{"id":1238,"date":"2016-06-10T19:52:19","date_gmt":"2016-06-10T17:52:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1238"},"modified":"2016-06-19T19:56:12","modified_gmt":"2016-06-19T17:56:12","slug":"fadenwuermer-finden-gefallen-an-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/fadenwuermer-finden-gefallen-an-oesterreich\/","title":{"rendered":"Fadenw\u00fcrmer finden Gefallen an \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Fadenw\u00fcrmer finden Gefallen an \u00d6sterreich<\/h1>\n<figure id=\"attachment_1239\" aria-describedby=\"caption-attachment-1239\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Stechm\u00fccken-mit-Fadenw\u00fcrmer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1239\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Stechm\u00fccken-mit-Fadenw\u00fcrmer-209x300.jpg\" alt=\"Die in heimischen Stechm\u00fccken gefundenen Fadenw\u00fcrmer beginnen sich bei uns heimisch zu f\u00fchlen. (Foto: Carina Zittra\/Vetmeduni Vienna) \" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Stechm\u00fccken-mit-Fadenw\u00fcrmer-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Stechm\u00fccken-mit-Fadenw\u00fcrmer.jpg 417w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1239\" class=\"wp-caption-text\">Die in heimischen Stechm\u00fccken gefundenen Fadenw\u00fcrmer beginnen sich bei uns heimisch zu f\u00fchlen. (Foto: Carina Zittra\/Vetmeduni Vienna)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Fadenw\u00fcrmer Dirofilaria repens und Dirofilaria immitis stufte man in \u00d6sterreich bis vor kurzem nur als unangenehme Reiseandenken ein. Eine Vorstudie der Vetmeduni Vienna identifizierte heimische Stechm\u00fccken als Tr\u00e4ger von Dirofilaria repens und gab damit den ersten Anhaltspunkt einer Ansiedlung in Ost\u00f6sterreich. Auch der als Herzwurm bekannte Parasit Dirofilaria immitis steht kurz davor \u00d6sterreich zu besiedeln. Dass die Parasiten trotzdem nur langsam sesshaft werden, liegt auch an der Hundehaltung in \u00d6sterreich. Eine Studie im Journal PLOS Neglected Tropical Diseases fasst die Erkenntnisse nun zusammen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bisher in S\u00fcd- und Osteuropa heimischen Fadenw\u00fcrmer Dirofilaria repens und immitis, werden von Stechm\u00fccken prim\u00e4r auf Hunde \u00fcbertragen. Im Hund reifen die Parasiten heran, paaren sich und gelangen wiederum durch Stechm\u00fccken in den n\u00e4chsten Wirt. \u201eDiese Fadenw\u00fcrmer befallen auch Menschen und Katzen. Sie k\u00f6nnen aber nur im Hund Nachkommen zeugen, die auf Stechm\u00fccken \u00fcbertragen werden\u201c, erkl\u00e4rt Studienleiter Hans-Peter Fuehrer vom Institut f\u00fcr Parasitologie der Vetmeduni Vienna.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unter die Haut oder mitten ins Herz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist ein Hund mit Dirofilaria repens infiziert, sammeln sich die erwachsenen W\u00fcrmer in Hautknoten im Unterhautgewebe oder seltener im Auge. Die Hautknoten werden h\u00e4ufig falsch diagnostiziert und mit Tumoren verwechselt. \u00c4hnliche Krankheitsbilder k\u00f6nnen in wenigen F\u00e4llen auch beim Menschen auftreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herzwurm Dirofilaria immitis nistet sich dagegen im Herzen oder in der Lungenschlagader infizierter Hunde ein und ist damit schwer behandelbar. Beim Menschen kann es ebenfalls zu einer Erkrankung der Lunge und in Folge zu einer Verwechslung mit Tumoren kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vom Wissenschaftsfond (FWF) gef\u00f6rderte Studie des Forschungsteams besch\u00e4ftigt sich daher mit den Folgen einer Verbreitung der beiden ungewollten Krankheitserreger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dirofilaria repens angekommen, Dirofilaria immitis noch Tourist<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dirofilaria repens ist kein Unbekannter in \u00d6sterreich. Schon 2012 wurde der Fadenwurm in Stechm\u00fccken im Burgenland nachgewiesen. Bis zu diesem Zeitpunkt lie\u00dfen sich dokumentierte Infektionen haupts\u00e4chlich auf Auslandsreisen oder Hundeadoptionen zur\u00fcckf\u00fchren. \u201eEine Infektion mit dem Parasiten direkt in \u00d6sterreich konnten wir zuvor vermuten, aber nicht belegen\u201c, sagt Fuehrer.\u00a0 Der Nachweis in heimischen Stechm\u00fccken war allerdings der erste Anhaltspunkt, dass sich Dirofilaria repens bereits im Land etabliert hat oder bis dato \u00fcbersehen wurde. Neue Infektionen k\u00f6nnten somit auch direkt in \u00d6sterreich verursacht worden sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Nachweis steht f\u00fcr den Herzwurm Dirofilaria immitis noch aus. Best\u00e4tigte Infektionen waren bisher Auslandsaufenthalten geschuldet. In den unmittelbaren Nachbarl\u00e4ndern wie der Slowakei oder Ungarn siedelte sich allerdings auch der Herzwurm im Fahrwasser von Dirofilaria repens best\u00e4ndig an. \u201eBedenkt man, dass der Herzwurm bisher in den meisten F\u00e4llen den Spuren von Dirofilaria repens folgte, scheint sein Wechsel vom Touristen zum Dauergast bei uns nur eine Frage der Zeit\u201c, folgert Fuehrer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vom s\u00fcdlichen Nachbarn zum Dauergast im Norden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird vermutet, dass sich das Verbreitungsgebiet der Fadenw\u00fcrmer aufgrund von Klimaver\u00e4nderungen kontinuierlich von\u00a0 S\u00fcd- bzw. Osteuropa weiter in den Norden ausdehnt. Diese Entwicklung wird vor allem in L\u00e4ndern mit vielen streunenden Hunden oder Hunden, die sich permanent im Freien aufhalten, beg\u00fcnstigt. \u201eIn \u00d6sterreich halten sich dagegen die meisten Hunde h\u00e4ufig in geschlossenen R\u00e4umen auf. Somit wird es den beiden Fadenw\u00fcrmern erschwert, sich zu etablieren\u201c, so Fuehrer. Der h\u00e4ufigere Nachweis der Parasiten stellt jedoch eine Warnung f\u00fcr die Forscher, die Tier- und die Humanmediziner dar. Daher nennt Fuehrer auch die gemeinsame Arbeit mit der Medizinischen Universit\u00e4t Wien an dieser Studie als einen wichtigen Faktor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiteres Monitoring und bessere Wahrnehmung bremsen die Parasiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit man dem Trend der Ansiedlung entgegenwirken kann, m\u00fcssen rechtzeitig Ma\u00dfnahmen ergriffen werde. \u201eIn erster Linie muss das Monitoring von Stechm\u00fccken und Wildtieren kontinuierlich und fl\u00e4chendeckender ausgef\u00fchrt werden\u201c, stellt Fuehrer klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neuinfektionen kann man auch durch Stechm\u00fccken-abwehrende Mittel entgegenwirken. Wichtig ist aber vor allem die richtige und fr\u00fchzeitige Diagnose bei Befall mit Dirofilaria repens und Dirofilaria immitis. \u201cSowohl im veterin\u00e4r- als auch humanmedizinischen Bereich sollten Dirofilarien als m\u00f6gliche Ausl\u00f6ser einer Krankheit ernst genommen und in die Diagnose miteinbezogen werden\u201c, empfiehlt Fuehrer. Dies garantiert die rechtzeitige Behandlung von infizierten Patienten durch spezielle anti-parasit\u00e4re Medikamente oder durch das chirurgische Entfernen der Hautknoten im Fall von Dirofilaria repens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/journals.plos.org\/plosntds\/article?id=10.1371\/journal.pntd.0004547\" target=\"_blank\">Der Artikel \u201eDIROFILARIA IN HUMANS, DOGS AND VECTORS IN AUSTRIA (1978-2014) &#8211; FROM IMPORTED PATHOGENS TO THE ENDEMICITY OF D. REPENS\u201c von Hans-Peter Fuehrer, Herbert Auer, Michael Leschnik, Katja Silbermayr, Georg Duscher und Anja Joachim wurde im Journal PLOS Neglected Tropical Diseases ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: vetmed.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fadenw\u00fcrmer finden Gefallen an \u00d6sterreich Die Fadenw\u00fcrmer Dirofilaria repens und Dirofilaria immitis stufte man in \u00d6sterreich bis vor kurzem nur als unangenehme Reiseandenken ein. 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