7.11.1997).<br \/>\nK\u00f6rperverletzungen, die mit extrem tierschutzwidriger Haltung in Zusammenhang stehen: ca. 20% der j\u00e4hrlich begutachteten F\u00e4lle in den letzen 10 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dobermann<\/strong><br \/>\nAmtsgericht Syke,1998<br \/>\nder an der kurzen Leine mit Besitzer und dessen Sohn geht, greift eine Frau an, die den kleinen Jungen mit ausgestreckten Armen laut begr\u00fc\u00dfen will. Das Verhalten der Kl\u00e4gerin geht \u00fcber das, was als &#8222;Restgefahr&#8220; in jeder Interaktion mit einem Hund oder in bezug auf einen Hund liegt, hinaus und h\u00e4tte von ihr vermieden werden k\u00f6nnen. Das Verhalten ist vom Hund zu decodieren wie ein pl\u00f6tzlicher Angriff des Kindes. Zu Hund bestand kein Vertrauensverh\u00e4ltnis.<br \/>\nK\u00f6rperverletzungen von Kindern durch Hunde mit \u00e4hnlicher Vorgeschichte und \u00e4hnlichem situativen Kontext:<br \/>\nca. 15% der j\u00e4hrlich begutachteten F\u00e4lle in den letzten 5 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deutscher Sch\u00e4ferhund<\/strong><br \/>\nAmtsgericht Ahlen, 1997<br \/>\nbeisst unmittelbar nach einem Tierheimaufenthalt ein Kind. Es hat weder eine Beratung der neuen Besitzer stattgefunden (mit dem dringend notwendigen Hinweis, Hund und Kind nicht alleine zu lassen!), noch sind die Besitzer gefragt worden (sind Kenntnisse sowie M\u00f6glichkeiten zur Haltung eines gro\u00dfen Hundes vorhanden u.a.?) .<br \/>\nSchwere K\u00f6rperverletzungen, die eine entsprechende Vorgeschichte wie einen vergleichbaren situativen Kontext aufweisen: 10% der Gutachten in den letzten 10 Jahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwei Kangals<\/strong><br \/>\nLandgericht L\u00fcnen 1998<br \/>\ndie ein Gel\u00e4nde bewachen sollen, sind nach einem Training mit Elektrostimulation (6 Wochen Aufenthalt in einer Hundeausbildungsst\u00e4tte) \u00e4ngstlich und bissig geworden, verletzen den Sohn des Besitzers auf eigenem Gebiet; sie wenden sich aus der Defensive gegen jedermann und k\u00f6nnen deshalb nur noch einzeln im Zwinger gehalten werden.<br \/>\nUnf\u00e4lle, die eine \u00e4hnliche Vorgeschichte nach &#8222;harter Ausbildung&#8220; in Abwesenheit der Besitzer aufweisen: ca. 9% der begutachteten F\u00e4lle in den letzen drei Jahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rottweiler<\/strong><br \/>\nattackiert Besucher (Abbiss eines Fingers), als ihn dieser als soziale Ma\u00dfregelung \u00fcber den Fang fasst, reaktiv auf das Anknurren des Hundes. Besitzer sind nicht im Raum.<br \/>\nVernachl\u00e4ssigung der Aufsichtspflicht (Besitzer) sowie inad\u00e4quate Behandlung eines fremden Hundes durch das Opfer auf hundlichem Territorium. Gutachten \u00fcber K\u00f6rperverletzungsdelikte \u00e4hnlicher Genese: ca. 8% in den letzten 10 Jahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Deutscher Sch\u00e4ferhund<\/strong><br \/>\nStaatsanwaltschaft Frankfurt 1998<br \/>\nVerwarnung wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung, Bestimmung einer Geldstrafe von DM 1200,&#8211;<br \/>\nBeim Entgegenstrecken der Ausweispapiere fasst der angeleinte Diensthund mehrmals hintereinander zu, zerreisst eine Lederjacke und verletzt den Mann.<br \/>\nK\u00f6rperverletzungen, die auf Ausbildungsfehler zur\u00fcckzuf\u00fchren sind : ca. 7% der begutachteten F\u00e4lle in den letzten 10 Jahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jagdhund, Rasse Deutsch-Drahthaar<\/strong><br \/>\nLandgericht Stade, 1998)<br \/>\nt\u00f6tet eine Katze nahe dem Grundst\u00fcck ihres Halters, Kinder und etliche Erwachsene Personen sind zugegen. Das T\u00f6ten dauert lange (ca. 10-15 Minuten). Freispruch 1 2. Instanz.<br \/>\n\u00c4hnliche Tiert\u00f6tungen durch Jagdhunde, die eindeutige Tierschutzrelevanz aufweisen: ca. 3% der Gutachten j\u00e4hrlich in den letzen 15 Jahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>American Staffordshire Terrier<\/strong><br \/>\nLandgericht Frankfurt\/ Main 1997<br \/>\nt\u00f6tet eine Frau, die zuf\u00e4llig die T\u00fcr zur Wohnung des Halters passiert, durch sie seine Lebensgef\u00e4hrtin nach einem Streit gerade geflohen war. Der American Staffordshire war bereits einmal auff\u00e4llig geworden (Beissvorfall) und unterlag dem Leinenzwang. Der Besitzer wurde wegen fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung zu 1 1\/2 Jahren Haft verurteilt (2. Instanz).<br \/>\nDer Hund war mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit auf Menschent\u00f6tung abgerichtet worden, was jedoch nicht mit letzter Sicherheit nachzuweisen war. Halter und Hund leben im &#8222;Milieu&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnliche F\u00e4lle (Verletzung, keine T\u00f6tung): 2-3% der Gutachten pro Jahr in den letzten f\u00fcnf Jahren. Junge M\u00e4nner, sportlich, die imponieren wollen. &#8222;Halbstarken-Image&#8220; bzw. &#8222;Szene-Hunde&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rassezugeh\u00f6rigkeit und daraus resultierende &#8222;Gef\u00e4hrlichkeit&#8220;<\/strong><br \/>\nVerhaltensbiologisch ist die &#8222;gef\u00e4hrliche Rasse&#8220; nicht zu benennen, es ist naturwissenschaftlich so unsinnig wie unbewiesen, einer Hunderasse a priori, also ohne Ber\u00fccksichtigung der feindifferenzierten Verzahnung von genetisch bedingten Handlungsbereitschaften und den obligatorischen Lernvorg\u00e4ngen, eine gesteigerte &#8222;Gef\u00e4hrlichkeit&#8220; zuzuschreiben.<br \/>\nRassenkataloge, die &#8222;Hunde mit gesteigerter Gef\u00e4hrlichkeit&#8220; auflisten, sind irref\u00fchrend, weil der Objektivit\u00e4t entbehrend, sie f\u00f6rdern dar\u00fcber hinaus einen Hundemissbrauch, indem sie bestimmte Rassen f\u00fcr eine bestimmte Klientel erst attraktiv machen. Rasseaufz\u00e4hlungen erschweren die Hundehaltung zudem ungemein, da Nachbarschaftsverleumdungen die Gerichte ganz unn\u00f6tig besch\u00e4ftigen und schliesslich, gesteigert von Beschimpfungen von Passanten, den betreffenden Hundehaltern psychisch derart zusetzen, dass diese ihre Hunde ins Tierheim abgeben &#8211; ein f\u00fcr die meisten Tierheime zunehmendes wie zunehmend schwer oder unl\u00f6sbares Problem. Die betreffenden Hundeindividuen nehmen Schaden (es gibt Tiere die 5-7 mal ihren Halter wechseln oder von vornherein nicht vermittelbar sind), werden jetzt mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Problemhunden, die schwer einsch\u00e4tzbar und gef\u00e4hrlich reagieren. Die Bezeichnung &#8222;Kampfhund&#8220; sollte sicht mehr benutzt werden, da sie reisserisch ist und die falschen Gruppen &#8222;bedient&#8220;.<br \/>\nEs sei betont, dass nat\u00fcrlich nicht alle Hunderassen gleich sind in ihrer Verhaltenssteuerung, auch werden sie nicht als Tabula Rasa geboren, ihr Verhaltensinventar wie z.B. bestimmte Reaktionsnormen k\u00f6nnen sehr unterschiedlich und durchaus rassekennzeichnend sein, sind also durchaus genetische determiniert, entwickeln sich jedoch in st\u00e4ndiger, feindifferenzierter Wechselwirkung mit allen Reizen des hundlichen Umfeldes. Und so kommt es zu h\u00f6chst unterschiedlichen Verhaltensauspr\u00e4gungen bei Tieren einer Rasse. Dies gilt gerade f\u00fcr das Aggressionsverhalten.<br \/>\nBei biologisch ausgerichteter Zucht und ebensolcher Aufzucht, Ausbildung und Haltung, m\u00fcssen auch Rassen mit einer relativ jungen Kampfhundevergangenheit keineswegs gef\u00e4hrlicher sein als andere gro\u00dfe und kr\u00e4ftige Hunde, k\u00f6nnen vielmehr ausgeglichen und berechenbar im Verhalten sein. So eignen sich etwa American Staffordshire Terrier gut zur Arbeit als Tr\u00fcmmersuchhunde. Sie geh\u00f6ren zu Menschen mit vertieften Kenntnissen zum hundlichen Verhalten und Erfahrungen mit Hunden eben dieser Rassezugeh\u00f6rigkeit.<br \/>\nDie Werbung f\u00fcr Bull-Rassen mit Wellensittich auf dem Kopf und den Babies auf dem R\u00fccken sollten fehlen, denn Hunde dieser Rassezugeh\u00f6rigkeit m\u00fcssen keine Ersthunde f\u00fcr Familien mit Kindern im Krabbelalter sein. Dies gilt ebenso f\u00fcr andere gro\u00dfe Rassen, die bei uns zunehmend modern werden, fatalerweise bei gerade v\u00f6llig ahnungslosen Hundehaltern, die Hunde schlicht nach ihrem Exterieur aussuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zusammenfassende \u00dcberlegung und Ausblick<\/strong><br \/>\nVergleichende Untersuchungen unter definierten Umweltbedingungen wie zum Entstehen sozialer Beziehungen an \u00fcber 20 Hunderassen (darunter auch American Staffordshire Terrier, der Bullterrier, Fila Brasileiro und andere auf den Pauschallisten gef\u00fchrte Rassen sowie Jagdhunde- und Schutzhundrassen) entbehren der Daten f\u00fcr eine generell h\u00f6her anzusetzende Gef\u00e4hrlichkeit der Haltung einer bestimmten Rasse.<br \/>\nEs gibt keine &#8222;gef\u00e4hrlichen Hunderassen\u201d, es gibt gef\u00e4hrliche Hundeindividuen. Der Begriff &#8222;gef\u00e4hrlicher Hund&#8220; ist unabh\u00e4ngig von der Rassezugeh\u00f6rigkeit zu benennen, vielmehr rasseneutral f\u00fcr Individuen \u00fcber bestimmte Merkmale zu bestimmen (der Situation nicht angemessenes Aggressionsverhalten, Angriffe und ungehemmtes Beissen (ohne Beisshemmung) von Sozialpartnern (Artgenosse, Mensch und anderen Tierarten).<br \/>\nHund und Mensch bilden stets ein &#8222;Beziehungsgespann&#8220;: Jede Hundezucht wie Hundeentwicklung, jedes Hundeverhalten wird vom Menschen entscheidend beeinflusst, der \u00fcberwiegend urs\u00e4chlich verantwortlich ist f\u00fcr gest\u00f6rte Beziehungen zum Tier. Es sind die Z\u00fcchter (Massenzuchten!) und Besitzer bzw. das gesamte soziale Umfeld, das Hunde gef\u00e4hrlich werden l\u00e4sst.<br \/>\nAnalysen der Genesen von schweren Beissvorf\u00e4llen weisen auf soziologische Probleme, das Bed\u00fcrfnis von Menschen \u00fcber den Mi\u00dfbrauch von Hunden zu imponieren, Angst einzufl\u00f6ssen und ihr Ego aufzuwerten. Die &#8222;Aggressionsz\u00fcchtungen&#8220;, in der Regel Kreuzungen (sogenannte &#8222;Hinterhof-Z\u00fcchtungen&#8220;), sind als Symptom gesellschaftlicher Probleme zu werten. Das neue Tierschutzgesetz verbietet Aggressionssteigerungen, z\u00fcchterisch wie \u00fcber entsprechende Konditionierung. Die entsprechenden Paragraphen m\u00fcssen nur zur Anwendung kommen.<br \/>\nHilfreich w\u00e4re eine Kennzeichnungs- und Registrierpflicht f\u00fcr alle Hunde, nicht allein diejenigen, die unter dem Patronat VDH gez\u00fcchtet werden. Es muss verhindert werden, dass ein Jeder, also auch ein Mensch ohne Fachkenntnis und Verantwortung, sowie einer, der nur am Hund verdienen will, z\u00fcchten darf. Also sollte ein Heimtierzuchtgesetz erlassen werden, die hierf\u00fcr erforderlichen rechtlichen Voraussetzungen sind zu schaffen. Auch eine Hundehalter VO sollte endlich erlassen werden. Wir m\u00fcssen, entfernt von emotionalen &#8222;L\u00f6sungsans\u00e4tzen im Schnellverfahren\u201d, zu objektiven Fakten, zu einer objektiven Darstellung der Gef\u00e4hrdung durch Hunde und deren Ursachengef\u00fcge finden.<br \/>\nDer Schl\u00fcssel liegt im Verst\u00e4ndnis der Entwicklung des schrecklichen Geschehens. Auff\u00e4llig ist u.a., dass Hunde, die Menschen schwer verletzen, bereits zwei oder gar dreimal auff\u00e4llig geworden waren, was aber weit zu wenig beachtet und geahndet worden war.<br \/>\nEine weit konsequentere Aussch\u00f6pfung vorhandener Gesetze h\u00e4tte etliche Wiederholungsvorf\u00e4lle verhindert &#8211; so die T\u00f6tung der Frau in Frankfurt und w\u00fcrde \u00fcberwiegend ausreichen (gemeinsam mit den bereits aufgef\u00fchrten Vorschl\u00e4gen), Probleme mit Menschen und ihren Hunden weit besser in den Griff zu bekommen.<br \/>\nJeder Entwicklung zum &#8222;gef\u00e4hrlichen Hund&#8220; liegt eine individuelle soziale Konstellation zugrunde. Innerhalb dieser kann grob kategorisiert werden. Konditionierungen von Hunden, die vorsichtig einem bestimmten Typus zuzuschreiben sind, liegen in der F\u00f6rderung oder Umleitung oder Extinktion eines bestimmten erlernten Verhaltens.<br \/>\nHunde, die sich durch gezielte Zuchtwahl auf &#8222;\u00fcbersteigerte Aggressivit\u00e4t&#8220; auszeichnen, sind in bestimmten F\u00e4llen nicht mehr therapierbar. Es sind Hunde, deren Aufmerksamkeit beim Erscheinen von Artgenossen gar nicht mehr zu gewinnen ist, die nur noch durch das K\u00e4mpfen zu motivieren sind. Oder solche, die schlicht nicht einzusch\u00e4tzen sind, immer wieder ohne Vorwarnung und biologisch nachvollziehbarem Grund angreifen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Biologie der Aggression<\/strong><br \/>\nEine einheitliche Definition f\u00fcr Aggression liegt nicht vor. Der Begriff subsumiert viele verschiedene Verhaltensweisen, die ein Individuum direkt oder indirekt, k\u00f6rperlich oder seelisch sch\u00e4digen. Es kommt vom lateinischen &#8222;aggredi&#8220; (an etwas herangehen) &#8211; bezieht sich biologisch betrachtet auf den Erhalt von Handlungsfreir\u00e4umen bei Tieren, die in geschlossenen, individualisierten, hierarchisch strukturierten Gruppen leben, wie f\u00fcr Caniden typisch.<br \/>\n&#8222;Aggredi&#8220; bedeutet: hier komme ich, mach Platz (wo sich ein K\u00f6rper befindet kann kein anderer sein), und bezieht sich sehr oft auf die Darstellung und &#8211; falls n\u00f6tig &#8211; Verteidigung eines sozialen Status. Die Abgrenzung &#8222;innerer Antrieb&#8220; oder &#8222;\u00e4usserer Reiz&#8220; ist m\u00e4ssig. Es sei kurz auf zwei extreme Positionen eingegangen, die heute nurmehr wissenschaftshistorischen Wert haben, dennoch im Fall der &#8222;endogenen Produktion aggressiver Energien&#8220; immer wieder beispielhaft zur Rechtfertigung von &#8222;Aggressionsdressuren&#8220; bem\u00fcht werden:<br \/>\nKonrad Lorenz nimmt eine Extremposition in Richtung auf den Pol &#8222;innerer Antrieb&#8220; ein. Vereinfacht dargestellt geht er von der Existenz eines Aggressionstriebes aus, der spontan Energie und Verhaltensneigungen f\u00fcr Aggression erzeugt. Nach dieser Theorie wird das tats\u00e4chliche aggressive Verhalten allerdings auch erst nach Auftreten eines geeigneten artspezifischen Reizes durch den AAM ge\u00e4ussert, doch ist die Bedeutung dieses Ausl\u00f6sers in gewisser Weise zweitrangig. Je nach der St\u00e4rke der endogenen (durch den Instinkt) erzeugten Aggressionsenergie (umso st\u00e4rker, je l\u00e4nger die letzte Ausl\u00f6sung des aggressiven Verhaltens durch einen Ausl\u00f6sereiz zur\u00fcckliegt), kann der ausl\u00f6sende Reiz unspezifischer werden. Bei extrem aufgestauter Aggressionsenergie reicht nach Lorenz nahezu jeder Reiz aus, um Aggressionsverhalten auszul\u00f6sen. Im Extrem kann aggressives Verhalten sogar ohne jegliche \u00e4ussere Provokation auftreten.<br \/>\nDie theoretische Gegenposition wird von den Reiz\/Reaktions\/Theoretikern eingenommen (insbesondere in der Tradition der Lerntheorien und des Behaviorismus nach WATSON und SKINNER), welche die Determinanten benachbarter Verhaltensweisen vorwiegend in der externen Reizung des Organismus suchen, der nach ihrer \u00dcberzeugung die weitaus gr\u00f6\u00dfere Bedeutung bei der Verhaltenssteuerung zukommt.<br \/>\nDer Streit um die Verhaltensdeterminanten in bezug auf inneren Antrieb oder \u00e4ussere Reizung war mehr als ein akademisches Problem oder Haarspalterei: Die Folgerung f\u00fcr die Verhaltensvorhersage und insbesondere die Modifikation oder Manipulation aggressiven Verhaltens sehen h\u00f6chst unterschiedlich aus. Kann nach Lorenz das durch innere Antriebe verursachtes Verhalten spontan erfolgen, wenn im Organismus eine entsprechend starke Verhaltensbereitschaft vorliegt, weil das aktuelle Verhalten dann durch die \u00e4usseren Reize nur ausgel\u00f6st zu werden braucht, muss nach den Reiz-Reaktions-Modellen auch die Verhaltensbereitschaft durch Umweltreize erst erzeugt werden. Lorenz postulierte, da st\u00e4ndig neue aggressive Energie durch ausl\u00f6sende Reize f\u00fcr ein relativ harmloses aggressives Verhalten, um eine Eskalation zu verhindern &#8211; nach Ansicht der Reiz-Reaktions-Theoretiker war dies eine v\u00f6llig falsche Strategie, da durch die H\u00e4ufung von Ausl\u00f6sereizen erst recht eine aggressive Verhaltensbereitschaft erzeugt w\u00fcrde. Dieser Lerneffekt konnte bereits in den 60er Jahren durch Scott und Fuller (1965 best\u00e4tigt werden.<br \/>\nHeute wissen wir, das Aggression viel urs\u00e4chlicher ist, vererbt wird jeweils nur eine Reaktionsnorm, gleichsam ein Angebot an die Umwelt.<br \/>\nErgo: Innerhalb dieser Norm entscheiden dann die verschiedenen Umwelteinfl\u00fcsse, in welcher Weise die vom Erbmaterial ausgehenden Informationen im Einzelfall verwirklicht werden. Es besteht eine st\u00e4ndige Wechselwirkung von Umwelt und Erbgut. Rituale der Konfliktl\u00f6sung werden dabei gerade in der Zeit der sensiblen Phase (3.-12. Woche) der Jugendentwicklung gelernt &#8211; die Voraussetzung f\u00fcr dieses soziale Lernen sind f\u00fcr eine normale Welpen- und Junghundeentwicklung obligatorisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Theorie des Droh- und Kampfverhaltens heute<\/strong><br \/>\nDas einfachste Mittel einen Konflikt zu l\u00f6sen, w\u00e4re der Kampf mit dem Konkurrenten. Unter Artgenossen sind auch bei Haushunden Kommentk\u00e4mpfe (K\u00e4mpfe mit Turniercharakter, die nicht besch\u00e4digen) vorherrschend. So treten keine Verletzungen auf. In der klassischen Ethologie wurde die Seltenheit von Besch\u00e4digungsk\u00e4mpfen gruppenselektionistisch im Sinne eines Arterhaltungsprinzipes gedeutet. Die eigentliche Verletzung oder T\u00f6tung eines<br \/>\nArtgenossen wurde als Unfall oder krankhafte Abweichung gesehen. Heute wird die Evolution von Kampfverhalten und das Vorherrschen von Kommentk\u00e4mpfen allein unter Annahme einer Individualselektion erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gruppenselektionistische Erkl\u00e4rung der Evolution von Kommentk\u00e4mpfen<br \/>\nMan denke sich als Gruppen, in denen alle Mitglieder Kommentk\u00e4mpfer sind, die dann mit solchen konkurrieren, in den Besch\u00e4digungsbeissen vorherrscht.<br \/>\nEs ist plausibel, dass sich die Kommentk\u00e4mpfer durchsetzen werden. Diese \u00dcberlegungen jedoch vernachl\u00e4ssigen das Auftreten von Mutationen. Maynard Smith et al. (1974) betonen, dass immer dann, wenn in einer Population, in der alle Mitglieder eine der Verhaltensstrategien zeigen (z.B. Kommentk\u00e4mpfer sind) und die jeweils andere Strategie als Mutante auftritt (z.B. Besch\u00e4digungsk\u00e4mpfer), sich diese Mutante schnell durchsetzt. Es entsteht eine Mischpopulation, bei den Mutanten kommen in einem bestimmten H\u00e4ufigkeitsverh\u00e4ltnis vor, eine evolutionsstabile Strategie entsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quintessenz dieser spieltheoretischen \u00dcberlegungen ist<br \/>\nJedes Individuum ist auf eine bestimmte Kampfstrategie festgelegt, und diese wird sich \u00fcber den Kampferfolg in der Fortpflanzungswahrscheinlichkeit niederschlagen, so da\u00df die erfolgreichere Strategie in der n\u00e4chsten Generation von mehr Individuen gezeigt wird als in dieser Generation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kontrahenten haben w\u00e4hrend einer Auseinandersetzung stets die M\u00f6glichkeit, da\u00df es zur Eskalation kommt. Und in diesem Punkt m\u00fcssen sie sich entscheiden, abh\u00e4ngig von 3 Faktoren:<br \/>\nA)\u00a0von dem Nutzen den die Ressource f\u00fcr sie hat<br \/>\nB)\u00a0von den Gewinnchancen<br \/>\nC)\u00a0von den m\u00f6glichen Kosten, etwa durch Energieverbrauch und Verletzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Kosten\/Nutzen-Analyse m\u00fcssen die Gewinnchancen wie m\u00f6glichen Kosten auf einer Einsch\u00e4tzung des Gegners basieren. Da die meisten Auseinandersetzungen mit Drohsignalen beginnen und oft auch nur durch Drohungen entschieden werden, muss die Gegnereinsch\u00e4tzung zun\u00e4chst auf seinen Drohsignalen beruhen. Sie k\u00f6nnen Anzeiger seiner Kampfkraft als auch seiner Kampf- bzw. Eskalationsbereitschaft sein. Dieses gilt explizit f\u00fcr Hunde. Basiswissen ihrer Verhaltensbiologie ist eine Voraussetzung, um Aussagen \u00fcber ihre &#8222;Gef\u00e4hrlichkeit&#8220; machen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nInwieweit ist nun zu erwarten, dass die Motivation oder die Bereitschaft zu k\u00e4mpfen aufgrund der Drohsignale eingesch\u00e4tzt werden kann? Der &#8222;Zerm\u00fcrbungskrieg&#8220; oder das &#8222;Durchhalteverm\u00f6gen&#8220; wird von W\u00f6lfen wie Hunden im Zuge von Rivalit\u00e4ten st\u00e4ndig praktiziert. Dabei besteht die M\u00f6glichkeit, dass zwei Rivalen die gleiche Kampfkraft besitzen und ausschliesslich Drohsignale zeigen. Eskaliert der Konflikt nicht, k\u00f6nnen die Tiere immer nur weiter drohen und die Entscheidung dar\u00fcber, wer das Streitobjekt erh\u00e4lt, f\u00e4llt dadurch, dass einer der beiden schlicht aufgibt. Wer l\u00e4nger durchh\u00e4lt, gewinnt also. Eines der Ergebnisse dieses Modells besagt, dass es nachteilig ist, dem Gegner die eigene Durchhaltebereitschaft anzuzeigen, weil so eigene Chancen verringert werden.<br \/>\nDer Rivale kann dann seine eigene Durchhaltebereitschaft steigern und den Kampf gewinnen. Demnach h\u00e4tte die Evolution zu Drohsignalen f\u00fchren m\u00fcssen, die in ihrer Form konstant, also von typischer Intensit\u00e4t sind und dem Empf\u00e4nger keine Informationen \u00fcber das weitere Vorgehen des Senders geben. Dennoch sind gerade die Drohsignale bei W\u00f6lfen sehr ausgepr\u00e4gt differenziert.<br \/>\nStarke Konflikte eskalieren, indem sie durch Bei\u00dfen ausgetragen werden (Ernstk\u00e4mpfe).<br \/>\nDiese werden h\u00e4ufig den Kommentk\u00e4mpfen gegen\u00fcbergestellt. Tats\u00e4chlich scheint es keinen sprunghaften Wechsel vom Komment- zum Ernstkampf zu geben, sondern eine abgestufte Steigerung der Auseinandersetzung. Es resultiert als ein &#8222;War of nerves&#8220;, bei dem auch Verletzungen auftreten k\u00f6nnen, die zum sofortigen R\u00fcckzug des verletzten Tieres f\u00fchren. Und bei wiederholten Begegnungen mit individuellem Wiedererkennen kann das ehrliche Signalisieren der Intention dem Bluffen mit Drohsignalen stereotyper Intensit\u00e4t \u00fcberlegen sein. Deshalb gibt es bei W\u00f6lfen und Haushunden sowohl graduierte Signale, als auch eine stereotype Mimik mit schnellem Zubeissen, je nachdem, wie es die Situation erfordert.<br \/>\nDennoch, es klafft immer noch eine Gro\u00dfe L\u00fccke zwischen den oft sehr simplen Modellen zum Aggressionsverhalten und der weitaus komplexeren Realit\u00e4t. W\u00f6lfe wie Haushunde m\u00fcssen ja mit der Schwierigkeit leben, in Gruppen zu kooperieren, in denen jedes Tier gleichzeitig seinen Ressourcenzugang erreichen muss. Individuen, die auf ein kooperatives Zusammenleben mit den anderen Gruppenmitgliedern angewiesen sind, werden also immer wieder auch zu Konkurrenten. Diese Problematik besteht auch zwischen Hunden und Menschen, die ja unverzichtbarer Sozialpartner wurden. Zum auff\u00e4lligsten Verhalten von W\u00f6lfen und Hunden geh\u00f6rt zweifelsohne das Droh- und Kampfverhalten, die Kompetition (Streit), die zusammen mit der Kooperation, dem Zusammenarbeiten der Tiere,<br \/>\nVoraussetzung f\u00fcr die Etablierung wie Aufrechterhaltung einer sozialen Hierarchie ist.<br \/>\nFr\u00fcher wurde der Wolf als typisches Beispiel daf\u00fcr beschrieben, dass Tiere mit besonders gef\u00e4hrlichen Waffen \u00fcber besonders wirksame Hemmechanismen zur Verhinderung ernster Verletzungen verf\u00fcgen. Konrad Lorenz mi\u00dfdeutete das von Fischel gezeichnete Halsdarbieten eines Hundes als Demutsgeste und schrieb ihm beisshemmende Wirkung zu, die den Abbruch des Kampfes bedingt und zur Sicherung des Arterhalts beitr\u00e4gt. Dieses ist sicherlich falsch.<br \/>\nHalsdarbieten als Unterwerfungsgeste gibt es nicht bei Hunden, wohl aber die &#8222;aktive&#8220; und &#8222;passive&#8220; Demut, die durch Lecken der Mundwinkel bzw. Einnehmen der R\u00fcckenlage den Aggressor beschwichtigt. Das Halsdarbieten entsteht, wenn der \u00fcberlegene Hund betont wegsieht, ist also ein Imponierausdruck.<br \/>\nBesch\u00e4digungsk\u00e4mpfe und auch T\u00f6tungen von Artgenossen bei W\u00f6lfen kommen regelm\u00e4ssig vor. Dennoch handelt es sich um relativ seltene Ereignisse und die meisten K\u00e4mpfe bei W\u00f6lfen haben einen ritualisierten Charakter. Viel h\u00e4ufiger als durch k\u00e4mpferisches Kr\u00e4ftemessen entscheiden W\u00f6lfe ihre Konflikte allein durch Kommunikation. Diese aggressive Kommunikation hat bei den meisten Haushunden abgenommen. Zusammenh\u00e4nge mit reduziertem Ausdrucksverhalten aufgrund eines Exterieurs, welches Signalen jeglichen Ausdruckswert genommen hat, da sie schlicht nicht mehr sichtbar sind (durch Bewollung, Faltenbildung, starke Belefzung u.a.) sowie Auswirkungen z\u00fcchterischer Manipulation des Aggressionsverhaltens sind wohl urs\u00e4chlich wirksam. Bei Hunden vom &#8222;Pitbull-Terrier- Typus&#8220; eskalieren Konflikte u.U. deshalb schneller, weil die Kooperationsbereitschaft Artgenossen gegen\u00fcber aufgrund fr\u00fcherer Selektion auf Angriff und Kampf herabgesetzt sein kann, was zudem eine Kommunikation bez\u00fcglich der aggressiven Motivation oder Intention unterdr\u00fcckte, weshalb &#8222;\u00fcberraschender&#8220; zugebissen wird. Unsere Untersuchungen an<br \/>\nAmerican Staffordshire Terrier, Bullterriern und &#8222;Pit Bulls&#8220; (es handelte sich um Kreuzungen) ergaben jedoch f\u00fcr die Rassen gro\u00dfe Unterschiede innerhalb der untersuchten W\u00fcrfe und belegten die gro\u00dfe Bedeutung des sozialen wie unbelebten Umfeldes, somit der Aufzucht- und Haltungsbedingungen f\u00fcr das Verhalten der Tiere in Konkurrenzsituationen, w\u00e4hrend die heute auf Angriffsbereitschaft und Kampf selektierten Kreuzungstiere als verhaltensgest\u00f6rt zu bezeichnen waren, bedingt durch genetische Defekte wie eine extrem hundewidrige Aufzucht (fr\u00fche Isolierung, Konditionierung bereits der Welpen auf Kampfverhalten). Diese verhaltensgest\u00f6rten Hunde konnten einmalig analysiert werden, sie wurden im &#8222;Milieu&#8220; gez\u00fcchtet und konditioniert &#8211; und stellen ein soziologisches Problem dar. Andere Hunde der Rassen vom &#8222;Pitbull-Terrier-Typus&#8220; zeigten zwar weniger langandauernde aggressive Kommunikation, waren jedoch keineswegs gef\u00e4hrlicher bei guter Sozialisation an Menschen und Artgenossen.<br \/>\nW\u00f6lfe ( und &#8211; mit Abstrichen &#8211; Haushunde) verf\u00fcgen somit \u00fcber zwei Verhaltenscharakteristika, die seit ca. zwanzig Jahren heftig diskutiert werden: Sie k\u00e4mpfen meist gehemmt, die K\u00e4mpfe eskalieren selten zum Besch\u00e4digungskampf.<br \/>\nSie zeigen intensit\u00e4tsabgestufte Drohsignale (anstatt nur ein Drohsignal stereotyper Intensit\u00e4t einzusetzen)<br \/>\nWie werden diese Strategien bei der Regulation konkreter Konflikte wirksam?<br \/>\nDie Sozialstruktur der W\u00f6lfe (und in weit gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df diejenige der Hunde) weist eine erhebliche Variabilit\u00e4t auf: W\u00f6lfe leben allein oder zu zweit, zumeist in Gruppen von 5-8 Mitgliedern, mit mehr als zwei adulten Tieren. Ein Rudel kann bis 36 Tiere umfassen. Rudel stellen m.o.w ausgedehnte Familienverb\u00e4nde dar, eine soziogenetische Einheit.<br \/>\nDie Kooperation bezieht sich auf die Aufzucht von Jungtieren durch heranwachsende oder bereits geschlechtsreife Jungtiere. Auch die Jagd erfordert eine Zusammenarbeit, die bei W\u00f6lfen sehr differenziert und durch subtile Aufgabenverteilungen gekennzeichnet sein kann. In beiden Bereichen sind die Partner gleichzeitig auch Konkurrenten, denn \u00fcberwiegend zieht nur ein Weibchen erfolgreich Junge auf und um Nahrung wird ebenfalls konkurriert.<br \/>\nBei Nahrungsmangel und in der Fortpflanzungszeit kommt es zu einem Anstieg der H\u00e4ufigkeit von Droh- und Kampfverhalten. Dann wird asymetrisches Verhalten zwischen jeweils zwei Tieren die Regel: Zwischen ihnen besteht eine Dominanz-Subdominanz- Beziehung. Alle Beziehungen der Tiere untereinander ergeben in ihrer Gesamtheit eine Rangordnung . Ranghohe Tiere k\u00f6nnen in Situationen der Nahrungsknappheit zuerst und am meisten fressen und zumeist pflanzen sich nur rangh\u00f6chstes M\u00e4nnchen und Weibchen fort. Rangniedere Rudeltiere werden von den Alpha Tieren an der Fortpflanzung gehindert. Rangniedere Weibchen zeigen i.d.R. einen normalen \u00d6struszyklus mit Ovulation, so da\u00df die ausbleibende Reproduktion durch eine Hinderung an der Kopulation erfolgt.<br \/>\nEs gibt bei W\u00f6lfen unterschiedliche Strategien der Unterdr\u00fcckung des Sozialverhaltens gleichgeschlechtlicher Rudelmitglieder f\u00fcr beide Geschlechter:<br \/>\nM\u00e4nnchen intervenieren in der Fortpflanzungszeit bei allen sexuellen Interaktionen zwischen Alpha-Weibchen und anderen M\u00e4nnchen und trennen diese; das Verhalten des Alpha Weibchens dagegen hat eher den Charakter &#8222;unprovozierter Feindseligkeit&#8220;. Das Alpha-Weibchen zeigt allen Weibchen gegen\u00fcber, sowohl in der Fortpflanzungszeit als auch davor und danach, dominantes Ausdrucksverhalten, das weitgehend von sexuellen Interaktionen unabh\u00e4ngig ist und &#8222;unterdr\u00fcckt&#8220; ihre Konkurrentinnen so. Es wird jedoch bei beiden Geschlechtern meist rein ritualisiert gek\u00e4mpft, selten besch\u00e4digend.<br \/>\nGewinner und Sieger stehen von vornherein fest: die Alpha Tiere setzen sich immer durch. Allerdings k\u00f6nnen Dominanzbeziehungen auch in Frage gestellt werden und bei Auseinandersetzungen um die h\u00f6chste Rangposition, und damit um die M\u00f6glichkeit zur Fortpflanzung resultieren regelm\u00e4\u00dfig Besch\u00e4digungsk\u00e4mpfe.<br \/>\nIm Rahmen von Konkurrenz (auch im Zusammenhang mit Nahrungskonkurrenz) setzen W\u00f6lfe also Drohungen ein, und sie k\u00e4mpfen, gelegentlich auch ungehemmt mit der Folge schwerwiegender (t\u00f6dlicher ) Verletzungen. \u00c4hnliche Entwicklungen gibt es auch bei Hunden, die einen hohen sozialen Status innerhalb einer Gruppe, so der Familie, innehaben. Von etlichen Menschen wird diese gef\u00e4hrliche Problematik gar nicht oder doch viel zu sp\u00e4t registriert.<br \/>\nIn jedem Konflikt stehen die Tiere dabei vor dem Problem, dass sie zur Durchsetzung ihrer Interessen, ihre Opponenten sowohl als Kontrahenten als auch Partner betrachten m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich ist nicht gemeint, dass W\u00f6lfe und Hunde \u00fcber Kosten-Nutzen-Bilanzen reflektieren, vielmehr ist ihre Verhaltenssteuerung auf diese Ambivalenz ausgerichtet.<br \/>\nDaraus ergeben sich folgende Fragen:<br \/>\nWie wirkt sich diese Ambivalenz von Konkurrenz und Kooperation auf das Droh- und Kampfverhalten aus? Wie ist der Zusammenhang zwischen Droh- und Kampfverhalten und Dominanz? Welche Funktion hat Drohen in ritualisierten K\u00e4mpfen, wenn sie zwischen Tieren mit etablierten Dominanzbeziehungen stattfinden und kein aktueller Ressourcenzugang resultiert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Entwicklung des Droh- und Kampfverhaltens bei W\u00f6lfen und Haushunden<\/strong><br \/>\nErfahrungen haben f\u00fcr das Verhalten eines Tieres in einer Auseinandersetzung gro\u00dfe Bedeutung. So m\u00fcssen Welpen die Bedeutung der Signale, gerade die der Aggressiven Kommunikation erst lernen. Durch die Konsequenz der Missachtung empfangener Drohsignale aber auch durch die auf eigenes Beissen folgende Reaktion eines Geschwisters in Form von Zur\u00fcckbeissens und Drohen wird wohl die Funktion von Drohgesichtern immer genauer gespeichert.<br \/>\nHier gibt es nicht nur selten ein Manko in der Hundezucht: Individuen bestimmter Rassezugeh\u00f6rigkeit, z. B. Bullterrier, werden &#8222;isoliert zusammen&#8220; gehalten, in kleinen Drahtk\u00e4figen, und dieses \u00fcber vier bis acht Stunden nach eigenen Beobachtungen. Sie werden auch als Welpen viel zu fr\u00fch abgesperrt, voneinander und der Mutterh\u00fcndin getrennt, wenn sich Auseinandersetzungen anzubahnen beginnen.<br \/>\nSo ist nicht erstaunlich, wenn derart restriktiv aufgewachsene und in kleinen &#8222;Transportk\u00e4figen&#8220;, die allein den Sichtkontakt zum Gruppenmitglied erlauben und jegliche Interaktion verhindern, gehaltene Individuen einer Rasse, der nach einigen Landesverordnungen &#8222;Kampfhundeeigenschaften&#8220; zugesprochen wird, ihrem Ruf gerecht werden. Allerdings sind es hier, wie in aller Mehrzahl der F\u00e4lle, tierschutzrelevante Haltungsbedingungen, die der ausgepr\u00e4gten Unvertr\u00e4glichkeit der Hunde untereinander urs\u00e4chlich zugrunde liegen. Soziales Lernen wird so gar nicht erm\u00f6glicht.<br \/>\nIm sozialen Bereich kommt den Sozialspielen eine Bedeutung zu, deren gro\u00dfer Umfang erst im letzten Jahrzehnt erkannt wurde:<br \/>\nSie bezieht sich auf den Prozess der Sozialisation, auf die Entwicklung und Verbesserung sozialer Kommunikaton, auf die Kontrolle der eigenen Aggression, auf die Entwicklung sozialer Bindungen und das Ein\u00fcben &#8222;sozialer Rollen&#8220; in den sehr fein strukturierten sozialen Organisationsformen der W\u00f6lfe und Hunde. Sozialspiele gibt es bei Adulten, um Aggressionen umzulenken. Obligatorisch sind Spielsignale, die metakommunikativ ank\u00fcndigen:&#8220;what follows is play&#8220; (Bekoff, 1984)<br \/>\nBesonders bei sozial lebenden Tieren ist es bedeutsam, eine Vorinformation \u00fcber die voraussichtliche Verhaltensweise eines anderen zu haben. Intentionen (Stimmungsbewegungen, die die Verhaltensabsicht kommunizieren, sozio-kommunikative Signale) Diese Signale fehlen bei etlichen Hunden, weil ihr Einsatz schlicht nicht gelernt werden konnte. Ihr Fehlen vergr\u00f6\u00dfert das Risiko einer Eskalation der Auseinandersetzung zwischen Hunden ganz betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entwicklung von Dominanzbeziehungen<br \/>\nDominanz ist eine Eigenschaft von Beziehungen und nicht von Individuen, ein Fakt, der immer wieder fehlinterpretiert wird. Auch die Bestimmungkriterien und Definition von Dominanz sind umstritten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dominanz wird unterschieden nach:<br \/>\n1.\u00a0der H\u00e4ufigkeit von Angriffen in einer Gruppe<br \/>\n2.\u00a0der H\u00e4ufigkeitsverteilung von aktiver und passiver Unterwerfung, also von Signalen der Unterw\u00fcrfigkeit<br \/>\n3.\u00a0dem Gewinn einer Futterressource oder anderen Ressourcen,<br \/>\n4.\u00a0dem Ausdruckverhalten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Punkt 1<br \/>\nerweist sich f\u00fcr W\u00f6lfe und Hunde als untauglich, da in bestimmten sozialen Situationen die subdominanten Tiere h\u00e4ufiger die dominanten Tiere angreifen als umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Punkt 2<br \/>\nbetrachtet nur das Verhalten der subdominanten Tiere und erlaubt damit auch nur begrenzte Aussagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Punkt 3 + 4<br \/>\nf\u00fchren zu einem Zirkelschluss: Wenn die Funktion der Dominanz im bevorzugten Ressourcenzugang gesehen wird, kann dieser nicht selbst zum Bestimmungskriterium werden. Wenn also das Tier, das den Knochen gewinnt, als dominant bezeichnet wird, so kann die Antwort auf die Frage auf welche Weise dieser Gewinn erreicht wird, nicht mehr &#8222;Dominanz&#8220; lauten. \u00c4hnliches gilt dann f\u00fcr das Ausdrucksverhalten, wenn eine Aussage \u00fcber den Zusammenhang von Dominanz und den Einsatz von Signalen in der Kommunikation angestrebt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dominanz bedeutet, dass in einer Zweierbeziehung A regelm\u00e4ssig die Freiheit von B einschr\u00e4nkt bzw. sich selbst ein hohes Mass an Freiheit zugesteht, ohne dass B effektiv etwas dagegen tut, sondern B akzeptiert seine Einschr\u00e4nkungen.<br \/>\nDominanz bezeichnet also eine Regelhaftigkeit in einer dyadischen Beziehung. Sie ist dann gegeben, wenn A bestimmte Verhaltensweisen gegen\u00fcber B h\u00e4ufiger zeigt, als zuf\u00e4llig zu erwarten w\u00e4re. Dabei handelt es sich um Verhaltensweisen, die die Verhaltensm\u00f6glichkeiten, insbesondere die Bewegungsfreiheit, von B einschr\u00e4nken. A reagiert dabei auf das Verhalten von B, ohne durch dessen Verhalten eingeschr\u00e4nkt zu werden. B duldet die Einschr\u00e4nkung ohne deutliche oder effektive Gegenwehr. Tats\u00e4chlich ist Dominanz wesentlich vom Verhalten B&#8217;s abh\u00e4ngig, da dessen Reaktion die Effektivit\u00e4t der Verhaltensweisen von A bestimmt. Dominanz ist andererseits die von B akzeptierte Verhaltensfreiheit von A, z.B. die Freiheit, B&#8217;s Individualdistanz zu missachten oder diesen zu verpr\u00fcgeln etc.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kennzeichen f\u00fcr Dominanz gelten alle H\u00e4ufigkeiten von Verhaltensereignissen, denen Hund A Hund B einschr\u00e4nkt oder A sich frei gegen B verh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende Verhaltensweisen werden als dominantes Verhalten zusammengefasst: Wegverstellen, &#8222;Blickfixieren&#8220; oder &#8222;Festhalten&#8220;, Bewegungskontrolle,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: www.maulkorbzwang.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sind gef\u00e4hrliche Hunde? &#8222;Kampfhunde\u201d \/ \u201dGef\u00e4hrliche Hunde\u201d Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Universit\u00e4t Kiel 1.\u00a0Gef\u00e4hrliche Hunde &#8222;Gef\u00e4hrlichen Hunden\u201d liegen h\u00f6chst unterschiedliche Genesen zugrunde, impliziert sei hier sowohl die Verhaltensontogenese, die durch Phasen ausgepr\u00e4gter Sensibilit\u00e4t allen Umwelteinfl\u00fcssen gegen\u00fcber gekennzeichnet ist, in denen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6,5,4,9,8,13,24,21,7],"tags":[],"class_list":["post-1287","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-alltaegliches","category-geschichtliches","category-gesundheit","category-hunderassen","category-literatur","category-philosophisches","category-seminare_weiterbildung","category-welpen","category-wissenschaftliches"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1287"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1294,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1287\/revisions\/1294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}