{"id":1090,"date":"2016-02-04T22:44:56","date_gmt":"2016-02-04T21:44:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1090"},"modified":"2016-02-05T06:48:46","modified_gmt":"2016-02-05T05:48:46","slug":"die-persoenlichkeit-von-hunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/die-persoenlichkeit-von-hunden\/","title":{"rendered":"Ein Test f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeit von Hunden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fragen und Antworten zur Pers\u00f6nlichkeit von Hunden <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sie sind uns vertrauter als jede andere Tierart, trotzdem wird die Pers\u00f6nlichkeit von Hunden erst seit Kurzem systematisch erkundet. Wir stellen einige Fakten \u00fcber die Eigenarten unserer besten Freunde vor<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/t-Ku50MvZZg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie testet man die Pers\u00f6nlichkeit von Hunden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem man die Menschen befragt, die sie am besten kennen: ihre Besitzer. Das hat, als einer der Ersten, der in Texas lehrende Humanpsychologe Sam Gosling getan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2003 bat er 78 Hundehalter\/innen, in einem detaillierten Fragebogen das Verhalten ihrer vierbeinigen Gef\u00e4hrten zu bewerten \u2013 deren Neugier, Scheu, Lernfreude, Aggressivit\u00e4t, Folgsamkeit sowie Vertr\u00e4glichkeit mit Menschen und Artgenossen. Um die Verl\u00e4sslichkeit der Aussagen zu \u00fcberpr\u00fcfen, lie\u00df Gosling die Hunde anschlie\u00dfend von unabh\u00e4ngigen Dritten begutachten; parallel dazu testete er, mittels Fragebogen, die Pers\u00f6nlichkeit der Besitzer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es stellte sich heraus, dass die Pr\u00fcfer und Halter in ihren Urteilen in hohem Ma\u00dfe \u00fcbereinstimmten. Ein weiteres, nicht \u00fcberraschendes Ergebnis: Je \u00e4hnlicher die Charaktere von Besitzer\/in und Hund, desto besser kamen beide miteinander aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie stark bestimmt die Rasse eines Hundes seine Pers\u00f6nlichkeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weniger, als viele denken. Dass Doberm\u00e4nner wachsam sind, Golden Retriever sanftm\u00fctig und Windhunde allem hinterherjagen, was sich bewegt, stimmt zwar generell, trifft aber l\u00e4ngst nicht auf jedes Exemplar einer Rasse zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn Wesensz\u00fcge vererben sich weniger zuverl\u00e4ssig als Fellfarbe, Statur und andere \u00e4u\u00dfere Merkmale. Jagdleidenschaft etwa setzt sich nur bei etwa 75 Prozent der Nachkommen durch: Selbst jahrzehntealte Dynastien von Windhunden bringen immer wieder ausgesprochene Couch-Potatoes hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kampfhunde zu z\u00fcchten ist noch schwieriger. Denn anders als Jagdlust ist Aggressivit\u00e4t gegen ihresgleichen keine Eigenschaft, die bei Rudeltieren wie Hunden oder W\u00f6lfen von der Evolution beg\u00fcnstigt wird; sie macht die Tiere unter Artgenossen eher zu Au\u00dfenseitern, weshalb sie beim Remix der Gene viel schneller aussortiert wird. Was erkl\u00e4rt, warum sich sogar Exemplare von Rassen, die als gef\u00e4hrlich gelten, in der richtigen Umgebung oft zu lammfrommen Familientieren entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum verstehen sich Menschen mit Hunden viel besser als mit \u2013 genetisch n\u00e4her verwandten \u2013 Menschenaffen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das liegt, unter anderem, an der \u00fcber 20 000 Jahre alten Beziehung, die beide verbindet. Diese hat vor allem die Hunde stark ver\u00e4ndert: Aus urspr\u00fcnglich scheuen W\u00f6lfen wurden durch gezielte Zuchtwahl Gef\u00e4hrten, die Menschen nicht nur vertrauten, sondern lernten, Bindungen mit ihnen einzugehen, sich sogar in sie hineinzudenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hunde besitzen eine F\u00e4higkeit, die selbst Menschenaffen weitgehend fehlt: menschliche Gesten zu deuten, etwa einen ausgestreckten Finger, der auf Leckerbissen deutet. Das lernen W\u00f6lfe nicht einmal durch intensives Training.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihre sozialen F\u00e4higkeiten unterscheiden Hunde auch von Katzen, den beliebtesten Haustieren: Sie werden seit rund 10 000 Jahren domestiziert und unterscheiden sich genetisch wie im Verhalten kaum von ihren wild lebenden Verwandten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warum sehen Hunde und ihre Besitzer\/innen einander oft so \u00e4hnlich?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Beobachtung wird oft als Legende bel\u00e4chelt, aber sie ist nicht ganz abwegig. Sondern Folge der \u2013 wissenschaftlich belegten \u2013 Tatsache, dass wir eine Vorliebe f\u00fcr Dinge und Lebewesen haben, die uns vertraut erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts ist vertrauter als das eigene Spiegelbild, und daher empfinden viele Tierfreunde spontane Sympathie f\u00fcr Hunde, in deren Gesichtern sie sich wiedererkennen. Diesem Effekt ist der US-amerikanische Hundeforscher Stanley Coren in einer Studie nachgegangen: Er bat 104 Frauen, unter vier Hundefotos ihr liebstes auszuw\u00e4hlen, und befragte sie zugleich nach ihrer Frisur. Ergebnis: Langhaarige Frauen entschieden sich signifikant h\u00e4ufiger f\u00fcr Hunde mit Schlappohren, wie Beagles und Spaniel, Frauen mit Kurzhaarschnitt dagegen zogen spitzohrige Rassen vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie finde ich einen Hund, der zu mir passt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedenfalls nicht durch Auswahl nach dem Aussehen. Auch die Rasse l\u00e4sst nur bedingt auf den Charakter schlie\u00dfen (siehe oben), schon gar nicht bei Mischlingen. Verl\u00e4sslicher dagegen ist ein eigenh\u00e4ndiger Test: L\u00e4sst sich der Hund gern ber\u00fchren? Nimmt er eine Einladung zum Spielen an? Das deutet darauf hin, dass er vertr\u00e4glich und wenig stressanf\u00e4llig ist \u2013 Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale, die durch Erziehung kaum beeinflusst werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer das Verhalten eines Welpen einsch\u00e4tzen will, sollte nach den Eltern des Kandidaten fragen: Ist einer von beiden auffallend aggressiv oder \u00fcber\u00e4ngstlich, wird es der Nachwuchs mit einiger Wahrscheinlichkeit auch sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welches Missverst\u00e4ndnis \u00fcber den Charakter von Hunden ist besonders verbreitet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sie einen autorit\u00e4ren Leitwolf \u00fcber sich brauchen, der st\u00e4ndig Unterordnung einfordert. Diese Regel beruht auf Studien an Zoo-W\u00f6lfen, die sich tats\u00e4chlich aggressive K\u00e4mpfe um Positionen im Rudel liefern. Das liegt jedoch vor allem daran, dass sie von Menschen zusammengestellt worden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wild lebende Wolfsrudel sind dagegen Familienverb\u00e4nde; die Beziehungen ihrer Mitglieder sind weniger durch Hierarchie als durch Kooperation gepr\u00e4gt. Wild lebende Hunde verhalten sich wiederum anders, wie neuere Studien zeigen: Sie bilden kaum feste Rudel und jagen auch nicht gemeinsam. Ihre sozialen Instinkte richten sich vielmehr auf ihre wichtigsten Futterquellen: Menschen.Der britische Zoologe John Brandshaw folgert daraus. Hunde wollen nicht in erster Linie gehorchen. Sondern in einer harmonischen Beziehung mit Menschen leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: GEO.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragen und Antworten zur Pers\u00f6nlichkeit von Hunden Sie sind uns vertrauter als jede andere Tierart, trotzdem wird die Pers\u00f6nlichkeit von Hunden erst seit Kurzem systematisch erkundet. 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