{"id":1145,"date":"2016-03-23T23:55:50","date_gmt":"2016-03-23T22:55:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1145"},"modified":"2016-03-24T08:03:11","modified_gmt":"2016-03-24T07:03:11","slug":"hunde-koennen-magnetfelder-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/hunde-koennen-magnetfelder-sehen\/","title":{"rendered":"Hunde k\u00f6nnen Magnetfelder &#8222;sehen&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Hunde k\u00f6nnen Magnetfelder &#8222;sehen&#8220;<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Einige S\u00e4ugetiere tragen ein Molek\u00fcl f\u00fcr die Magnetfeld-Wahrnehmung im Auge &#8211; Sechster Sinn: Hunde k\u00f6nnen tats\u00e4chlich das Magnetfeld der Erde wahrnehmen. Denn wie sich zeigt, besitzen sie \u00e4hnlich wie Zugv\u00f6gel ein Sensormolek\u00fcl im Auge, das die Neigung der Magnetfeldlinien wahrscheinlich &#8222;sieht&#8220;. Auch F\u00fcchse, W\u00f6lfe, B\u00e4ren oder Organ-Utans tragen solche Molek\u00fcle in der Netzhaut. Katzen und wir Menschen gehen dagegen leer aus \u2013 wir m\u00fcssen ohne diese &#8222;Magnetsicht&#8220; auskommen. Hunde tragen ein Molek\u00fcl in der Netzhaut, das als Magnetsensor fungiert.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1147\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Cryptochrom1.jpg\" alt=\"Cryptochrom1\" width=\"213\" height=\"266\" \/>Von Zugv\u00f6geln ist schon l\u00e4nger bekannt, dass ihnen ein &#8222;innerer Kompass&#8220; beim Navigieren hilft. Neben Eisenkristallen im Schnabel dienen ihnen dabei spezielle Sehpigmente im Auge als Orientierungshilfe, sie erkennen die Neigung der Magnetfeldlinien. Verantwortlich f\u00fcr diesen eingebauten Inklinationskompass ist das lichtempfindliche Cryptochrom 1a in ihrer Netzhaut. Aber V\u00f6gel sind nicht die einzigen, die sich nach dem Magnetfeld orientieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>K\u00f6nnen Hunde das Magnetfeld sp\u00fcren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Karpfen, F\u00fcchse und vielleicht sogar K\u00fche und Hunde scheinen einen eingebauten Kompass zu besitzen. Denn wenn Hunde nicht durch Leine oder Besitzer beeinflusst werden, richten sie sich beim Verrichten ihres &#8222;Gesch\u00e4fts&#8220; bevorzugt in Nord-S\u00fcdrichtung aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber steckt beim Hund wirklich ein Magnetkompass dahinter? Um das herauszufinden, haben Christine Nie\u00dfner vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Hirnforschung in Frankfurt und ihre Kollegen systematisch bei 90 S\u00e4ugetierarten untersucht, ob in deren Netzhaut das magnetsensible Cryptochrom 1 vorkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hunde haben ein Magnet-Molek\u00fcl<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ergebnis: Nur in zwei von 16 S\u00e4ugetier-Ordnungen fanden die Forscher das Magnetsensor-Molek\u00fcl: bei den Carnivoren und den Affen. Und selbst innerhalb der Carnivoren und Affen besitzen es nur einige Arten. Bei den Affen kommt das aktive Cryptochrom 1 im Orang-Utan vor, wie die Wissenschaftler berichten. Bei den Raubtieren geh\u00f6ren neben Wolf, B\u00e4r, Fuchs und Dachs auch die Hunde dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser &#8222;bester Freund&#8220; scheint demnach tats\u00e4chlich einen sechsten Sinn f\u00fcr das Magnetfeld zu besitzen. Das k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum er beim Gassigang bestimmte Himmelsrichtungen bevorzugt. Wir Menschen dagegen haben keine solchen Magnetsensor im Auge, wie die Forscher feststellten. Und auch die katzenartigen Raubtiere, darunter Hauskatzen, L\u00f6wen und Tiger, m\u00fcssen ohne auskommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es gibt Alternativen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wir waren sehr \u00fcberrascht, aktives Cryptochrom 1 nur in den Zapfenzellen von zwei S\u00e4ugetiergruppen zu finden&#8220;, sagt Nie\u00dfner. &#8222;Denn auf das Magnetfeld reagieren auch Arten, deren Zapfen kein aktives Cryptochrom 1 besitzen, etwa einige Nagetiere und Flederm\u00e4use.&#8220; Gerade bei Letzteren ist allerdings schon bekannt, dass sie das Magnetfeld auf andere Weise wahrnehmen, \u00fcber mikroskopisch kleine K\u00f6rnchen eines magnetischen Minerals.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vorteil dieser Alternativ-L\u00f6sung: Im Gegensatz zum Cryptochrom 1 funktioniert dieser Kompass auch ohne Licht. F\u00fcr die nachtaktiven Flederm\u00e4use oder die in lichtlosen Tunnelsystemen lebenden Graumulle ist das ein entscheidender Vorteil. Auch einige V\u00f6gel besitzen einen solchen zus\u00e4tzlichen, auf Magnetit beruhenden Orientierungsmechanismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quellen:<\/em><br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1038\/srep21848\" target=\"_blank\">Scientific Reports, 2016; doi: 10.1038\/srep21848<br \/>\n<\/a>Max-Planck-Institut f\u00fcr Hirnforschung, 25.02.2016 &#8211; NPO<\/em><br \/>\n<em>scinexx.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunde k\u00f6nnen Magnetfelder &#8222;sehen&#8220; Einige S\u00e4ugetiere tragen ein Molek\u00fcl f\u00fcr die Magnetfeld-Wahrnehmung im Auge &#8211; Sechster Sinn: Hunde k\u00f6nnen tats\u00e4chlich das Magnetfeld der Erde wahrnehmen. 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