{"id":1053,"date":"2015-12-13T20:07:40","date_gmt":"2015-12-13T19:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1053"},"modified":"2015-12-14T06:16:46","modified_gmt":"2015-12-14T05:16:46","slug":"1053-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/1053-2\/","title":{"rendered":"Zielgerichtete Krebstherapie bei Hunden"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Zielgerichtete Krebstherapie bei Hunden erforscht<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auch Hunde leiden an Krebserkrankungen, wie wir Menschen. WissenschafterInnen an der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien erforschen nun die molekularen Prozesse der Krebsentwicklung an Hundezellen. Denn die moderne Krebstherapie wurde mit der Einf\u00fchrung neuer Medikamente, sogenannter gezielter Wirkstoffe, revolutioniert. Die Grundlagen f\u00fcr eine erfolgreiche Anwendung dieser neuen Wirkstoffe in der Krebstherapie erfordert jedoch ein tieferes Verst\u00e4ndnis der molekularen Vorg\u00e4nge der Erkrankung auch bei Haustieren. Jetzt hat ein Forschungsteam um Sabine Macho-Maschler die Aktivierung von genetischen Regulationsmechanismen an Hundezellen untersucht und sowohl \u00dcbereinstimmungen als auch Unterschiede im Vergleich zum Menschen gefunden.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_1055\" aria-describedby=\"caption-attachment-1055\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1055\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Zellteilung_normal_im_Gegensatz_zu_Krebs_svg-300x196.jpg\" alt=\"Quelle: de.wikipedia.org\" width=\"300\" height=\"196\" srcset=\"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Zellteilung_normal_im_Gegensatz_zu_Krebs_svg-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Zellteilung_normal_im_Gegensatz_zu_Krebs_svg.jpg 728w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1055\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: de.wikipedia.org<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fast jeder zweite Hund im Alter von zehn Jahren entwickelt eine Krebserkrankung. Eine moderne Tumortherapie verbindet Chirurgie, Strahlentherapie und neue medikament\u00f6se Behandlungsm\u00f6glichkeiten. W\u00e4hrend bei Chirurgie und Strahlentherapie eine ad\u00e4quate Behandlung f\u00fcr alle Tiere an der Vetmeduni Vienna gew\u00e4hrleistet ist, klafft bei der Behandlung mit neuen gezielten Wirkstoffen zunehmend eine L\u00fccke. Der Grund daf\u00fcr ist, dass moderne Behandlungen auf konkreten molekulargenetischen Befunden beruhen, die vom Menschen oder dem bevorzugten Tiermodell der Krebsforschung, der Maus, nicht einfach auf Hunde zu \u00fcbertragen sind. Es bedarf also einer vergleichenden Erforschung der molekularen Grundlagen von Krebs beim Hund, um moderne Krebsmedikamente auch f\u00fcr unsere vierbeinigen Freunde zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Molekulare Ursachen stellen eine wichtige Grundlage f\u00fcr moderne Behandlungskonzepte dar<\/strong><br \/>\nDas Verst\u00e4ndnis der molekularen und zellul\u00e4ren Ursachen, die f\u00fcr die Krebsentstehung verantwortlich sind, ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Dieses Wissen hilft, Krebszellen gezielt mit einer wachsenden Anzahl neuer Medikamente zu bek\u00e4mpfen. Da Krebs aber in jeder Patientin bzw. in jedem Patienten individuelle Ver\u00e4nderungen aufweisen kann, ist eine aufwendige molekulare Untersuchung\u00a0 der tats\u00e4chlich vorliegenden Mutationen in Krebszellen eine wichtige Voraussetzung. Denn die gezielten Wirkstoffe k\u00f6nnen nur dann helfen, wenn die Krebszellen auch die entsprechenden molekularen Strukturen aufweisen, gegen die das Medikament wirken soll. Der Behandlungserfolg gezielter Wirkstoffe setzt also eine molekulare Diagnostik voraus, die als Grundlage f\u00fcr die sogenannte personalisierte Medizin in der Krebsforschung gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Molekulare Mechanismen der Metastasierung bei Hundezellen untersucht<\/strong><br \/>\nEin Forschungsteam an der Abteilung f\u00fcr Molekulare Genetik hat jetzt einen wichtigen Prozess in der Krebsentstehung molekulargenetisch an einer Zelllinie von Hunden untersucht. An dieser Zelllinie, die schon seit vielen Jahren von WissenschafterInnen verwendet wird, auch um pathologische Prozesse zu erforschen, wurde nun eine differentielle Analyse der Genexpression w\u00e4hrend der epithelial-mesenchymalen Transition (EMT) durchgef\u00fchrt. EMT, also die Umwandlung von Epithelzellen zu mesenchymalen Zellen, wird mit der M\u00f6glichkeit der Metastasierung von Krebszellen in Verbindung gebracht. An den &#8222;Campus Science Support Facilities, (CSF)&#8220; in Wien (Link zur Website), welche \u00fcber die relevante Expertise und instrumentelle Ausr\u00fcstung verf\u00fcgen, wurde mit modernen Sequenzierungsmethoden (\u201eNext Generation Sequencing\u201c) die Expression von verschiedenen RNA-Formen in den Zellen vor und nach der EMT bestimmt. \u201eKrebsforschende arbeiten schon viele Jahre an dem \u00dcbergang epithelialer Tumorzellen in einen aggressiveren mesenchymalen Zustand. Dabei konnten wichtige Genschalter identifiziert werden, die sich auch als therapeutische Zielstrukturen eignen: also Genprodukte, die man mittels gezielter Wirkstoffe ausschalten k\u00f6nnte\u201c, erkl\u00e4rt Macho-Maschler, die die jetzt publizierte Studie leitete. Die Forschung am \u00dcbergang von epithelialen zu mesenchymalen Zellen fand bislang haupts\u00e4chlich an Zellen von M\u00e4usen und Menschen statt und hat gezeigt, wie bestimmte Signal\u00fcbertragungswege kooperieren, um Krebszellen die Metastasierung zu erm\u00f6glichen. Metastasen bilden sich, wenn die urspr\u00fcnglich sesshaften Krebszellen bestimmte Eigenschaften erhalten, die es ihnen erlauben in ein anderes Organ zu wandern und dort eine neue Geschwulst zu bilden. \u201eEs sind in den \u00fcberwiegenden F\u00e4llen die Metastasen, die PatientInnen das Leben kosten, denn der urspr\u00fcngliche Tumor l\u00e4sst sich durch Bestrahlung und Operation oft gut kontrollieren\u201c, betont Mathias M\u00fcller, Leiter des Instituts f\u00fcr Tierzucht und Genetik. \u201eEs interessiert uns, was auf molekularer Ebene w\u00e4hrend der Metastasierung in den Zellen vorgeht, weil wir dieses Wissen m\u00f6glicherweise f\u00fcr eine erfolgreiche Behandlung dieser Metastasen verwenden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Basis f\u00fcr weitere Forschung gelegt <\/strong><br \/>\nDie molekulare Analyse der EMT wird von den Forschenden als Modell f\u00fcr den Erwerb der F\u00e4higkeit zur Metastasierung betrachtet. Der TGF-beta Signalweg ist schon lange als zentraler Schalter in der EMT bekannt. Macho-Maschler zeigt sich zufrieden \u00fcber die vielen \u00c4hnlichkeiten bei der vergleichenden Analyse von Ergebnissen f\u00fcr Hunde, Menschen und Mauszellen. \u201eTGF-beta spielt beispielsweise auch beim Hund eine wichtige Rolle, aber es gibt interessante Abweichungen\u201c, wei\u00df sie zu berichten. Ihre zuletzt in BMC Genomics erschienene Ver\u00f6ffentlichung ist voller langer Listen von RNAs, die w\u00e4hrend der EMT reguliert sind. Diese Forschungsergebnisse sollen als Grundlage f\u00fcr weiterf\u00fchrende Analysen dienen. Macho-Maschler \u00e4u\u00dfert sich kritisch, ob ihre Forschung schon bald die Behandlung von Hunden mit Krebs verbessern kann. \u201eUnsere jetzt publizierten Ergebnisse sind wie ein Katalog, vielleicht eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr neue Ans\u00e4tze und Ideen. Letztlich wissen wir bei vielen der neuen Krebsmedikamente noch nicht einmal, ob sie bei Hundezellen tats\u00e4chlich wirken. Es gibt beispielsweise auch Wirkstoffe, die nur beim Menschen, aber nicht bei der Maus wirken\u201c, d\u00e4mpft sie zu hohe Erwartungen. Beim Menschen wurde ein ungleich umfangreicherer Katalog dieses Jahr fertiggestellt. \u201eThe Cancer Genome Atlas (TCGA)\u201c enth\u00e4lt mit \u00fcber 11.000 genetisch analysierten PatientInnenproben\u00a0 Informationen, die f\u00fcr alle Forschenden zug\u00e4nglich sind. Der TCGA ist eine wichtige Ressource, beispielsweise um die H\u00e4ufigkeit bestimmter genetischer Ver\u00e4nderungen in einer Krebsart schnell und zuverl\u00e4ssig zu erheben. Der Katalog von Macho-Maschler ist mit dem TCGA nat\u00fcrlich nicht zu vergleichen, aber es ist ein erster kleiner Schritt in die gleiche Richtung f\u00fcr Hundekrebs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.biomedcentral.com\/1471-2164\/16\/944\" target=\"_blank\">Quelle: www.vetmedi.ac.at; Der Artikel \u201cHigh-throughput mRNA and miRNA profiling of epithelial-mesenchymal transition in MDCK cells\u201d von Priyank Shukla, Claus Vogl, Barbara Wallner, Doris Rigler, Mathias M\u00fcller und Sabine Macho-Maschler wurde bei BMC Genomics ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielgerichtete Krebstherapie bei Hunden erforscht Auch Hunde leiden an Krebserkrankungen, wie wir Menschen. WissenschafterInnen an der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien erforschen nun die molekularen Prozesse der Krebsentwicklung an Hundezellen. 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