{"id":1063,"date":"2015-12-15T22:45:27","date_gmt":"2015-12-15T21:45:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1063"},"modified":"2015-12-16T13:50:37","modified_gmt":"2015-12-16T12:50:37","slug":"hunde-geben-ihren-freunden-futter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/hunde-geben-ihren-freunden-futter\/","title":{"rendered":"Hunde geben ihren Freunden Futter"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\"><strong>Hunde geben ihren Freunden Futter &#8211; Beziehung f\u00f6rdert prosoziales Verhalten<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hilfsbereites und positives Verhalten anderen gegen\u00fcber ist eines der Fundamente menschlicher Beziehungen und menschlicher Kooperation. Aber nicht nur Menschen kooperieren und unterst\u00fctzen sich gegenseitig, auch Tiere tun das. Verhaltensforscherinnen des Messerli Forschungsinstitutes an der Vetmeduni Vienna zeigten erstmals, dass sich auch Hunde prosozial gegen\u00fcber ihren Artgenossen verhalten. Das tun sie allerdings nur dann, wenn sie diese Hunde auch kennen. Die Ergebnisse wurden in Nature\u2019s Scientific Reports ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_1064\" aria-describedby=\"caption-attachment-1064\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1064\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/csm_DSCN5518_c_Myl\u00e8ne_Quervel-Chaumette_153e010557-300x225.jpg\" alt=\"Der Entscheider-Hund (rechts) kann dem Empf\u00e4nger-Hund (links) ein Leckerli erm\u00f6glichen. (Foto: Myl\u00e8ne Quervel-Chaumette\/Vetmeduni Vienna)\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/csm_DSCN5518_c_Myl\u00e8ne_Quervel-Chaumette_153e010557-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/csm_DSCN5518_c_Myl\u00e8ne_Quervel-Chaumette_153e010557.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1064\" class=\"wp-caption-text\">Der Entscheider-Hund (rechts) kann dem Empf\u00e4nger-Hund (links) ein Leckerli erm\u00f6glichen. (Foto: Myl\u00e8ne Quervel-Chaumette\/Vetmeduni Vienna)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die menschliche F\u00e4higkeit zur Kooperation ist, verglichen mit der restlichen Tierwelt, etwas ganz besonderes. Um untereinander kooperieren zu k\u00f6nnen, ist ein gewisses Ma\u00df an prosozialem Verhalten notwendig. Das bedeutet, anderen zu helfen, ohne selbst einen Vorteil daraus zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Tieren, die sehr nah mit dem Menschen verwandt sind, den Primaten, wurde solch prosoziales Verhalten bereits nachgewiesen. Bei anderen Tieren hat man das Ph\u00e4nomen bisher nur bei Ratten und Dohlen untersucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Hunden wurde prosoziales Verhalten gegen\u00fcber dem Menschen bereits in einer Studie gezeigt. Ob in diesem Fall die Hunde eher auf die Kommunikation des Menschen reagiert haben und \u201agehorsam\u2019 waren, oder ob es sich tats\u00e4chlich um prosoziales Verhalten gehandelt hat, blieb laut Friederike Range vom Messerli Forschungsinstitut jedoch offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDa Hunde und ihre n\u00e4chsten Verwandten, die W\u00f6lfe, geselliges und kooperatives Verhalten zeigen, lag die Vermutung nahe, dass es auch bei diesen Tieren prosoziales Verhalten gegen\u00fcber Artgenossen gibt. Au\u00dferdem wurden Hunde im Zuge der Domestikation \u00a0Jahrtausende lang auf spezielle sozialen F\u00e4higkeit hin selektiert\u201c, erkl\u00e4rt die Studienleiterin Range. Deshalb testeten Range und ihre Kolleginnen Mylene Quervel-Chaumette, Rachel Dale und Sarah Marshall-Pescini 16 Hunde auf ihre F\u00e4higkeit, fremden oder bekannten Artgenossen etwas Gutes zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem sogenannten \u201ebar-pulling task\u201c, einem Test bei dem ein Hund mit dem Maul an einer Schnur ziehen, so eine Plattform bewegen und damit entscheiden konnte, ob ein zweiter Hund ein Leckerli erh\u00e4lt oder nicht, untersuchten die Wissenschafterinnen das prosoziale Verhalten. Die Plattform war entweder leer oder mit einem Leckerli auf der Seite des Partners gef\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hunde geben bekannten Hunden eher ein Leckerli<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es machte einen Unterschied, ob der Entscheider-Hund den Empf\u00e4nger-Hund kannte oder nicht. Die Entscheider-Hunde zogen die Plattform mit dem Futter viel h\u00e4ufiger f\u00fcr bekannte Hunde\u00a0 heran als f\u00fcr fremde. \u201eDie Hunde verhalten sich tats\u00e4chlich wohlwollend gegen\u00fcber anderen Hunden. Das wurde bisher noch nie experimentell nachgewiesen. Was wir zus\u00e4tzlich herausgefunden haben, ist, dass der Bekanntheitsgrad untereinander dieses Verhalten beeinflusst. Fremden Hunden gegen\u00fcber ist prosoziales Verhalten weniger h\u00e4ufig als bekannten Hunden gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prosoziales Verhalten im Test<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim sogenannten \u201ebar-pulling task\u201c bestimmte jeweils ein Hund, der Entscheider-Hund, ob ein zweiter Hund Zugang zu einem Leckerli hat oder nicht. Der Entscheider-Hund selbst bekam dabei kein Leckerli. Es ging also nur darum, dem anderen Hund etwas Gutes zu tun. Mit mehreren Kontrolltests schlossen die Forscherinnen aus, dass es sich bei dem Ziehen lediglich um die Freude am Ziehen selbst handelte. Entscheider-Hunde hielten sich mit dem Ziehen sogar zur\u00fcck, wenn sich ein fremder Hund im benachbarten Bereich befand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Entscheider-Hunde auch wussten, was sie mit dem Ziehen bewirken, testeten die Forscherinnen am Ende jeden Testdurchlaufs. Dann konnten die Entscheider-Hunde n\u00e4mlich eine Plattform ziehen, um sich selbst ein Leckerli zu holen. Und genau das taten alle Hunde. \u201eDiese Kontrolle schlie\u00dft aus, dass die Hunde beispielsweise aus Angst vor dem fremden Hund nicht f\u00fcr diesen gezogen haben, denn in genau derselben Situation zogen die Hunde gerne f\u00fcr sich selbst \u201c, so Range.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAuch das Argument, die Hunde w\u00e4ren von den fremden Artgenossen w\u00e4hrend des Tests abgelenkt gewesen und h\u00e4tten deshalb seltener an der Leine gezogen, konnten wir widerlegen. Es kam n\u00e4mlich kaum vor, \u00a0dass ein Hund mit dem fremden Hund interagierte\u201c, erkl\u00e4rt Range.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.nature.com\/articles\/srep18102\" target=\"_blank\">Der Artikel \u201eFamiliarity affects other-regarding preferences in pet dogs\u201c, by Mylene Quervel-Chaumette, Rachel Dale, Sarah Marshall-Pescini und Friederike Range wurde im Fachjournal Scientific Reports ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Webredaktion der www.vetmeduni.ac.at<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunde geben ihren Freunden Futter &#8211; Beziehung f\u00f6rdert prosoziales Verhalten Hilfsbereites und positives Verhalten anderen gegen\u00fcber ist eines der Fundamente menschlicher Beziehungen und menschlicher Kooperation. Aber nicht nur Menschen kooperieren und unterst\u00fctzen sich gegenseitig, auch Tiere tun das. 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