{"id":1038,"date":"2015-12-09T22:54:47","date_gmt":"2015-12-09T21:54:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/?p=1038"},"modified":"2015-12-11T12:54:13","modified_gmt":"2015-12-11T11:54:13","slug":"bisspraevention-bei-kindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/bisspraevention-bei-kindern\/","title":{"rendered":"Bisspr\u00e4vention bei Kindern"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Bisse vermeiden &#8211; Bisspr\u00e4vention<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kinder lieben Hunde. Kinder haben aber auch ein h\u00f6heres Risiko, von einem Hund gebissen zu werden, als Erwachsene. In den meisten F\u00e4llen kommt der Biss vom Familienhund. Wie Eltern das Risiko reduzieren und eine positive Kind-Hund-Beziehung f\u00f6rdern k\u00f6nnen, dar\u00fcber kl\u00e4rten Christine Arhant (Institut f\u00fcr Tierhaltung und Tierschutz) und Claudia Schmied-Wagner (Tierschutzombudsfrau des Landes Ober\u00f6sterreich) bei einem Vortrag im November 2015 auf.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1043 size-full\" src=\"http:\/\/www.kynologen.at\/_blog\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Hundebissverletzungen.jpg\" alt=\"Hundebissverletzungen\" width=\"203\" height=\"164\" \/><\/em>Ein Kind liegt mit dem Familienhund im Hundekorb. Kind und Hund spielen gemeinsam mit einem Stofftier. Szenen wie diese, die gem\u00fctlich und kuschelig aussehen, k\u00f6nnen jedoch Stress f\u00fcr den Hund bedeuten und letztendlich einen Hund zum Biss provozieren. 22 von 1.000 Kindern unter 15 Jahren werden j\u00e4hrlich von einem Hund gebissen, wie eine belgische Studie ergab. In der Gesamtbev\u00f6lkerung liegt die Quote mit 8 von 1.000 Personen deutlich niedriger. Hundebisse f\u00fchren damit die Verletzungsstatistik bei Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Heimtieren und Kindern an. Erstaunlich dabei ist, dass die meisten Bisse bei Kindern bis zehn Jahre vom Familienhund oder einem bekannten Hund stammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aufkl\u00e4rungsarbeit gefragt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEltern erkennen potenzielle Risikosituationen h\u00e4ufig nicht als solche. Speziell dann nicht, wenn es sich um den Hund als Familienmitglied handelt\u201c, berichtet Tierhaltungsexpertin Christine Arhant bei einem Vortrag an der Vetmeduni Vienna vor rund 100 Eltern, P\u00e4dagogInnen, Tier\u00e4rztInnen und HundetrainerInnen. Grund genug f\u00fcr das Institut f\u00fcr Tierhaltung und Tierschutz, Aufkl\u00e4rungsarbeit f\u00fcr ein sicheres Zusammenleben von Kind und Hund zu leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gef\u00e4hrliche Situationen erkennen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann es zu Konflikten zwischen Hunden und Kindern kommt, ist aus mehreren Studien bekannt. So zum Beispiel in folgenden Situationen: Hunde werden in ihren Ruhephasen oder R\u00fcckzugsbereichen gest\u00f6rt. Kinder nehmen den Tieren Spielzeug oder Futternapf weg \u2013 es entsteht ein Konflikt um Ressourcen. Au\u00dferdem kommen beim Hund Ziehen am Schwanz oder starkes Rucken an der Leine gar nicht gut an. Aber auch freundlich gemeinte Begegnungen k\u00f6nnen dem Tier zu viel werden, zum Beispiel Kinder, die Hunde umarmen oder intensiv streicheln. In diesen F\u00e4llen besteht ein erh\u00f6htes Bissrisiko f\u00fcr das Kind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grenzen einhalten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAus einer aktuellen eigenen Studie wissen wir, dass Erwachsene ihren Hunden sehr viel zumuten. Dabei muss der Hund manchmal genauso vor den Kindern besch\u00fctzt werden wie umgekehrt die Kinder vor dem Hund\u201c, betont Arhant. Was dem eigenen Hund zumutbar sei, werde nur durch genaues Beobachten der Reaktionen des Vierbeiners erkennbar. Das Problem dabei: \u201eStudien haben gezeigt, dass es f\u00fcr kleine Kinder sehr schwer ist, Warnsignale zu erkennen. Z\u00e4hnefletschen interpretieren sie f\u00e4lschlicherweise als Lachen. Deshalb ist die Supervision der Beziehung Kind-Hund durch die Eltern so wichtig. Sobald ein Hund sich vom Kind bedroht f\u00fchlt und das zum Beispiel durch Zur\u00fccklegen der Ohren, Wegdrehen des Kopfes oder Zur\u00fcckweichen anzeigt, m\u00fcssen die Erwachsenen einschreiten. Damit verhindern sie eine weitere Eskalation der Situation\u201c, streicht Arhant die Verantwortung der Eltern hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schwierige Empfehlungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allgemein g\u00fcltige Tipps f\u00fcr den sicheren Umgang mit dem Familienhund zu geben, ist aus Sicht der Tierhaltungsexpertin jedoch schwierig. Viele Empfehlungen zielen darauf ab, den Kontakt zwischen Kind und Tier einzuschr\u00e4nken, wie zum Beispiel den Hund nicht zu st\u00f6ren, nichts wegzunehmen oder den Platz des Hundes zu respektieren. Wie die Beziehung aber positiv gef\u00f6rdert werden kann, daf\u00fcr gebe es kein Patentrezept. \u201eHunde sind genauso wie Menschen individuell verschieden. Was der eine Hund ohne Probleme toleriert oder sogar mag, l\u00f6st beim anderen eine Abwehrreaktion aus\u201c, so Arhant. Letztendlich gehe es um Risikominimierung. Dazu geh\u00f6re auch, im Umgang mit dem Tier ein Vorbild f\u00fcr die Kinder zu sein, die Grundbed\u00fcrfnisse des Hundes zu achten und aversives Hundetraining zu unterlassen, also auf Methoden zu verzichten, die durch Angst und Schmerz Gehorsam erzwingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Aus VETMED 04\/2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisse vermeiden &#8211; Bisspr\u00e4vention Kinder lieben Hunde. Kinder haben aber auch ein h\u00f6heres Risiko, von einem Hund gebissen zu werden, als Erwachsene. In den meisten F\u00e4llen kommt der Biss vom Familienhund. 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